AHOI 2013 Leserbriefredaktion

Liebe Mitseglerinnen und Mitsegler daheim an den Monitoren und Bildschirmen

Beinahe täglich erreichen meine Gattin Zuschriften mit der Elektropost als Resonanz auf ihre Ahois. Manche von diesen Zuschriften bedürfen der Erwiderung, andere wiederum einer Ergänzung meinerseits.

So schreibt ein gewisser Herr Jochen V. aus H.: „Eure Routehört sich ja doch ehernach Urlaubskaffeekränzchensegeln gepaart mit seniler Bettflucht an.“
Dazu sage ich voller Stolz: Jawoll, wir als angehende Tattergreise brauchen nicht mehr so viel Nachtschlaf. Den holen wir dann meistens nachmittags im Hafen nach. Gemein ist allerdings die Behauptung, wir würden Kaffeesegeln betreiben. Schon mal was von vergorenem Traubensaft gehört? Herr V. begehrt darüber hinaus zu erfahren, wie lange wir denn täglich unterwegs sind? Also: Als alter Ruhri dauert für mich eine Schicht rund 8 Stunden, dann wird aufgestempelt – das gilt auch unter Segeln. Und als alter Gewerkschaftler gilt für mich immer noch die Devise: 35 Meilen sind genug! Sollten es mal ausnahmsweise an einem Tag ein paar Meilen mehr werden, wie zum Beispiel auf der Strecke von Scheveningen nach Blankenberge (70 Seemeilen), nehmen wir uns natürlich am nächsten Tag sofort eine Freischicht.

Eine gewisse Anja F. aus U. nöhlt herum: „Na so eine Verkehrsstrecke (der Ärmelkanal, d. Verf..), wo man dauernd ausweichen muss, wär ja mal wieder nix für mich – viel zu aufregend.“ Dazu muss mal klargestellt werden, wie groß die Aufregung allseits wäre, wenn wir nicht ausweichen würden….

Zum gleichen Thema zeigt sich eine gewisse Gabriele G. aus M. Äußerst neugierig. Sie begehrt zu wissen, wie denn die Stimmung zwischen uns Beiden (also nicht zwischen Ihr und mir, sondern zwischen Kathrin und mir) sei. Dazu schreibt sie wörtlich: „Ihr müsst ja ganz schön krisenresistent sein, wenn ihr euch bei so schwierigen Situationen nicht hoffnungslos in die Haare kriegt, toll!“ Dazu erstens, liebe Gabriele, in solchen Situationen bleibt überhaupt keine Zeit, sich in die Wolle zu kriegen, und zweitens muss das irgendwas mit Liebe zu tun haben. Eine bessere Erklärung fällt mir leider auch nicht ein.

Auch eine uns sehr verbundene Leserin, Frau Barbara K. aus U., lässt die angespannte Verkehrssituation auf See keine Ruhe:“ Ihr Lieben, das klingt ja mehr als abenteuerlich, was wollt ihr eigentlich in den nächsten Jahren noch auf hoher See erleben?“ Ährliche Antwort? Langeweile, Sonne, Delphine, Badestopps, gutes Essen, leckeren Wein, nette Menschen und viel Besuch!
Außerdem müssen wir einige Orte nochmal ansteuern, weil wir die eine oder andere Sehenswürdigkeit leider übersehen oder (noch schlimmer) einfach aus Dummheit und Unwissenheit übersehen haben. So macht uns Susanne K. aus D. auf ein schweres Versäumnis aufmerksam:“… dann seid ihr doch an unserem geliebten Ouddorp südlich von Rotterdam vorbeigefahren“ Dort an der Maasmündung gäbe es eine sehenswerte Pommesbude auf dem letzten Zipfel eines Landsteges. Diese Bude würde gern und viel von schrägen Typen frequentiert, die früher zur See gefahren seien. Ich meine, das wär doch ein idealer Ort für Kathrin und mich, wenn wir unsere Zeit unter Segeln abgeschlossen haben. Dann könnten wir mitschnacken und andere Touris mit unseren Geschichten zutexten, die zu Hause schon keiner mehr hören will.

Einen weiteren Ausflugstipp habe ich via SMS von unserem Leser Bernd S. aus M. erhalten, der unsere Reise aufmerksam über marinetraffic.com verfolgt. Bernd smste nach unserer Ankunft in Dover:“ Der nächste Pub ist 150 m SO, Cinque Port Arms.“ Dazu muss ich allerdings richtig stellen, 150 m SO befindet sich eine Bootstankstelle. Die Tankstelle für Menschen, engl. vulgo Pub, befindet sich 150 m Luftlinie NO.

Eine gewisse Petra W. aus K. kritisiert meinen naiven Traum von einer idyllischen Straßenbahnfahrt entlang der belgischen Küste. Wie ich denn eigentlich darauf käme, dass Belgien an Land schön genug sei für eine Straßenbahnfahrt? Dazu muss ich kleinlaut gestehen, dass sie Recht hat. Aber in Sachen PR haben es die Betreiber der belgischen Kusttram seit vielen Jahren richtig gut drauf. Ich hatte wirklich Sorge, etwas zuverpassen, wenn ich mir diese Fahrt entgehen lasse. Oder um es mal mit meinem alten Freund Goethe zu sagen: Es irrt der Mensch, so lang er lebt.

Unsere Treue Leserin Jana S. aus M. schreibt:“ wir sind solidarisch ein wenig auf dem Starnberger See mit Euch mitgeschippert“ Dazu kann ich nur knapp erwidern: Recht so! Hoch die internationale Solidarität – auch über Seegrenzen hinweg!

Und allen, allen anderen Schreibern und Mitlesern ein herzliches Dankeschön für Eure guten Wünsche, Wind und Wetter betreffend. Es ist schön, zu wissen, dass Ihr uns nicht vergesst, wenn wir unterwegs sind!

Ahoi!

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