Florentine duscht

Jolly Harbour Beitragsbild

Zwei bzw. drei Reisetage bis Sint Maarten, wo uns Jakob und Jana wieder verlassen.

Jolly Harbour 52

Jolly Harbour am Strand

 

Jolly Harbour 002

Unseren Kindern gefällts

 

Nach St. Kitts 50Seemeilen vor dem Wind, teilweise mit Motorunterstützung, weil wir vor dem Sonnenuntergag noch ankommen wollen. Wir ankern in einer Bucht mit klarstem Wasser, klarieren aber gar nicht ein, weil wir am nächsten Morgen früh weiter wollen.

St Kitts 1

Der nächste Tag bringt uns nach der Abdeckung von St. Kitts feinen Segelwind für den 50-Meilen-Trip bis nach St. Bart. Kurz vor der Ansteuerung zur Hauptstadt Gustavia sehen wir die ersten Wale unserer Reise. Jakob identifiziert sie als Blauwale. Sie winken mit den Bauchflossen, die wie riesige Surfbretter aussehen.

In St. Bart wollen wir eigentlich an Land, aber der Hafen ist voll und auch das Ankerfeld vor der bvHauptstadt ist ausgebucht, schaukelig und eng. So fahren wir noch ein paar Meilen weiter nach Norden in die Anse de Colombier, eine Bucht, die früher den Rockefellers gehörte. Die wussten auch, wo es schön ist.

St Barts 6

Anse de Colombier in St. Bart

 

St Barts 3

Das Anwesen der Rockefellers

 

St Barts 2

Die Hauptstadt Gustavia

 

St Barts 8

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Wir baden ausführlich

 

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Inzwischen ist hier Naturpark, es gibt gelbe Mooringbojen, damit keiner seinen Anker werfen muss und das Seegras wächst wieder und ist Lebensraum für Schildköten und zahlreiche Fische. Ein Schnorchelparadies. Auch hier lassen wir unsere Flagge Q oben und klarieren gar nicht ein, sondern fahren am nächsten Morgen weiter nach Sint Maarten. Die Bucht von Philipsburg haben wir uns ausgesucht, weil der Cruising Guide schreibt, hier gäbe es eine nette Marina und Ankermöglichkeiten und nette Läden und nette Restaurants.

Was es aber hier zu allererst mal gibt, ist der Anleger für die Kreuzfahrtriesen. Als wir ankommen, liegen vier davon am Steg. Zusätzlich noch ein paar Mega-Motoryachten mit eigenem Helikopter. Die Bucht selbst wird schnell flach, das Ankerfeld ist klein und schaukelig, auch durch die vielen Wassertaxis, die die Kreuzfahrer in die Stadt bringen, damit sie nicht 3 km zu Fuß laufen müssen. Wir werfen erst mal Anker und überlegen. Die nächsten Tage soll es ordentlich blasen, also beschließen wir, uns in die Marina zu verholen. Groß ist sie nicht und auf unsere Funkanrufe antwortet auch keiner. Erst als wir schon einmal drin rumgekreist sind, kommt ein Marinero und weist uns eine Box zu. Hier liegt man an schrägen Betonpiers und wir merken zum ersten Mal, dass es auch hier Ebbe und Flut gibt. Wasser und Strom kosten extra, die Duschen sind verdreckt und von Hilfsbereitschaft keine Spur. Auch das Einklarieren im schmuddeligen Handelshafen dauert.

Die „JaJas“ (Jakob und Jana) kommen von einem ersten Stadtbummel frustriert zurück, sie mussten sich die Straßen mit 10 000 Kreuzfahrtpassagieren teilen. Andenkenladen reiht sich an Flipflopgeschäft an Juwelier und an Dutyfreeshop. Hier ist alles zollfrei.

Abends kauft Jana Kokosnüsse direkt von der Palme und wir probieren die Trinknüsse mit Rum. War nicht soo lecker. Aber die Machete kam zum Einsatz!

English Harbour 030

Nicht schälen, Jakob! Es ist eine Machete!

 

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Eben! Genau so!

 

Wir mieten ein Auto, um noch mehr von der Insel zu sehen. Sint Maarten, der südwestliche Teil der Insel ist niederländisch, Saint Martin, der nordöstliche Teil ist französisch. Bezahlt wird überall mit US$ oder mit der inseleigenen Währung NAF, der etwa 2 US$ entspricht. An der Ostküste gibt es zahlreiche Riffe, mit prima Surfwellen. Jakob überlegt lange, aber der Wind ist zu stark und der Vermieter rät ihm ab. Wir fahren weiter und umrunden die Insel einmal zur Gänze. Karge Vegetation, die Regenwälder sind abgeholzt. Die Bebauung wechselt zwischen Wellblechhütten, Einkaufszentren, Spielcasinos und an der Westküste dann riesige Hotelkomplexe und Luxusvillen, von denen wir allerdings nur die Grundstücksmauern sehen.

