AHOI 2013 die Zweite

Ihr Lieben,

Dienstag morgen um kurz nach sieben haben wir uns auf den Weg nach Belgien gemacht. Kein bzw. sehr wenig Wind direkt auf die Nase, das hieß 60 Meilen motoren, also etwa zwölf Stunden. Eher monoton, spannend sind nur die Flussmündungen der Maas, wo die großen Pötte wie auf einer Perlenschnur aufgefädelt ein- und auslaufen. Man muss sich per Funk anmelden zum Queren der Fahrwasser und genau gucken, wo sich eine Lücke auftut. Abends um sieben haben wir in Blankenberge festgemacht, etwa fünf Meilen westlich von Zeebrugge. Nach Aufklarieren und Bratkartoffeln fing es pünktlich an zu schütten. Die Wettervorhersage versprach erst für Freitag wieder Wind aus der richtigen Richtung ( Ost bzw. Nord) so dass wir uns entschlossen haben, zwei Tage zu bleiben.
Mittwoch bei Nieselregen eine Viertelstunde mit dem Zug landeinwärts und wir waren in Brügge, das Rothenburg ob der Tauber Belgiens. Die gesamte Altstadt ist Weltkulturerbe und das zu Recht – ein lebendes Museum. Leider verseucht durch Massen von Touris ( wir sind ja auch welche), ich wage nicht zu denken, wie es dort bei schönem Wetter am Wochenende zugeht. Man hätte schön shoppen können, aber das eindrucksvollste waren die gefühlt fünfzig Chocolaterien. Bei Anblick und Geruch hatte man allein schon ein Kilo Hüftgold mehr drauf.
Heute wollte sich Peter dann einen Traum erfüllen: einen ganzen Tag Straßenbahn fahren. Die gesamte belgische Küste wird von einer Straßenbahn, der Kusttram abgefahren, von Knokke an der niederländischen Grenze bis Le Panne an der französischen. Die Bahn braucht für die 69 km zweieinhalb Stunden und mit einem Tagesticket für fünf Euro kann man ein- aus – und umsteigen, wie man will. Leider ist das, was man sieht, ähnlich prickelnd wie der Anblick von seewärts. Die Küste ist mit fünf- bis zenstöckigen Betonklötzen regelrecht zugepflastert, ein Ort geht in den anderen über, ein architektonischer Leckerbissen. Ab und zu geht es mal durch Dünen und selten mal direkt am Strand entlang, meistens in der zweiten Reihe in grauen Betonschluchten. Bei Oostende kann man verrostete Geschützstellungen aus dem zweiten Weltkrieg bewundern.
So haben wir die Strecke, die wir morgen Segeln wollen, schon mal per Straßenbahn abgefahren, interessant werden morgen nur noch die Sandbänke vor der belgischen Küste. Ziel für morgen ist Dunkerque in Frankreich und wir hoffen auf Sonne und moderate Winde aus Nord.
Unsere Stimmung ist allerdings bestens und wir melden uns aus Frakreich oder vielleicht auch erst nach erfolgreicher Kanalüberquerung wieder.
Danke für die zahlreichen netten Reaktionen und bis bald
Eure Florentiner Peter und KathrinÄrmelkanal 007
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