AHOI 2013 No. 10

Weymouth war wirklich so hübsch, wie es sich bei unserer Ankunft präsentiert hat, aber am Samstag ist das beliebte Seebad voller Touris, der Strand übervoll, so dass wir wieder mal wussten, wie privilegiert wir reisen dürfen. Einmal mussten wir natürlich auch Fish and Chips essen, aber einmal reichte auch. So eine fettige Angelegenheit, dass es für den restlichen Tag reichte… So viel Bier und Schnaps kann man danach gar nicht trinken, um nicht mittags schon strunkelig über die Hafenpier zu torkeln.

Gestern sind wir dann mit dem ersten Brückenöffnen um acht Uhr ausgelaufen, Ziel Insel Alderney, also zweite Kanalquerung. Wind aus Ost, schönes am Wind Segeln mit 7 – 8 Knoten auf der Uhr. Der Wind nahm aber entgegen derWettervorhersage zu bis 24 kn, es wurde dann doch sportlich mit zweieinhalb Meter Welle und dann auch noch Seenebel, wir waren froh um unser AIS. Und schnell waren wir, haben für 55 Meilen nur acht Stunden gebraucht. In Alderney hängen wir jetzt an einer Mooringtonne, gestern hat Florentine noch ein nettes Tänzchen daran aufgeführt, so dass wir gar nicht an Land wollten. Der Harbourmaster kam per Boot zum Abkassieren und Einklarieren und freute sich, dass endlich mal jemand die Flagge Q richtig gesetzt hatte, nämlich unter der Backbordsaling 🙂 Sonst hatte kein Schwein das Ding gesetzt, nur wir als superpingelige obrigkeitshörige Deutsche wieder…. Einen typisch deutschen Eindruck haben wir gewiss auch bei unserem Habourmaster in Weymouth hinterlassen, als wir nach dem Vordruck C1331 fragten, ein Zollformular, das laut allen Hafenführern dringend ausgefüllt werden muss, wenn man vom Vereinigten Königreich in ein nicht EU-Land ausreisen will. Mit sichtlichem Spaß an dieser neuen Herausforderung genossen wir die volle Unterstützung der gesamten Belegschaft im Hafenbüro. Die waren auch neugierig, was das für ein Papier ist, und was man damit anstellen muss.
Abends bei fallendem Wasser guckten  an unserem Liegeplatz in Alderney plötzlich 25 m neben uns größere Felsbrocken aus dem Wasser, von denen wir vorher nichts gesehen und keine Ahnung hatten!
Heute dann wenig Wind, ruhiges Wasser – Zeit, nach dem sich der dichte Seenebel mittags endlich gelichtet hatte, unser Dinghi und den neuen Elektromotor von Torqeedo mal auszuprobieren und die Insel unsicher zu machen.
Hier herrscht zwar englische Sommerzeit, aber die Uhren gehen hier irgendwie langsamer.
Eine englische Insel mit französischen Einsprengseln, wieder viele pastellbunte Häuser, die Gärten alle mit mannshohen Natursteinmauern eingefasst, viele Rentner und eben easy going. Viel Grün, sogar Palmen wachsen hier, das einzige, was wir nicht gesehen haben, ist der nur hier beheimatete blonde Igel, der „blonde hedgehog“, den hätte ich gern fotografiert. Am besten zusammen mit den black rabbits. Die Farben von Borussia Dortmund findet man halt überall auf der Welt… Dafür haben wir allerdings einen urigen Pub gefunden, das Divers Inn, wo ein echter Tiefseetaucher in der Ecke sitzt.
Morgen geht’s weiter nach Guernsey. Peter würde ja gerne mit neun Knoten Schiebestrom durch den engen Sund Brettern, aber der freundliche Beamte von der Coastguard riet nachhaltig dazu, das Stillwasser, die „Slack Time“, zu nutzen. Also werden wir es morgen mal ausnahmsweise gemütlich angehen lassen.
Ärmelkanal 108
Ärmelkanal 109
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