Wie zu Hause auf der Möhne

 

Lezardrieux 010

Nein, wir haben uns nicht verfahren. Wir sind nicht im Sauerland und haben den Anker nicht auf der halbvollen Möhnetalsperre fallen lassen – auch wenn der Blick aus Florentines Cockpit etwas anderes vermuten lässt. Wir sind einfach nur den Fluss Trieux ein knappes Stündchen hoch geschippert und liegen jetzt im Städchen Lezardrieux mitten im Grünen. Was für ein Unterschied zum Trubel in Saint Malo.

Die Reise von Saint Malo nach Lezardrieux hatte anfangs den Charakter eines Pfingstsonntag-Kaffeeausflugs. Schlappe See, milde Sonne, kein Wind. Nanni schnurrt in ihrem neu isolierten Arbeitszimmer leise vor sich hin, der Autopilot hält den Kurs, und wir lauschen Johann Sebastian Bachs Violinkonzerten aus den Bordlautsprechern. Ab und zu ein Kontrollblick nach vorn und sonst nur Landschaft gucken. Sanft geschwungene Hügel mit hübschen kleinen Dörfern oben drauf und viele Sandbuchten. Für jeden Urlauber eine eigene. Am Nachmittag erwischen wir sogar noch einen zarten Segelwind. Nee, wat ist dat schööön!

Die Segel stehen gerade einmal eine gute Stunde, da wird es plötzlich dunkel. Am Himmel zucken Blitze, der Wind dreht schlagartig um 180 Grad, und vor uns beginnt das Wasser zu kochen. Eine dichte Regenfront versperrt uns den Blick auf das malerische Ufer.

Und jetzt schnell die Segel runter...

Und jetzt schnell die Segel runter…

Der Zeitpunkt hätte nicht blöder gewählt sein können, denn vor uns liegt ein Felsenmeer, das dem Schärengarten vor Göteborg nicht unähnlich ist. Nur dass dort die Felsen glatt und rund sind. Hier in der nördlichen Bretagne geht es etwas zackiger zur Sache.

"Schärengarten" vor der Ile de Brehat und Einfahrt in den Fluss Trieux

„Schärengarten“ vor der Ile de Brehat und Einfahrt in den Fluss Trieux

Darum ein „Hoch!“ auf die moderne Navigationselektronik! So finden wir sicher den Pass durch das Felsenlabyrinth, der uns in den Fluss Trieux führt. Nur schade, dass die Sicht so miserabel ist. Die Schönheit der Ile de Brehat können wir bei der Vorbeifahrt leider nur erahnen. Und auch die grüne Landschaft an den steil ansteigenden Ufern entlang des Trieux können wir nur durch einen Regenschleier bestaunen. Zeitweise fühlen wir uns wie an der Mosel – nur die Weinberge fehlen.

Da freuen wir uns jetzt schon auf die Rückfahrt. Denn morgen soll die Sonne scheinen und dann geht es wieder flussabwärts. Nach einer Stunde werden wir einmal scharf nach links abbiegen in den Passe de la Gaine, und dann geht es nach ein paar Meilern wieder links ab in den Fluss Jaudy. Soweit die Routenplanung. Tréguier heißt unser nächstes Ziel.

Doch zuvor hier noch ein paar Bilder aus Lezardrieux:

Lezardrieux 011

Das ganze Zentrum von Lezardrieux auf einen Blick!

Lezardrieux 007 Lezardrieux 012

Statistik:

Logge seit Heeg: 618 sm

Weg über Grund: 664,6 sm

Saint Malo – Lezardrieux: 48,7 sm

Hafengeld Lezardrieux: 29,- €, Duschen 2 € – Note 4

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2 Antworten zu “Wie zu Hause auf der Möhne

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