The big day

Der große Tag ist da – und schon fast vorbei!

Aber zuerst drei bis vier Tage zurück:

Der letzte  Abschied aus Dortmund gestaltete sich reibungslos, Abmelden, Schlüsselübergabe und – Autopacken. Das war noch mal spannend, passt alles rein oder nicht? Es passte, sogar die inzwischen fast unaussprechliche Nähmaschine.

Am Samstag, 26.4 starteten wir nachmittags Richtung Florentine. Unterwegs überlegten wir fast schon eine Wette: steht der Mast oder steht er nicht? Unser Werftmann arbeitet hervorragend, was er macht, macht er gut, nur nicht immer termingerecht. Wir kamen an und: der Mast stand nicht! Da gab es dann kurzfristig etwas Gewitterstimmung in Heeg und am nächsten Vormittag ging das Maststellen kurz und schmerzlos über die Bühne, gerade rechtzeitig, bevor der Fotograf eintraf, um uns für den Zeitungsartikel abzulichten. Wir wollten ja auch nicht auf einem Motorboot fotografiert werden, wenn ein Artikel über zwei Langfahrtsegler erscheint.Der Artikel in der Westfälischen Rundschau bzw. auf  DerWesten.de hat uns viel Resonanz beschert, unter anderem auch noch ein Radiointerview mit WDR2 am 4.5. ab 13h.

Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit Stauen – es ist unglaublich, was man dann doch noch auf einem Boot unterbringen kann, wenn eigentlich schon alle Schapps gefüllt sind – und vor allem wieder mal mit Basteln und Schrauben. Da warteten zwei neue Solarpaneele auf Anbringung, es mussten noch ein paar Löcher gebohrt werden für Kabeldurchlässe, Schwanenhälse angebracht werden, Kabel angeschlossen werden, das neue Rigg nachgespannt werden. Da brauchten wir neue Schutzhülsen um die neuen dickeren Wantenspanner, die heißen auf Holländisch echt niedlich „Wantspannerbeschirming“. Das Radar wollte in Betrieb genommen werden und der endlich frisch verheiratete Windmesser ausprobiert werden. Abends fielen wir totmüde ohne Abendessen in die Kojen.

Am 29.4. um 14:45 konnten wir nach dem Abschluss der letzten Arbeiten dann endlich ablegen und hörten zum ersten Mal unseren neuen Motor, die Nanni, schnurren. Sie schnurrt wirklich leise, wohl auch Dank der teuren Isolierung im Motorraum. Mit Nanni und zwischendrin auch mal einer Stunde Segeln, bevor der Wind wieder einschlief, erreichten wir um 22:00 Lelystad Haven, wo wir schon einen Platz an der Mole für die anstehenden Festlichkeiten reserviert hatten.

Eigentlich hatten wir niemand eingeladen, nur ein Abreisedatum festgesetzt, den 1.5., weil man ja nun irgendwann mal sagen muss, wann es losgeht. Dann fand sich aber doch eine 20-köpfige Abschiedscrew, teils mit, teils ohne Voranmeldung am 30. April im Laufe des Nachmittags und Abends bei uns ein. Da der Yachtclub an diesem Abend seine wahrscheinlich einzige geschlossene Gesellschaft im ganzen Jahr veranstaltete, mussten wir kurzfristig umdisponieren und ein Grillfest an der Mole improvisieren.  Ohne Auto ist das Heranschaffen der notwendigen Zutaten ein Abenteuer, ich habe das neue Klapprad erfolgreich getestet, nur Absteigen hab ich mich mit vier schweren Tüten am Lenker nicht mehr ohne Hilfe getraut.

Fahrrad_heller

Während ich in großen Mengen Nudelsalat fabrizierte, hat Peter unser Flaggenalphabet zusammengeknüpft und Florentine über die Toppen geflaggt. So schön sah sie noch nie aus.

schiff_flaggen_meute

Und dann trudelten sie ein, unsere Freunde und Verwandten, per Segelboot, per Motorboot, per Flugzeug, per Auto, per Wohnmobil und per Wohnwagen. Es wurde ein rauschendes Fest mit wunderbaren Überraschungsgästen. Das Wetter spielte mit und es regnete erst, als auch die letzten Nachteulen in den Kojen verschwunden waren.

Heute morgen nach Katerfrühstück gab es dann Abschied verkehrt rum: Statt dass wir ablegten und alle die Taschentücher schwenkten, verabschiedete sich so nach und nach einer nach dem anderen. Dafür trafen dann am Mittag nochmal neue Gäste ein und nach mittags um 17:00 guckten wir uns an und beschlossen: Jetzt müssen wir auch nicht mehr los, noch dazu, wo wir morgen Jakob und Jana hier wieder abliefern müssten, damit sie ihr neues Auto nach Hause bringen können. Die Beiden sind bis morgen noch an Bord. Und so sitzen wir nun bei den Resten vom großen Grillfest, genießen die Abendsonne und üben schon mal die Entdeckung der Langsamkeit. Ein Gutes hatte die Sache auch: Es gab keine riesigen Tränenseen.

Und so werden wir wohl morgen oder übermorgen ganz unspektakulär die Leinen lösen, vielleicht noch in Begleitung unserer Freunde von der „Sophie“, die erst am Freitag abend eintreffen, und alle Taschentücher können trocken bleiben.

Ob das wirklich so funktioniert?

 

 

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6 Antworten zu “The big day

  1. Hat dies auf DasProjektUnna rebloggt und kommentierte:
    Hey, Peter, viel Glück bei eurem wunderbaren Abenteuer. Kommt heile wieder und schickt mir ab und zu mal ein Bild, dass ich es veröffentliche. Beneide euch, Gruß Rudi.

  2. Abschied auf Raten. Warum nicht, ist ja auch für eine lange Zeit. Heute Nachmittag stoßen wir zu Euch und freuen uns schon. Bis später, Olaf und Petra, die „Sophies“ 🙂

  3. Viel, viel Glück und eine Menge Spass!!
    Respekt vor dem, was ihr da vorhabt!
    Es gibt nicht viele, die sich tatsächlich trauen, ihrem großen Wunsch auch Taten Folgen zu lassen!

    Chris

  4. Ich wünsche Euch eine gute Zeit an Bord. Wenn Ihr immer weiter nach Westen segelt, seid Ihr nach 22.000 sm beim ruegen-entdecker.de. Bei uns könntet Ihr sogar anlegen.
    Macht’s gut.

  5. Viel Glück auf eurem Weg, nachdem ihr euch nun von allen verabschiedet habt, geht’s dann doch wohl langsam los.
    Freuen uns auf ein Wiedersehen wo immer das auch sein mag.
    Allzeit Handbreit Wasser…. ( aber nehmt nicht Peters Definition Handbreit Wasser unterm Kiel :-)) )

    Siggi und Jochen

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