Adieu la France – Bienvenida Espana

Der Hafen von Bilbao. Blick aus dem Cockpit kurz nach unserer Ankunft.

Der Hafen von Bilbao. Blick aus dem Cockpit kurz nach unserer Ankunft.

Mittags mit Hochwasser verlassen wir die Île d´Oléron und Frankreich, gut gerüstet für unseren ersten größeren Schlag. Alle Tanks sind voll, der Kühlschrank auch, zur Not könnten wir problemlos zwei Wochen auf dem Wasser überleben. Ein frisches Brot haben wir gebacken, Kartoffelsalat wartet im Kühlschrank, damit wir nicht unbedingt kochen müssen. Vielleicht ein bisschen übertrieben für eine Strecke von etwa 180 sm?

Die ersten 14 Stunden können wir flott segeln mit halbem Wind und etwa ein bis zwei Meter Welle. Doch nachts um zwei schläft der Wind ein – die Wellen aber nicht. Die Segel schlagen fürchterlich und Florentine wackelt mit dem Mast, wenn das Großsegel in den Wackel-Wellen mit Karacho die Seite wechselt. Diese Material mürbende Schlägerei wollen wir uns und Florentine nicht lange antun. Also darf die Nanni ran. Peter hält tapfer die erste Hälfte der Nacht durch bis um drei, dann ist Wachwechsel. Wir tuckern durch den etwa zwei sm breiten Korridor zwischen zwei militärischen Schießgebieten und außer einem verirrten Fischer begegnen wir niemandem. Der Wind lässt uns leider komplett im Stich, aber ein Gutes hat das auch, die Schaukelei wird bis zum Sonnenaufgang weniger.

Am nächsten Morgen überfliegt uns eine Militärmaschine und funkt uns anschließend an, um uns mitzuteilen, dass wir uns am Rande einer „prohibited Area“ befänden. Als ob wir das nicht gewusst hätten… Wir geben unseren Kurs durch, der Funker bestätigt ihn als „excellent“ und wir dürfen weiterfahren. Später hören wir dann vereinzelte Detonationen aus der Ferne. Kriegsschiffe sind aber nirgends in Sicht. Im Korridor ist niemand außer uns und zwei großen Delphin-Opas von bestimmt 3-4 Meter Länge, die ganz gemächlich unseren Kurs kreuzen. Für Sprünge oder Saltos waren die beiden wohl schon zu alt.

Mit dem anfangs guten Wind waren wir deutlich schneller als gedacht, und so fangen wir an zu rechnen. Wenn wir weiter im Spritsparmodus tuckern, kommen wir mitten in der Nacht an, und das in einen fremden Hafen, och nööö. Also Hebel on the table und Gas gegeben. Und so schaffen wir es gerade mit dem letzten Büchsenlicht um 22:00 in den riesigen Hafen von Bilbao. Darin müssen wir allerdings noch etwa 3 sm fahren, bis wir ganz am Ende bei den Yachthäfen angelangt sind. Wir lassen im Dunkeln unseren Anker im Hafenbecken fallen, zischen ein kühles Ankunftsbier und gucken uns um. Dann fallen wir in die Koje und schlafen den Schlaf der Gerechten.

Heute morgen sehen wir den Hafen dann bei Tageslicht, sieht ganz anders aus. Wir verholen uns mittags in den königlichen Yachtclub, alle sehr freundlich hier (auch die spanischen Mücken haben Kathrin sofort herzlich willkommen geheißen) und einen Pool gibt’s auch.

Bilbao 005a

Bilbao 006a

Statistik:

Logge seit Heeg: 1256m

Weg über Grund: 1331 sm

Île d´Oléron – Bilbao: 175 sm

Hafengeld Bilbao Real Club nautico , Duschen 0 €, Note 1

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6 Antworten zu “Adieu la France – Bienvenida Espana

  1. buenas tardes in Espanpania und Namaste aus Indien
    Schön das eure Reise über die Biskaya so entspannt war.
    Also, für Bilbao da muß man sich Zeit nehmen!!
    Die Altstadt unbeschreiblich schön, manchmal morbide aber mit Charme.
    Das Guggenheim Museum von außen eine Wucht, man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus,
    Nehmt euch Zeit diese wundervolle Stadt für euch zu entdecken!
    Ich hatte leider nur einen Nachmittag Zeit auf einer Dienstreise Richtung Santander ( Auch schön ! )und wie man’s an meiner Beschreibung merkt, bin ich in diesem kurzem Moment des Eintauchens völlig fasziniert gewesen von dieser tollen Stadt.
    Aber das ist nun mal rein subjektiv betrachtet.
    LG aus Delhi

    Jochen

  2. Ihr Lieben,
    bei solch einer Schaukelei hilft nur eine ordentliche Kanne Absinth – ich dachte, ihr wüsstet das!? Und überhaupt: Woran habt ihr gesehen, dass es sich um zwei Opas handelte, die euren Kurs kreuzten????
    Wir grüßen euch herzlich,
    Malte, Sille und Toni (zur Zeit nach Schaukelunfall mi Gehirnerschütterung im Krankenhaus).

  3. Liebe Frau Schröder,
    lieberHerr Schröder,

    ich stehe mit der Kommentarfunktion auf Kriegsfuß. Dies ist mein dritter Anlauf.
    Dabei will ich nur sagen, dass auch ein Justiziar von Funke, seines Zeichens überzeugter Kaffeesegler, mit Begeisterung diesen Blog verfolgt,

    Mast- und Schootbruch!

    Ralf Geppert

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