Nichts geht über die regionale Küche – SemmelN-KnödelN in Porto

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Nachdem das Marinapersonal drei Tage gebraucht hat, um zu realisieren, dass wir nicht mehr zu fünft, sondern nur noch zu zweit an Bord sind, herrscht bei uns ein erheblicher Überfluss an altbackenen Brötchen. Wegwerfen geht gar nicht, Möwen füttern geht auch nicht (anschließend muss man das Boot putzen und zieht sich den Zorn der Stegnachbarn zu), die „Müllfische“ im Hafen füttern geht auch nicht, obwohl die sicher begeistert gewesen wären. Aber der Käptn sagt mit seligem Lächeln: da könnte man doch…. Und frau kann und macht echte bayrische Semmelnknödeln. Jetzt, wo wir wieder Gas im Überfluss haben, ist das alles kein Problem. Auch ein Gulasch ist noch dabei rausgesprungen.

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Ein seliger Käptn

Hat sich der Käptn aber auch redlich verdient: Kaum wieder alleine an Bord, gab es doch mal wieder was zu reparieren und zu schrauben. Unser Besuch hatte uns nämlich neben zwei Kilo Haribo Colorado auch ein Päckchen mit verschiedenen Kabeln aus Deutschland mitgebracht, die wir weder in Frankreich noch in Spanien käuflich erwerben konnten. War fast so eine Suche wie nach der Wiederbefüllung der Gasflasche.

Die elektrische Toilette wurde komplett neu verkabelt. Sie neigte dazu, nach einer Nacht vor Anker den Dienst zu verweigern, obwohl die Batterien noch randvoll geladen waren. Also irgendein Problem mit zu geringer Spannung wegen rotter Kabel. Inzwischen ist der Käptn echt schnell im Auseinander- und Zusammenbauen. Am nächsten Tag war das Antennenkabel für die noch in Betrieb zu nehmende Kurzwellenanlage dran, diese Baustelle ist noch nicht beendet.

Gestern dann ein Ölwechsel am Motor und der erste Wechsel der Dieselfilter. Ihr erinnert Euch, die Nanni ist funkelnagelneu. Das Werkzeug zum Filterwechsel, ein Lederspanngurt mit Griff war auch ganz neu. Der Ölfilter saß aber sooo fest, dass der Filterschlüssel kapitulierte. Muss wohl eher ein Billigteil gewesen sein. Der Filter hat jedenfalls gewonnen, zumindest kurzfristig. Dann hat Kathrin in der Werft mit freundlichem Lächeln einen Mechanico aufs Schiff gelockt, und der hatte erstens Zeit und zweitens das RICHTIGE Werkzeug. (Wir haben postwendend per Skype bei Freund Klaus-Peter auch so einen Profi-Filterschlüssel als Mitbringsel geordert).

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Gutes Werkzeug ist einfach Gold wert

Jetzt warten wir noch auf einen Spezialisten für unseren Autopiloten, der macht nämlich auch Zicken. Interessanterweise zeigt er immer eine Abweichung von 110 Grad an und noch interessanter: er hat eine Funktion an den Tag gelegt, die werksseitig nur für die Berufsschifffahrt vorgesehen ist, eine Watch-Funktion. Ist sowas ähnliches wie der Knopf für den Lokführer, den dieser immer betätigen muss, damit er nicht einschläft. Unser Autopilot jedenfalls verrichtet zwar seinen Dienst, aber er piept alle fünf Minuten und möchte Aufmerksamkeit. Ist ja für nachts keine schlechte Idee, aber tagsüber nervt das ziemlich. Der Gedanke, dass das über den Atlantik drei Wochen lang so geht, ist nicht wirklich prickelnd. Und irgendwie schwindet auch das Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Teils. Wir sind also gespannt auf die Diagnose des Raymarine-Spezialisten und werden weiter berichten.

Dieses Ahoi müsste eigentlich in der Kategorie „Nerd-Talk“ abgespeichert werden, aber Ihr müsst ja auch wissen, wie wir unsere Hafentage so rumkriegen. Nicht zu vergessen ist auch der Kampf um die einzige Waschmaschine im Hafen. Hier herrscht immer mal wieder hohe Luftfeuchtigkeit mit dickem Nebel trotz Wind und Sonne, wo kein Geschirrhandtuch trocknen will. Wenn es also mal sonnig und klar ist, entbrennt ein Waschwettbewerb nach dem Motto: wer zuerst da ist…. Britisches Schlangestehen ist hier nicht in Mode. Wenn frau also nicht zum nahegelegenen steinernen Handwaschplatz zu den portugiesischen Damen mit Kittelschürze will, bleibt nur eins: sich mit einem Buch vor die Waschmaschine setzen und warten, bis sie frei ist und dann ganz schnell zuschlagen. Aber so lernt man auch Leute kennen! Und trifft welche wieder, die man zuletzt vor sechs Wochen auf einer der französischen Inseln gesehen hat:  „I think, we met before?“

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Die Douro Marina in Porto

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3 Antworten zu “Nichts geht über die regionale Küche – SemmelN-KnödelN in Porto

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