Ein Yachthafen mit Hintereingang

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Dies ist die höchste Erhebung an der Küste von Roscoff. Bestimmt 30 Meter…

Yachthäfen haben normalerweise etwas Nestartiges. Sie haben eine Zufahrt und einmal durchgeschlüpft fühlt man sich drinnen rundum sicher und behütet. Hier in Roscoff ist das etwas anders, denn der Hafen hat einen Vorder- und einen Hintereingang, und beide stehen pausenlos offen.

Wie wir ja bereits gestern berichtet haben, ist der Yachthafen in Roscoff brandneu. Es gibt sogar einen Aufzug runter zum Steg und einen kleinen Schwenkkran, um mit dem Rollstuhl an Bord zu kommen. Alles tippitoppi also (mal abgesehen davon, dass es in den Waschräumen keine Haken für Handtücher und für die Kleidungsstücke gibt, die man gelegentlich beim Waschen ablegt). Der Hafen ist nämlich außerdem noch umweltgerecht angelegt. Darum auch der Hinterausgang.

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Der neue Yachthafen von Roscoff, geschützt durch einen Wellenbrecher. Der Haupteingang ist links (im Norden) der Hintereingang rechts.

Das Meer kann so mit der Tide ungehindert durch den Hafen durchströmen. Dadurch sollen Sedimentablagerungen verhindert und die Wasserqualität verbessert werden. Einziger Nachteil: Dadurch dass die Hintertür immer offen steht, haben wir auch dauernd Durchzug im Hafen. Schon jetzt, bei 4 bis 5 Windstärken aus nördlichen Richtungen, pfeift es in den Wanten, als würde draußen vor dem Wellenbrecher ein Sturm im Anmarsch sein.

Direkt vor unserem Hafen befindet sich der Parc Exotique et Botanique de Roscoff. Begünstigt durch den Golfstrom und das milde Ganzjahresklima wachsen exotische Pflanzen hier nämlich auch außerhalb der Gewächshäuser. Überhaupt haben die Bretonen eine Gartenkultur, wie man sie sonst eher in der Grafschaft Kent auf der anderen Kanalseite vermuten würde. Allein im näheren Umkreis von 30 Kilometer befinden sich acht Parks und Gartenanlagen, die man für jeweils sechs bis acht Euro Eintritt besichtigen kann. Weil der Park bereits geschlossen hatte, konnten wir leider nur einen Blick über und durch den Zaun werfen.

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Blick über den Zaun in den …

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… Parc Exotique et Botanique de Roscoff.

Wir haben auch mal wieder die Fahrräder aus der Backskiste geholt und Roscoff erkundet. Der Ort ist gut zehn Gehminuten vom Hafen entweder und hat eine stolze Ausdehnung. Der historische Ortskern hat einen besonderen und eigenen Charakter. In einer Tourismus-Broschüre ist von einem alten Piratennest die Rede. Das müssen fromme Piraten gewesen sein, denn sie haben eine schöne Kirche in den schönen Ortskern gestellt.

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Die Kirche Notre-Dame de Croas-Batz in Roscoff stammt aus dem 16. Jahrhundert.

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Die Putten am Deckengewölbe der Kirche erinnern an Galeonsfiguren. Sollten doch tatsächlich Piraten …

Direkt hinter den Häusern in der Fußgängerzone beginnt das Meer. Der alte Hafen riecht wunderbar nach Muscheln, Schlick und Algen („les lègumes de la mer“). Dieses „Meeresgemüse“ wird hier gerne unter die Lebensmittel gemischt. Darum gab es heute zum Frühstück an Bord von Florentine ein Algenbrot.

Bisher haben wir noch keinen Ort besucht, der einem der von uns vorher angesteuerten ähnelt. Grundelement der bretonischen Architektur ist sicher der Bruchstein, aber auch diesen kann man höchst unterschiedlich verarbeiten und mit anderen Materialien kombinieren.

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Hinter der linken Häuserzeile liegt direkt das Meer.

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Der alte Orskern von Roscoff

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Welche Materialien man nicht kombinieren oder wie man am besten überhaupt nicht bauen sollte, haben wir auf unserer Radtour durch die Neubauviertel von Roscoff aber auch erleben dürfen. Davon gibt es aber keine Bilder. Dies soll doch ein Blog für Seefahrer und Schöngeister sein und bleiben. Darum segeln wir gleich ein paar Seemeilen zurück, nach Morlaix. Dort soll es nämlich auch schön sein – hat man uns verraten.

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