Mit dem Bus zur Teufelsbrücke

DSC_0069

„Devil’s Bridge“, die Teufelsbrücke. Unter einem Felsenbogen tobt das Wasser. Die Legende sagt, dass sich die Sklaven von der Teufelsbrücke in die tötlichen Fluten gestürzt haben, um der erniedrigenden Knechtschaft zu entkommen.

Florentine schwimmt wieder und wir verholen uns nach den staubigen Tagen und mückenverseuchten Nächten an Land nochmal für zwei Tage in die Ankerbucht, bevor wir einen Liegeplatz in Jolly Harbour beziehen und unsere Freunde Jochen und Siggi in Empfang nehmen. Und was die Beiden alles mitgebracht haben! Neben der fast schon obligatorischen Ration Haribo Colorado jede Menge Bücher – Peter ist selig über bedrucktes Papier auch in Form von Süddeutsche, Yacht und Spiegel. Und noch mehr für das leibliche und geistige Wohl war dabei und ganz viele Grüße und Umarmungen von Freunden aus Deutschland.

Antigua 076

Florentine im Kran von Jolly Harbour…

Antigua 081

… mit kräftigen Schabern wurde der üppige Bewuchs vom Rumpf entfernt.

Antigua 089

Zum Schluss wurde ein neues Antifouling aufgetragen. Gesamtkosten für Kranen, Lagerung und Anstrich (ohne Material): 950 Euro.

Da es, für die Jahreszeit untypisch, seit mehr als drei Wochen konstant mit mehr als 20-25 kn bläst, beschließen wir, erst mal noch bis zum Wochenende in Antigua zu bleiben. Als erstes machen wir einen Landausflug mit öffentlichen Kleinbussen quer über die Insel. Und sehen, dass es hier auch ganz normale Leute und auch Armut gibt. Es ist gut, mal aus den Ghettos der Rich and Beautiful rauszukommen. Wir wollen zur „Devils Bridge“, ein natürlicher Torbogen an der Felsenküste am nordöstlichen Ende von Antigua, wo die Atlantikwellen spektakulär auftreffen. Dorthin kommt man eigentlich nur per Auto oder zu Fuß, aber gegen ein Aufgeld bringt uns der Busfahrer direkt dorthin.

DSC_0039

Unsere Freundin Siggi (2. von rechts) wartet mit anderen Fahrgästen auf den Bus zur Devils’s Bridge.

DSC_0241

Fahrt im Kleinbus über Antigua.

Jolly Harbour 018

Das ist kein Karnevals-Mottowagen sondern das Denkmal des Nationalhelden und „Vaters der Nation“, Sir Vivian Richards, zusammen mit unseren Freunden Siggi und Jochen

Jolly Harbour 019
Überhaupt ist Busfahren hier spannend und günstig. Eine Fahrt kostet 3 East Caribean Dollar, umgerechnet 1 Euro. Es gibt in der Hauptstadt St. John zwei Busbahnhöfe, dort stehen zahlreiche kleinere Busse, die Busfahrer werben für ihre Tour und los geht es erst, wenn der Bus voll ist. Ein Fahrplan existiert nicht, unterwegs steht man halt so lange an der Bushaltestelle, bis ein Bus kommt. Wir wissen nicht, was wir eher beobachten sollen, Landschaft oder Mitfahrer. Außer uns gibt es keine weißen Passagiere und die Stimmung im Bus ist grandios. Alle unterhalten sich, lachen, essen und haben Spaß. Für Schulkinder wird auch direkt vor dem Zuhause angehalten und gewartet, bis sie sicher die Straße überquert haben.

DSC_0152

Die Devil’s Bridge an der Atlantikküste von Antigua ist ein rauher Ort mit gigantischer Brandung.

DSC_0141 DSC_0134 Antigua 210 Antigua 132
Studien kann man auch über die vielen verschiedenen Haartrachten treiben. Der reine Afrolook scheint out zu sein, kunstvolle Flechtfrisuren und geglättete Krause für die Damen, kleine Buben eher kahlgeschoren, kleine Mädchen mit vielen „Antennen“ mit bunten Bändern, Jugendliche mit ausrasierten Ornamenten und Schriftzügen und natürlich die vielen Rastafaris, die ihre Haare aus religiösen Gründen nicht schneiden und die schwere Haarpracht in Ballonmützen und Netzen im Nacken tragen. Muss ganz schön schwer und heiß sein…
Und freundlich sind alle, jeder fragt, ob er uns weiterhelfen kann, und die Kommentare über unser Ausflugsziel sind lustig: Wo wollt ihr hin? Devils Bridge? Das ist doch nicht schön, da ist es sehr rau, da kann man nicht baden, warum wollt ihr dort hin? Und da muss man zu Fuß hin laufen, nehmt doch lieber ein Taxi!
Der Weg zu Fuß zurück zur Bushaltestelle zieht sich dann auch wirklich, aber als wir die asphaltierte Straße erreicht haben, hält ein privater Kleinbus neben uns und lädt uns zum Mitfahren ein. Klimatisiert ist er auch noch und bringt uns gleich zu einer Haltestelle mit angeschlossener „Trinkhalle“ – ganz umsonst. Dort warten wir dann bei einem kühlen Bierchen auf den Linienbus, der uns nach St. John zurückbringt.

Antigua 29

DSC_0237

Bushaltestelle mit Trinkhalle

Am nächsten Tag steht ein Großeinkauf auf dem Programm und mittags verlegen wir uns wieder in die Ankerbucht, damit unsere Gäste endlich auch ins Wasser können. Der Abend klingt mit Pina Colada und Grillen an Bord wunderbar aus.
English Harbour und die Freeman Bay sind unser nächstes Ziel, hier fanden wir es so spektakulär, dass wir mit unserem Besuch nochmal hierher fahren. Und auf der Fahrt merken wir, dass sich das neue Antifouling und Florentines Säuberungsaktion wirklich gelohnt hat: Wir sind glatt 1 – 1,5 kn schneller!

DSC_0033

Kathrin strahlt: Florentine flitzt mit dem neuen Antifouling förmlich durch die karbische See.

Antigua 092

Gut, dass wir unsere Waffen und Drogen an Bord gelassen haben, sonst käömen wir hier nicht rein.

Antigua 215
Statistik:
Jolly Harbour – English Harbour: 12 sm, Hafengeld Jolly Harbour 36 US$, Duschen Note 3 /für Frauen, 4-5 für Männer
Logge gesamt seit Heeg: 6873 sm

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s