Esel im Schlafanzug

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Und wieder ein Segeltag vom feinsten, mit raumem Wind von 4 Bf lassen wir uns vom Turbo entlang der Küste zur Île de Ré ziehen und kommen gerade rechtzeitig an, bevor das Tor zum Tiefwasserhafen öffnet. Dann beginnt das Stapeln: der Hafenmeister muss ein erfahrener Tetris-Spieler sein, hier werden die Schiffe noch enger gepackt als im Six-Haven in Amsterdam. Vorne noch 30 cm bis zum nächsten Schiff und hinten noch 20 cm. Das Ganze bei nettem Seitenwind von 16 kn. Das verspricht Hafenkino und hält das Versprechen auch. Leider wurden wir auch Opfer dieses Spektakels, der Franzose, der sein Anlegemanöver bei uns vergurkte, hinterließ eine verbogene Relingstütze. War aber nett, in Sack und Asche und hat den Schaden beglichen. Da gibt’s mal wieder was zu reparieren, war schon lange nichts mehr kaputt…..

Sonntag haben wir es uns bei Dauerregen und böigem Wind unter Deck gemütlich gemacht, so gemütlich, dass wir beinahe das Endspiel verpasst hätten. Wir dachten, es finge wie die Spiele vorher um 22 Uhr an und machten uns so um 21:20 mal auf den Weg, um auch sicher noch einen guten Platz in der Bar zu bekommen. Auf dem Weg hörten wir schon die ersten kollektiven Aufschreie und als wir die Bar erreichten, saßen die Leute in Zehnerreihen auf dem Trottoir. Wir haben uns eingereiht und mit verrenktem Hals das Restspiel von außen durch die Fenster der Bar verfolgt. War ja trotzdem noch lang genug! Das französische Publikum stöhnte für die Argentinier genauso wie für die Deutschen, Thomas Müllääär und Manüäl Neuäär wurde skandiert und die Umstehenden freuten sich mit uns über den Sieg.

Heute ist französischer Nationalfeiertag und wenn man über die Insel wandert, denkt man, es sei der nationale Tag des Radfahrens. Ströme von radelnden Familien mit Oma, Kind, Kegel und Hund klingeln einen beiseite. Wir umrunden die Zitadelle, in der im zweiten Weltkrieg Widerständler interniert waren, heute sind es „nur noch“ gewöhnliche Strafgefangene. Wir werfen einen Blick auf die trockengefallene Hafeneinfahrt und besichtigen schon mal von Land aus unseren Ankerplatz für heute Nacht.

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St. Martin de Ré hat nicht nur eine Zitadelle zu bieten, sondern auch eine Kirche mit wunderbar erhaltenen alten Fenstern, eine Hafenpromenade mit Cafés und Restaurants und viele weiße oder pastellfarbene Häuser, die gepflegt vor sich hin gammeln. In den Gassen blüht es und wir merken, dass wir nach Süden kommen, nicht nur Stockrosen, sondern auch Lavendel und Oleander sehen wir.

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Früher gab es hier Salzgärten, die von Eseln beackert wurden. Diesen Eseln zog man zum Schutz vor Insekten karierte oder gestreifte Hosenbeine an. Die Salzgärten sind verschwunden, aber die Esel im Schlafanzug, die gibt es noch. Inzwischen dürfen Touristen eine Runde darauf reiten.

Nun warten wir, dass das Wasser wiederkommt und wir den Hafen verlassen können, um die Nacht vor Anker zu verbringen. Wir schauen uns das Feuerwerk zum Nationalfeiertag draußen von See aus an. Morgen geht es weiter nach La Rochelle, ist nur einmal kurz um die Ecke, etwa eine Stunde entfernt.

Rettungsboot im Hafen von St. Martin de Ré: Allzeit bereit für den Rettungseinsatz auf hoher See? Wir haben in diesem Fall so unsere Zweifel.

Rettungsboot im Hafen von St. Martin de Ré: Allzeit bereit für den Rettungseinsatz auf hoher See? Wir haben in diesem Fall so unsere Zweifel.

Statistik:

Logge seit Heeg: 1059 sm

Weg über Grund: 1127 sm

Les Sables d‘Olonne – Ile de Ré: 27 sm

Hafengeld Ile de Ré 31 €, Duschen 0 €, Note 2

 

 

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