Vorbei am kleinen Buttertopf

Morlaix an der Morlaix

Morlaix an der Morlaix

Dieser kleine Abstecher zurück nach Morlaix hat sich wirklich gelohnt. Spätestens als wir den kleinen Flusslauf der Morlaix erreicht hatten, war auch die erste ruppige Stunde gegen den 6er Wind aus Nord unter Motor schnell vergessen.

Wir hätten niemals vorher gedacht, dass wir mit Florentine jemals einen Fluss befahren würden, der nicht breiter als die Ruhr ist. Hat aber gut geklappt. Die Zufahrt in das Städtchen Morlaix ist jeweils nur eine Stunde vor bis eine Stunde nach Hochwasser durch eine Schleuse möglich.

Der Fluss Morlaix windet sich durch ein malerisches Tal und wird enger und enger und

Der Fluss Morlaix windet sich durch ein malerisches Tal und wird enger und enger und…

Morlaix ist als Seehafen zu Zeiten der Französischen Westindien-Kompanie zu Wohlstand gekommen, und das sieht man dem Städtchen heute noch an. Die Altstadt mit zahlreichen mit Erkern geschmückten Häusern spiegelt noch heute den damaligen Reichtum der Stadt wider. „Das Stadtbild wird von einem weithin sichtbaren, 58 m hohen und 285 m langen Eisenbahnviadukt geprägt, das 1861 errichtet wurde, um die Bahnverbindung von Paris nach Brest fertigzustellen“, schreibt Wikipedia. Und das stimmt. Es ist kaum möglich, in der im Tal der Molaix gelegenen Stadt ein Foto zu machen, ohne dass im Hintergrund dieses Viadukt auftaucht.

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Dies ist eines der ältesten Laternenhäuser weltweit, ein Gebäude, das um einen oben verglasten Innenhof herum errichtet wird (wieder was gelernt!). Es ist das "Maison dite de la duchesse Anne" aus dem 16. Jahrhundert.

Dies ist eines der ältesten Laternenhäuser weltweit, ein Gebäude, das um einen oben verglasten Innenhof herum errichtet wird (wieder was gelernt!). Es ist das „Maison dite de la duchesse Anne“ aus dem 16. Jahrhundert.

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Beim Bummel durch die Stadt haben es uns jedoch nicht nur die kleinen Gässchen angetan. Überall findet man kleine Plätze mit netten Cafés und Brasserien. Wir waren jedoch besonders von einer kleinen Patisserie angetan. In der Auslage lachten uns mal wieder die typisch französischen Törtchen und Küchlein an. Da mussten wir einfach zuschlagen. Sausüß, aber lecker!

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Das Angebot dieser Patisserie hält, was der Laden von außen verspricht. Wir haben es ausprobiert. Sausüß aber lecker!

Nach 24 Stunden haben wir Morlaix bereits wieder verlassen. An der Ile de Batz vorbei haben wir den Bug Richtung L’Aber Wrac’h gerichtet, der „Hexenmündung“ (Wrac’h; bretonisch: die Hexe). 30 der 45 Seemeilen absolvierten wir spielerisch mit einem frischen Rückenwind. Zum Schluss legte der Wind jedoch noch einmal eine Schippe drauf und schickte uns dazu noch beeindruckende Wellen von hinten und von der Seite. Florentine kam heftig ins Rollen, und in den Schränken unter Deck begann alles zu poltern und zu klimpern. Zum ersten Mal wurden wir einem Test unterzogen, ob wir wohl auch alles seegerecht verstaut haben. Haben wir – mal abgesehen von ein paar Zwiebeln, die durch den Salon geflogen sind! An der Lärmkulisse unter Deck müssen wir bei solchen Bedingungen allerdings noch arbeiten.

Und jetzt liegen wir in der idyllischen Naturbucht von L’Aber Wrac’h in einer Marina und der Wind tut so, als sei nie etwas gewesen. Was uns die Umgebung sonst noch zu bieten hat, werden wir gleich mit unseren Klappfahrrädern erkunden.

L'Aber Wrac'h

Die Tonnen und Seezeichen haben in Frankreich alle Namen. Dieses Seezeichen heißt „Petit Pot de Beurre“ – der kleine Buttertopf. Der große Buttertopf steht übrigens ein paar Meter weiter und ist rot.

L'Aber Wrac'h 001

L’Aber Wrac’h (die Hexenmündung) ist ein Wassersportparadies, nicht nur für Fahrtensegler sondern auch für Jollen- und Katamaransegler, Surfer, Kajakfahrer und Ruderer.

 

Ein paar Stunden später: Die Bucht mit ihrem Hafen und den zahlreichen kleinen Restaurants ist die Attraktion schlechthin in der Umgebung. Die Nachbardörfer sind gesichtslos. Es war trotzdem eine schöne Radtour über Land.

 

Statistik:

Logge seit Heeg: 729 sm

Weg über Grund: 791 sm

Roscoff – Morlaix: 13 sm

Morlaix – L’Aber Wrac’h: 44,5 sm

Hafengeld Morlaix 25,- €, Duschen 2 € – Note 3

Hafengeld L’Aber Wrac’h 28 €, Duschen 0 €, Note 3-

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Eine Antwort zu “Vorbei am kleinen Buttertopf

  1. Haben dort mal in carantec genächtigt, 2 Sterne Restaurant patric joffrey oder so ähnlich. Zimmer mit Blick auf die Bucht von morlaix, grandioses Essen und Hotel. Weiter alles Gute, interessantes Blog.
    Gruß Detlef s. Aus do

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