Abenteuer vor Anker

Erst vor einer Woche offiziell eröffnet, aber schon fast ausgebucht: die neue Marina Lanzarote in Arrecife.

Erst vor einer Woche offiziell eröffnet, aber schon fast ausgebucht: die neue Marina Lanzarote in Arrecife.

Inzwischen sind wir in unserem Basislager vor der Atlantiküberquerung angelangt, der nagelneuen Marina Lanzarote in der Hauptstadt Arrecife. Die Marina wurde erst vor einer Woche offiziell eröffnet und ist so neu, dass noch nicht alles funktioniert. In den Duschen fehlt noch die Deckenverkleidung, die Tankstelle ist noch nicht fertig, die Waschmaschinen wurden am Tag unserer Ankunft angeschlossen – kurz, wenn hier mal alles fertig ist, dann wird es richtig schick. Die Hafenmeile besteht aus zwei Dutzend Shops, von denen allerdings die Hälfte noch im Aufbau ist. Der Burger-King funktioniert schon und ist offensichtlich die Attraktion für die Einwohner Arrecifes, die allabendlich mit Kind und Kegel vor und auf den Stegen flanieren gehen.

Die Marina ist voll mit Langfahrtseglern aus aller Herren Länder, die sich hier auf den Sprung über den Atlantik vorbereiten oder hier überwintern wollen. Kontakt hat man sofort und es gibt auch gleich viele Tipps zu Einkaufsmöglichkeiten und Besichtigungs-Musts.

Doch wir müssen noch einen Bericht von unseren Ankertagen vor La Graciosa nachliefern. Wir wollten noch mal ausgiebig die Seele und die Füße baumeln lassen und baden, am liebsten einsam. Beides war uns nicht vergönnt, weder die Einsamkeit noch die Entspannung. In der Ankerbucht, der einzigen, in der man im Naturschutzgebiet La Graciosa ankern darf, drängten sich die Boote. Auch nachts kamen oft noch welche dazu. Unter anderem ein Charterboot mit drei jungen Männern, die morgens mit einem schlaffen Beiboot an den Strand fuhren und sich auf den 40-minütigen Weg in den Ort machten. Ihr Schiff hatten sie nachts vor uns geparkt, in einem ausreichenden Abstand. Dann frischte der Wind auf und als wir mal wieder einen Blick nach vorne warfen, war der Abstand nicht mehr ausreichend, sondern besorgniserregend. Der Anker hielt nicht mehr und das Charterboot bewegte sich nach Murphys Gesetz direkt auf uns zu, alle fünf Minuten einen Meter näher.

Wir brachten als erstes alle Fender auf die angepeilte Kollisionsseite, holten das Nebelhorn heraus und gaben Alarm, in der Hoffnung, die Crew sei am Strand. Alarmiert haben wir aber nur die Besatzung eines anderen deutschen Bootes, die uns per Dinghi zu Hilfe kam. Zu viert haben wir es geschafft, das auf uns auflaufende Boot abzufendern und mit Festmachern seitlich an uns anzubinden, Gott sei Dank ohne größere Schäden. Dann begann für uns das Warten. Immer ein Auge auf dem Kartenplotter und dem Tiefenmesser, hält unser Anker die beiden Boote oder nicht? Wann kommt die Besatzung wieder? Wir wechselten uns stündlich in der Ankerwache ab, da die Sonne direkt ins Cockpit brannte und wir es bei 5 Windstärken nicht wagten, zusätzlich noch ein Schattensegel zu setzen, um unseren Anker nicht noch mehr zu belasten.

Als die drei Chartersegler am späten Nachmittag von ihrem Ausflug zurückkamen, war deren Überraschung groß und die Dankbarkeit ebenfalls. Achteraus gab es nämlich ein paar hübsche Lavafelsen, auf denen ihr Boot sonst gelandet wäre. Mit einem warmen Händedruck und zwei kühlen Bieren bedankten sie sich und gruben dieses Mal gleich zwei Anker ein, um auf Nummer sicher zu gehen. Soviel also zu ruhigem Seele-baumeln-lassen vor Anker.

Graciosa 062

Der Anker dieser spanischen Charteryacht hat nicht gehalten, …

Graciosa 064

… also haben wir sie eingefangen und längsseits an Florentine festgemacht. Ansonsten wäre das Schiff auf die nahen Felsen gedriftet.

Hier in Arrecife beginnen jetzt die Einkäufe und letzten Reparaturen. Unser Abreisetermin steht schon fest, am 16.11. werden wir mit der Atlantic Odyssey von Jimmy Cornell Richtung Martinique starten ( http://www.cornellsailing.com ) . In der Woche davor wird es hier Seminare und einen Sicherheitscheck geben und natürlich diverse Welcome- und Farewell-Partys. Wir werden berichten…

Wer unseren Weg über den Atlantik online mit verfolgen will, dem sei folgender Link empfohlen (ab 16.11.):

http://cornellsailing.com/sail-the-odyssey/atlantic-odyssey/follow-the-ralley/track-the-boats/

Wir werden, wie alle Teilnehmer einen GPS-Tracker an Bord haben, der unsere Position ein- oder mehrmals täglich übermittelt und dann auf der Website der Atlantic Odyssey dargestellt wird.

Statistik:

Weg über Grund: 2883 sm

Isla Graciosa – Arrecife (Lanzarote): 26 sm

Hafengeld Marina Lanzarote: ca. 18 Euro, Duschen: Note 1-

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Eine Antwort zu “Abenteuer vor Anker

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