Eingeweht

Vlissingen 5052030

De Groote Markt im Zentrum von Vlissingen führt zum Hafen.

Wenn es seit einigen Tagen so still ist in diesem Blog, liegt es daran, dass es draußen laut geworden ist. Der Wind pfeift in den Wanten und bläst genau aus der Richtung, in die wir eigentlich hin wollen.

Um in den Süden zu gelangen, müssen wir nämlich erst einmal Strecke auf Westkurs machen, und genau von dort bläst der Wind. Mal stark, mal stärker. Immer wieder überspringt der Windmesser die 30 Knoten-Marke und Florentine legt sich schon im Hafen ordentlich auf die Backe. Auf der Luv-Seite haben wir die Festmacher bereits sicherheitshalber verdoppelt. So können wir uns sorgenfrei in den Schlaf wiegen lassen.

Seit Montag, 5. Mai, hängen wir bereits in Vlissingen fest, und der Wettervorhersage nach werden wir noch bis Mitte kommender Woche hier bleiben. Ab Dienstag oder Mittwoch soll der Wind wieder abflauen, dann aber so richtig. Unsere Segel können wir dann wohl verpackt unter der Persenning lassen, und hoch am Diesel geht es dann weiter in Richtung Belgien.

Vlissingen 5052029

Das Fahrwasser für die dicken Pötte führt in Vlissingen dicht am Ufer vorbei. Tipp: Rechtzeitig bei Sonnenuntergang einen Platz in einem der angrenzenden Ufercafes sichern. Traumhaft!

Die ungeplanten Hafentage sind jedoch keine Bummeltage. An einem Tag haben wir alle Winschen zerlegt, gereinigt und gefettet. Am nächsten Tag kam die Fachbibliothek an Bord an die Reihe. Nach den umfangreichen technischen Neuanschaffungen und Umbauten, drohte das Bücherschapp mit den Bedienungsanleitungen und technischen Dokumentationen zu platzen. Jetzt haben wir wieder Ordnung reingebracht, und nachdem wir alle überflüssigen Übersetzungen der Anleitungen ins Englische, Französische, Niederländische, Spanische, Italienische, Koreanische und ins Hoch-Mandarin ins Altpapier befördert haben ist nun sogar wieder etwas Platz in den Schränken für persönliche Gegenstände. Und so langsam ähnelt Florentines Salon auch wieder eher einer Segelyacht als einem Massengutfrachter. Nach und nach findet alles seinen Platz, was wir für unsere lange Reise mitgenommen haben. (Sogar die Nähmaschine…)

Heute war Wasch- und Einkaufstag. In vielen Yachthäfen werden Münz-Waschautomaten und Trockner für Segler vorgehalten. In Scheveningen haben wir bereits einen Kessel Buntes gewaschen, jetzt war die weiße Wäsche an der Reihe. Beim Waschen mussten wir an unsere Segelfreunde von der Sophie denken (www.wearesailing.net). Gefragt, was sie nach einem Jahr Auszeit unter Segeln am meisten vermisst hätten, überraschten sie uns mit der Antwort: „Eine Waschmaschine!“ Die Kosten für Wäschepflege hätten ein ordentliches Loch in die Bordkasse gerissen. Für die Zahlenfreaks unter unseren Lesern: In Scheveningen haben wir für eine Ladung waschen und trocknen sieben Euro bezahlt, hier in Vlissingen waren wir mit 8,50 Euro dabei. Aber dafür duftet es jetzt wieder an Bord.

Die Einkaufstour zu unserem Lieblings-Supermarkt Albert Heijn haben wir gerade noch einmal mit einem kleinen Stadtrundgang und einem Blick über die Hafenmauer verbunden. Die Besatzung in einem kleinen Lotsenboot wurde ordentlich durcheinander geschaukelt. Gut, dass wir im Hafen geblieben sind …

Vlissingen 5052027

Klein und gemein sind die kurzen Wellen vor der Hafeneinfahrt und lassen das Lotsenboot tanzen. Im Hintergrund Ozeanriesen mit Ansteuerung auf den Hafen von Antwerpen.

P. S.  Wie einige von euch bereits wissen, haben Peters ehemalige Arbeitskollegen Silke Hoock (Text) und Ralf Rottmann (Fotos)  einen sympathischen Zeitungsartikel verfasst, der in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), der Westfälischen Rundschau (WR) und der Ruhr Nachrichten (RN) erschienen ist.

Hier ist der Link zur Veröffentlichung in der WAZ am 29. April:

http://www.derwesten.de/region/westfalen/von-der-emscher-auf-die-weltmeere-aimp-id9289706.html

Außerdem interessierte sich auch der Radiosender WDR 2 für unsere Reise. Hier der Link zu dem Interview, das am 4. Mai ausgestrahlt wurde:

http://www.wdr2.de/sendungen/wdr2amsonntag/amsonntag102.html

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3 Antworten zu “Eingeweht

  1. Den tollen Artikel in den Ruhrnachrichten habe ich gelesen und sofort im Internet alles abgesucht und gefunden. Nun verfolge ich Eure Reise (Neid).
    Letztes Jahr haben wir 2 Wochen in der Karibik gesegelt und ich träume von mehr (Meer).
    Ich sehe, Ihr wollt mit der „Atlantic Odyssey“ in die Karibik. Mit Uwe Krambs (Lena II), der sich auch angemeldet hat, waren wir 2012 in Kroatien unterwegs.
    Ich wünsche Euch alles Gute.

  2. Gruß aus Indien an die SY Florentine
    Auch hier in Delhi spielt das Wetter ein wenig verrückt.
    Normalerweise ist es um diese Jahreszeit sehr trocken und heiß mit bis zu 45°C im Schatten.
    Momentan ist es sehr angenehm bei 33-36°C und leichter bewölkung. Nachts ziehen Gewitter mit Schauerboen durch was total unüblich ist.
    Ob das mit El Nino zusammenhängt?
    Ich würd euch ja per Mail einiges an Wärme abgeben wollen…
    Also übt euch in Geduld die Wetteränderung naht. Soll wohl spätestens am WE sich ändern.
    Gute Weiterreise

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