Eine Lobhudelei auf alles, was mit Port… beginnt

Früher wurden mit diesen Lastkähnen die Portweinfässer aus den höher gelegenen Weinanbaugebieten den Douro hinab bis zu den Kellereien von Porto und Gaia geschippert.

Früher wurden mit diesen Lastkähnen die Portweinfässer aus den höher gelegenen Weinanbaugebieten den Douro hinab bis zu den Kellereien von Porto und Gaia geschippert.

Wir können uns wirklich nicht beklagen, dass wir im bisherigen Verlauf unserer viermonatigen Reise irgendwo nicht freundlich empfangen worden sind. Im Gegenteil! Doch die Portugiesen scheinen in der Kategorie Gastfreundschaft die Meisterschaft anzustreben. Schon bei unserer Ankunft in Viana do Castelo wurden uns bei unserer Ankunft die Festmacherleinen vom Marinapersonal förmlich aus der Hand gerissen, und ungefragt erhält man einen kleinen Begrüßungsvortrag über alles Wissenswerte: Da sind die Duschen. dort gibt es WiFi und der nächste Supermarkt ist daundda… Noch Fragen? Ich bin immer gerne für euch da!

Doch in der fast noch nigelnagelneuen Douro-Marina von Porto wurde das alles noch getoppt. Nach der zügigen Erledigung des üblichen Papierkrams, legt die Frau im Hafenbüro ungefragt einen Stadtplan von Porto auf den Tresen, da sie annehme, dass wir uns doch sicher die Stadt ansehen wollen. Jau! Und dann legt sie los und entwirft für uns in den folgenden 15 Minuten einen detaillierten Besichtigungsplan einschließlich der passenden Buslinien mit den entsprechenden Abfahrtszeiten. Dann legt sie noch einen Gutschein für den kostenlosen Besuch des Churchill-Portweinkellers mit anschließender Verkostung obendrauf. Sie zeigt uns auf dem Stadtplan, jedoch auch die anderen Portkeller. Dann würde es aber halt ca. 5 Euro Person kosten. Anschließend geht sie mit uns in die Duschräume, und zeigt uns auch gleich, wo wir die Waschmaschinen finden. Als wir nach einem Bäcker in der Nähe fragen, lächelt sie nur verschmitzt: Wir mögen uns doch einfach morgen früh überraschen lassen. Tatsächlich steht am nächsten Morgen um Viertel nach Acht ei n Mann mit einer Brötchentüte an unserer Reling. Dieser tägliche Brötchenservice ist obendrein noch kostenlos, bzw. im Hafengeld bereits enthalten.

Dem Rat der freundlichen Empfangsdame folgend, besteigen wir am nächsten Morgen um 5 nach 10 den Bus der Linie 14, machen für 1,80 € pro Person eine ausgiebige Stadtrundfahrt durch Gaia bis wir schließlich den Douro auf einer seiner imposanten Brücken überqueren und den Bus an der Endstation in der Oberstadt von Porto in der Nähe der Kathedrale und des Bahnhofs mit seiner weltbekannten, weil musealen Fliesenmalerei verlassen. Anstelle einer ausufernden Nacherzählung aus dem Reiseführer gibt es hier nur ein paar Bilder zum Appetit anregen – verbunden mit der ultimativen Ermunterung, Porto unbedingt einmal zu besuchen. Diese Stadt muss man gesehen haben!

Porto 057

Die Bushaltestelle der Linie 14 befindet sich in unmittelbarer Nähe der Douro Marina. Dort befindet sich auch ein öffentlicher Waschplatz, wo die Wäsche von den alten Frauen aus dem Ort noch von Hand gewaschen und anschließend in der Sonne getrocknet und gebleicht wird.

Porto 061

Die mit „Azulejos“ (kunstvoll bemalte Fliesen) ausgestattete Vorhalle des Bahnhofs São Bento

Porto 066

Bummel durch die Markthalle „Mercado do Bolhao“

Porto 073

Kaffeepause im Café Majestic, einem der ältesten Kaffeehäuser der Stadt…

Porto 072

… im herrlich plüschigen Jugendstil

Porto 077

Ein Blick von der Kathedrale über die Dächer der Stadt

Porto 081

Nach dem Mittagessen in einem der urigen lokale am Ufer des Douro sind wir von Porto auf die andere Uferseite nach Gaia gewechselt, wo sich die weltbekannten Portweinkeller befinden. Für den Wechsel der Uferseite bietet sich ein Spaziergang über die Brücke „Ponte Dom Luis I“ an. Von dort aus hat man einen phantastischen Ausblick auf den Douro…

Porto 083

… auf die Portweinkeller von Gaia …

Porto 084

… und auf die Stadt Porto.

Porto 088

Blick von Gaia auf Ribeira, die Altstadt von Porto, die seit 1996 als Weltkulturerbe anerkannt ist.

Porto 090

Die Dom-Luís-Brücke (Ponte Dom Luís I) verbindet Porto mit Vila Nova de Gaia (Hauptstadt des Portweins) auf der Südseite des Douro. Die Brücke wurde von einem Eiffel-Schüler entworfen und im Jahr 1886 fertiggestellt.

Porto 091

Kathrin und ihr Schwager Stefan bei der Besichtigung eines Portweinkellers…

Porto 096

… mit anschließender Verkostung. Zusammenfassung der ausführlichen und persönlichen Examination: 1. Man kann den Preisunterschied schmecken; 2. Auch guter Portwein kann schwindelig machen. Ergo: Nun wohnen auch ein paar Flaschen Portwein in Florentines Bordbar.

 

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2 Antworten zu “Eine Lobhudelei auf alles, was mit Port… beginnt

  1. Sind die Portugiesen nicht wunderbar? Total nett, aber wesentlich unaufdringlicher als die Spanier. Durch die ewige Freundschaft zu England sprechen auch viele Menschen in Portugal englisch und man kann sich endlich mit den Einheimischen verständigen.
    Für mich persönlich war Portugal die Entdeckung unserer Auszeit.
    Viel Spaß mit den Gästen und ich drücke Euch die Daumen, dass das Wetter sich von der besten Seite präsentiert.
    Petra

  2. Hach, ein weiterer schön geschriebener und bebilderter Beitrag. Hab ich gleich nach dem Sonntagsdienst gelesen und überlege, morgen vielleicht mal eine Flasche Portwein zu apportieren. Ich glaube, Ihr macht alles richtig. Muss aber jetzt aufhören und vor die Tür und Holz reinholen. Einen Kachelofen hat Florentine aber nicht, gell?
    LG Florian

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