Vier Tage Cherbourg….

Cherbourg 5

Meeres-Aquarium im Museum „Cité de la mer“

 

… scheinen lang, sind aber wie im Fluge vergangen.

Die Fahrt von St. Vaast konnten wir endlich mal wieder unter Segeln zurücklegen und der Strom hat uns gut um das Kap herumgetragen. Spannend fand Kathrin die „Eddies“, die sie so noch nicht miterlebt hatte. Das sind Strömungswirbel, die es vor allem an Kaps und bei Untiefen gibt. Man segelt bei relativ wenig Seegang gemütlich vor sich hin und plötzlich gibt es Kabbelwasser (sieht aus als ob das Meer kocht) und über dem Vorschiff brechen sich aus heiterem Himmel die Wellen. Nach fünf Minuten ist der Spuk vorbei und das Meer tut unschuldig, als ob nie etwas war.

In Cherbourg hat uns der Wind vier Tage festgehalten, da er mal wieder genau aus der Richtung kam, in die wir wollten – West. Aber wir haben ja Zeit und wenig Spaß daran, mit Wind auf die Nase zu motoren.

Hier haben wir die Fahrräder kräftig ausgenutzt (nochmal ein großes Dankeschön an Bernd F., dem wir die Räder verdanken! ) und haben Stadtrundfahrten und Einkäufe unternommen, wenn es mal grade nicht geregnet hat.

Ärmelkanal 205

Der Yachthafen von Cherbourg

 

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Napoleon-Denkmal in Cherbourg

Gestern war dann Museumstag, hier gibt es eine große „Cité de la mer“, ein Museum rund ums Wasser. Das Spannendste war das erste Atom-U-Boot Frankreichs, „la Rédoutable“, das man von vorne bis hinten begehen und besichtigen kann. Nur der Atomreaktor ist (Gott sei Dank) ausgebaut. Apropos Atomreaktor, von der Sorte haben wir hier an der französischen Küste schon eine Menge gesehen und lieber gehörigen Abstand gehalten, wir wissen ja, wie die Franzosen es mit der Sicherheit ihrer Reaktoren halten….

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Das erste Atom-U-Boot Frankreichs: „la Rédoutable“

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Zurück ins Museum: eine Ausstellung über die Titanic, die auf ihrer Fahrt auch Station in Cherbourg machte, bevor sie Kurs auf den Eisberg nahm, ein großes Aquarium und zum Schluss die groß angekündigte Attraktion: ein Spaziergang unter dem Meer. Wir dachten an Tunnel oder ähnliches, aber nein, es war eine Mischung aus Videoprojektion mit schlechten Schauspielern und Geisterbahn, gipfelnd darin, dass man zu fünfzehnt in einer schlechten Nachbildung einer U-Boot-Kapsel saß und die Sitze ein bisschen geschüttelt wurden. Zu allem Überfluss wurde man dabei noch gefilmt und konnte – welch Überraschung – am Ausgang ein überteuertes Foto erwerben. Wovon wir Abstand genommen haben. Anschließend hatte der Käptn schlechte Laune, was wohl auch daran lag, dass er Hunger und Durst verspürte nach der 55-minütigen Geiselnahme.

Heute war dann mal wieder Basteltag, Peter hat die Toilette ganz auseinander genommen, nachdem die elektrische Spülung immer mal Mucken hatte, und er hat sie auch ganz wieder zusammen gebaut. Ist nix übrig geblieben! Und sie geht! Dafür kriegt er jetzt den Schrauber orden am Bande. Kathrin hat ihren OP-Schwestern-Job gemacht und Werkzeug angereicht, Schalter betätigt und zwischendurch die Pfaff ein bisschen rattern lassen, die Ersatzgasflasche hat jetzt eine schicke Hülle.

Morgen geht es mit hoffentlich gutem Wind weiter auf die Kanalinseln, das erste Ziel ist Alderney, wo wir wahrscheinlich kein W-LAN haben werden, also melden wir uns voraussichtlich erst aus Guernsey wieder.

 

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3 Antworten zu “Vier Tage Cherbourg….

  1. Hallo ihr Beiden,
    schön von euch zu lesen, gehört zu meinen Morgen-Routinen: Eure Seite anklicken. Wir sind mittlerweile auch „auf See“ – heute in Dorsten auf dem WDK, und nun scheint auch die Sonne! Heute Abend wollen wir in Wesel festmachen, Samstag geht´s wieder zurück. Unser Elektro-WC läuft seit vier Jahren störungsfrei (schnell auf Holz geklopft) – die Vorstellung, dort operieren zu müssen (sechs Meter langer Schlauch, steigend verlegt, transportiert das Produkt unserer Ernährung in den Tank, dieser Schlauch müsste unten abgeklemmt werden – schlimme Vorstellung) treibt mir bis heute die Schweißperlen auf die Stirn. Zumal ich keine gelernte und auf extreme Stress-Situationen trainierte OP-Schwester an meiner Seite habe. Alles Gute weiterhin von Bord zu Bord – Kalle von der Tremonia 2.0 – http://www.tremonia-2.de

  2. Hallo Kathrin, hallo Peter, für die Toilettenaktion verdient Ihr mehr als nur einen Schrauber-Orden. Allzeit gute Fahrt. Viele Grüße aus dem verregneten Lüdenscheid, Wolfgang

  3. Hallo Weltenbummler,
    um Euer WLAN-/WiFi-Problem etwas zu lösen hätte ich Euch eine SIM-Karte mitgeben können, mit der Ihr zumindest 100 MB für 30 Tage für 3G (Internet per Handy) gehabt hättet.
    Gruß
    Arno, der immer mitliest

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