Die Lagune von Simpson Bay ist über eine klassische holländische Zugbrücke erreichbar. Hier liegt auch der große internationale Flughafen. Die Start- und Landebahn führt direkt über den Strand. Das wollten wir schon immer mal sehen. Und es erweist sich als das Highlight des Tages. Wenn so ein großer Jumbo direkt über unsere Köpfe einschwebt, haben wir das Gefühl, er rasiert uns gleich die Haare ab. Noch heftiger ist aber das Abenteuer beim Starten. Jakob und Peter trauen sich und halten sich am Zaun fest, hinter dem der Jet gerade die Leistung auf Vollgas hochfährt. Es bläst, sie werden gesandstrahlt und es wird immer heißer, Peter macht die Augen zu und hält die Brille fest. Hinter ihnen purzeln einige Zuschauer in den Sand oder gleich ins Meer. Nicht ungefährlich, das Ganze.

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Sint Maarten 019

Sandsturm vom Jet

 

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Am 1.3. verlassen uns die Kinder wieder, wir müssen alle schlucken beim Abschied. Aber es ist ja nicht für soo lange, im Juni machen wir Heimaturlaub.

Während die Beiden zurückfliegen, machen wir uns stracks auf den Weg zurück nach Antigua, denn wir haben am 3.3. einen Krantermin in Jolly Harbour. Florentine braucht dringend einen neuen Unterwasseranstrich, ihr Bauch ist kräftig bewachsen mit Muscheln und Algen und das bremst! Die 95 Meilen zurück nach Antigua sind richtig anstrengend, gegen Wind, Strom und Welle. Es fehlen etwa zehn Grad, um Antigua genau anliegen zu können, also müssen wir die letzten dreißig Meilen den Motor zu Hilfe nehmen.

Auch die Wettervorhersage hat mal wieder geschwindelt, es ist deutlich mehr Wind als vorhergesagt. Und eine steile kurze Welle von etwa drei Metern Höhe schüttelt uns ordentlich durcheinander. Die Steuerbord-Buglaterne verabschiedet sich unter Hinterlassung eines Kurzschlusses, wir machen das Topplicht an. Wir brauchen 23 Stunden für die Strecke, beim Segelbergen erwischt uns noch ein Squall mit 32 kn Wind und heftigem Regen. Müde und mit Kopfschmerzen von Schlafmangel und Dieselabgasen ankern wir für zwei Stunden, zum Einklarieren ist es zu spät, und legen uns dann abends an die Pier vor dem Kran, denn am nächsten Morgen um 7:30 Uhr soll Florentine aus dem Wasser.

Das klappt auch erst mal ganz prima, aber als sie schon in den Gurten über Land schwebt, fällt dem Kranmeister auf, dass wir noch die gelbe Flagge Q gesetzt haben (noch nicht einklariert). Großes Palaver und Florentine wird sofort wieder ins Wasser zurückgesetzt. Was wir nicht wussten: Ohne Einklarierung darf das Schiff nicht an Land. Also rennt Peter zu den Hafenbehörden, die gerade mal eben ihre Pforten öffnen und bringt die (unfreundliche) Prozedur hinter sich. Inzwischen hat das nächste Boot Krantermin und wir müssen erst mal warten. Aber dann ist es soweit und Florentine darf raus, erhält eine Hochdruckdusche am Bauch und wird auf Böcke an Land gesetzt. Ab jetzt müssen wir immer über eine vier Meter lange Leiter an und von Bord klettern. Da überlegt man sich jeden Toilettengang ganz genau… Abends fressen uns die Moskitos fast auf.

Wir befreien Florentine von zahlreichen Seepocken, die mit dem Hochdruckstrahl nicht abgegangen sind. Guter Tipp von Rainer und Margit von der DENEB: eine alte Scheckkarte dazu verwenden, dann wird das Gelcoat nicht verletzt. Die Karte könnte allerdings anschließend am Automaten Probleme machen, hihi. Es geht aber richtig gut und wir beschließen, den nächsten Anstrich, der dieses Mal professionell in Auftrag gegeben wird, dann selbst zu machen.

In zwei Tagen, wenn der Anstrich getrocknet ist, geht’s wieder ab ins Wasser und dann warten wir mit einer sauberen Florentine schon auf unseren nächsten Besuch: Unsere Segelfreunde Jochen und Siggi kommen am 10.3. und wir freuen uns schon auf sie!

Statistik:

Jolly Harbour – St. Kitts: 50 sm, Hafengeld: keines, Anker

St. Kitts – St. Bart: 49 sm, Hafengeld: keines (Boje)

St. Bart – Philipsburg (Sint Maarten): 13 sm, Hafengeld 50 US$; Duschen 5

Sint Maarten – Jolly Harbour: 94 sm

Logge gesamt seit Heeg: 6858 sm

 

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Eine Antwort zu “Florentine duscht

  1. Ihr Lieben,
    tolle Fotos von Eurer Zeit mit den JaJas. Besonders über die Sichtung der Wale bin ich echt neidisch.
    Ich bin gespannt, wohin Ihr mit Jochen und Siggi segeln werdet. Sie verbringen eine längere Zeit mit Euch an Bord, oder?
    Florentine wird sich nach neuem Unterwasseranstrich wie ein Racer gebärden, also aufpassen…
    Bleibt gesund und munter.
    Petra

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