Dschungelbuch

Diese Kanone versinkt so langsam im Dschungelboden - Relikt aus der Kolonialzeit.

Diese Kanone versinkt so langsam im Dschungelboden – Relikt aus der Kolonialzeit.

In St. Pierre haben wir nette Deutsche kennengelernt, die schon seit mehreren Jahren mit ihrer Hallberg –Rassy DENEB im Winter die Karibik erkunden. Rainer und Margit haben viele gute Tipps für uns und: Sie wandern gerne. So kommt es, dass wir unsere lahmen Seglerbeinchen in Bewegung setzen und uns von den Beiden die Schönheiten der Insel näherbringen lassen. Und was für Schönheiten.

Direkt bei unserer Ankerbucht gibt es einen Nationalpark mit einem alten englischen Fort mittendrin. Fort Shirley wurde von den Engländern um 1854 aufgegeben, wahrscheinlich wegen der sumpfigen Gegend mit Milliarden von Mücken und den damit verbundenen Krankheiten. Die Mücken sind inzwischen gottseidank Geschichte dank einer Vernichtungsaktion seitens der Regierung. Das Fort und seine umliegenden Anlagen dämmerten im Regenwald bis Anfang der Achtziger vor sich hin, dann wurde ein Teil aufwändig restauriert und rundherum der Cabrits Nationalpark ausgewiesen. Das Tolle daran ist, man kann im Nationalpark wunderbar durch den Regenwald wandern, über Wurzeln und Steine, vorbei an Black Crabs und Echsen, und mittendrin findet man noch alte Ruinen aus der englischen Zeit. Unrestauriert und dem Regenwald überlassen. Da wachsen armdicke Wurzeln durch das Gemäuer, Lianen hängen herunter und wenn man wie Pippi Langstrumpf ein Sachensucher ist, dann findet man überall Scherben von dem chinesischen Porzellan, von dem die englischen Offiziere gespeist haben. Auch Glasscherben von den Weinflaschen haben wir gesehen und einen ganzen Raum voller alter Musketenkugeln. Gleich kommt Jack Sparrow um die Ecke….

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Kathrin mit unseren Dschungelguides Margit und Rainer von der DENEB in den Ruinen eines verlassenen Forts. Ein magischer Ort.

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Nachdem wir unseren Füßen einen Tag Ruhe gegönnt haben, folgte gestern Teil zwei des großen Wanderabzeichens von Dominica: Ein, wie von Rainer beschrieben, ebener breiter schattiger Weg durch den Regenwald zu einer einsamen Bucht im Norden, der Douglas Bay. Eben war der Weg anfangs noch und auch als solcher zu bezeichnen. Aber dann müssen wir eine Abzweigung verpasst haben oder es hat sich alles in den drei Jahren, die vergangen sind, seit die beiden das letzte Mal hier waren, doch etwas verändert. Der Dschungel wächst ja ständig vor sich hin… Es war dann eher ein Hauen und Stechen seitens des Gebüschs, während wir durch das Unterholz brachen. Aber spannend war es und das Bad in der wirklich einsamen Bucht haben wir uns redlich verdient.

Verschwitzt und voller Spinnweben, mit Zweigen in den Haaren und Mückenstichen und Kratzern an Armen und Beinen stolperten wir an den Strand – ein Traum! Sand, Kokospalmen und türkises Wasser und alles nur für uns alleine! Die Kokospalmen inspirierten den alten Jäger- und Sammlertrieb bei den Männern, man muss ja auch im Regenwald überleben können. Rainer hatte eine Machete dabei und so erfüllte sich für Peter ein Kindheitstraum: Er öffnete seine erste frische Kokosnuss direkt unter einer Palme. Übrigens eine ganz schön anstrengende Geschichte, wenn man ungeübt ist. Nicht so sehr das Knacken der Kokosnuss selbst, sondern das Entfernen der natürlichen „Umverpackung“ mit einem Berg von Kokosfasern unter der ersten Hülle. Das Wasser aus der Nuss und das saftige Fleisch haben wir redlich geteilt. So eine Machete muss auf jeden Fall her! Die Reste der Kokosnüsse (ja, es waren dann doch mehrere) haben abends in geraspelter Form unser Abendessen verbessert: Kokoscurry

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Peter beim Aufentern einer „Trainingspalme“ mit Trittstufen. Man kann die reifen Kokosnüsse aber auch am Strand aufsammeln.

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Das schwierigste beim Öffnen einer Kokosnuss ist die Entfernung der ersten Hülle, eine Art „Umverpackung“ mit einer Unmenge von Kokosfasern. Rainer zeigte Peter, wie man die Machete richtig einsetzt. Und…

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Geschafft! Peters erste selbst geschlachtete Kokosnuss.

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Und, wie schmeckt’s Kathrin? Saulecker!

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Blick auf die Douglas Bay

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Blick auf unseren Ankerpatz in der Prince Rupert Bay von Portsmouth auf Dominca

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Karibischer Sanitärgroßhandel

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Warum mussten wir bei diesem Anblick an unseren Freund Andreas denken…

Statistik:

Portsmouth (Dominica) : Hafengeld keines (Ankern)

Logge gesamt seit Heeg: 6510 sm

Duschen: Wasserflasche

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4 Antworten zu “Dschungelbuch

  1. Liebe Florentines, ich verfolge Eure Berichte. Sie sind immer erfrischend und bringen schöne Erinnerungen zurück. Die Bootsmesse ist vorbei. Rechtzeitig vorher hatte ich mir auf La Palma beim Start der Atlantic Odyssey II eine deftige Erkältung geholt. Habe viele neue Segler auf der Messe kennen gelernt, die in Euren/meinen Heckwasser segeln werden. Machts gut … und immer einen kleinen T-Punch gegen die bösen Geister!!
    Euer Klaus Hympendahl

  2. Hallo, Ihr Lieben.
    Was mir gerade einfällt: Könntet ihr nicht – für alle Fälle – eine der alten Kanonen auf die Florentine packen? Sähe doch bestimmt ganz gut aus, würde euch für allzu aufdringlichen Boatboys schützen – und dem ohnehin mit Macheten bewehrten Käptn zusätzlichen „Wummmmmmms“ verleihen.
    Liebe Grüße
    Malte

  3. Gruß aus dem ewig sonnigen, aber nachts sehr kalten Lagos/Algarve!
    Ohh, auf Dominica wandern – wilde Natur! Ich glaub, da sollten wir auch mal hinfahren…
    Wir hatten AQUARIA für zwei Wochen verlassen und sind auf Teneriffa (im Schnee, aber nicht nur) und auf Gomera (im Nebel, aber auch bei Sonne) gewandert. Auch sehr schön, aber nicht ganz so exotisch.
    Nun aber zurück an Bord und der Heizlüfter läuft und uns wird so richtig warm, wenn wir Eure Abenteuer lesen.

    Uwe und Dorothea
    SY AQUARIA

  4. Hi Kathrin, seit geraumer Zeit „begleite“ ich auf sicherem Boden eure Tour. Aus Dortmund schicke ich herzliche Grüße und ….immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel! Lilo

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