Die BVIs: Schöne Inseln – aber auch schön teuer

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Der Saba Rock bei der Riffeinfahrt nach Virgin Gorda

Zurück an Bord aus dem nasskalten Dortmund werden wir von Siggi und Jochen wärmstens empfangen. Die Beiden haben alles vorbereitet, so dass wir am Sonntag Abend Richtung British Virgin Islands starten können. Für Siggi ist es eine der ersten Nachtfahrten, sie ist daher vom Wachegehen befreit, harrt aber tapfer an Jochens Seite aus. Die 84 Seemeilen verlaufen unspektakulär und wir klarieren Montag Mittag in Virgin Gorda ein.

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Am nächsten Tag steht die berühmte Bucht „The Baths“ auf dem Programm. Dort gibt es sehenswerte Felsformationen, an die Siggi sich noch von ihrem ersten Aufenthalt vor 20 Jahren erinnert. Das Anlanden mit dem Dinghi in der Nachbarbucht ist schon das erste Abenteuer, der Weg zu The Baths über glitschige Felsen ist das nächste.

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Jochen macht das große Kletterabzeichen, Siggi dreht um, Peter ist sowieso im Dinghi geblieben und Kathrin bäckt an Bord ein Brot. So können wir die Felsen nur auf Jochens Fotos besichtigen.

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Da muss Jochen drüber!

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Die Ankerbucht ist schaukelig, wir verlegen uns nach Spanish Town, wo man deutlich ruhiger liegt.
Die Distanzen in den British Virgins sind gering, innerhalb von 2 oder 3 Stunden ist man spätestens in der nächsten schönen Bucht oder vor der nächsten schönen Insel. Aber voll ist es, man merkt deutlich, dass Osterferien sind. Also brechen wir meist nach dem Frühstück auf, um das Wettrennen um einen schönen Ankerplatz zu gewinnen. So auch in Peter Island, wo wir vor Anker mit Landleine in Little Harbour liegen. Das „Harbour“ täuscht, es ist kein Hafen, sondern eine kleine einsame Bucht ohne menschliches Leben an Land. Einsam ist relativ, da auch viele Motorbootfahrer gemerkt haben, dass es hier schön ist – und die gewinnen, das Wettrennen um die schönsten Liegeplätze meistens. Wir schnorcheln, lesen, essen und trinken und lassen die Seele baumeln.

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Kein Motorboot, das auf sich hält, ohne nächtliche Unterwasserbeleuchtung

Cooper Island am nächsten Tag bietet ein kleines, aber feines Riff zum Schnorcheln.

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Auch hier ist der Kampf um die begehrten Mooringbojen entbrannt. Große Motoryachten mit eigenem Hubschrauber oder einer veritablen Hochsee-Segelacht Huckepack müssen wegen ihres Tiefgangs etwas außerhalb ankern. So können sie wenigstens keinen Schatten auf unser Sonnendeck werfen.

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Die „kleine“ Huckepack-Yacht hat mindestens Florentines Größe, eher mehr!

Dann geht die letzte Woche unserer Gäste zu Ende und wir fahren bei steifem Wind nach Tortola. Der Flughafen liegt direkt an der Trellis Bay auf Beef Island. Wir bekommen eine der letzten Bojen nahe am Strand und verbringen einen wunderbaren letzten Abend im „Last Resort“ auf der Mini-Insel Bel Amy. Dort trinken wir unseren ersten Painkiller, aber erst nach Sonnenuntergang. Karfreitag ist tagsüber Alkoholverbot in den BVIs. Was in der südlichen Karibik der Rumpunsch, ist hier der Painkiller. Der Name ist Programm: Spätestens nach dem dritten Glas verschwinden Kummer und Leid. Die Zutaten: Rum, Kokosmilch, O-Saft, Ananassaft und eine Prise Muskat – lecker!
Zum Flughafen sind es grade mal ein paar Minuten mit dem Dinghi und 5 Minuten Fußweg und wir verabschieden die Beiden am nächsten Morgen. Danke für alles, es war schön mit Euch!
Samstag Abend ist in der Trellis Bay Full-Moon-Party. Am Strand werden im seichten Wasser große Feuer auf Gestellen entzündet und jede Bar hat ihre eigene Musik.

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Wir beobachten das ganze aus Florentines Cockpit, unser Liegeplatz ist in der Pole-Position und die Musik ist auch hier noch laut genug. Das Bier an Bord ist auch billiger als an Land. Überhaupt: die Preise! In einem Mini-Supermarkt kaufen wir ein paar Sachen, die noch fehlen. Preise sind nicht ausgezeichnet und an der Kasse fällt uns die Kinnlade herunter. 4 $ für ein Kilo Mehl, 6 $ für ein halbes Pfund Butter, 5 $ für 4 Liter Wasser. Und das bei einem Euro-Dollar-Kurs von fast 1:1 – puh! Eine Nacht an der Mooring-Boje kostet 30 $!
Da hüpfen wir lieber eine Insel weiter vor Anker und dann noch eine…
In Little Jost van Dyke bleiben wir zwei Nächte und besuchen an Land „The Bubbles“. Das ist ein natürlicher Meerwasser-Whirlpool. Bei Flut strömen die Wellen über die Felsen in eine Minibucht und lassen das Wasser sprudeln. Wir haben Glück und den Platz zur Mittagszeit für uns alleine. Ein wunderbares Erlebnis. Überhaupt: Die BVIs sind einer der schönsten Flecken in der Karibik. Hier kann man sich wochenlang rumtreiben.

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Little Jost van Dyke

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Der Weg zu den Bubbles führt durch Mangroven

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Prickelt wirklich

Nun liegen wir eine Bucht weiter in „Great Harbour“ und bereiten uns auf die Überfahrt zu den Bahamas vor. Verabschiedet werden wir von unseren Freunden von der LUBINI und der ROTEN GRÜTZE, die extra wegen uns hierher gesegelt sind. Wir haben uns in den letzten 9 Monaten immer wieder getroffen, aber hier trennen sich unsere Wege. Die Vier fahren über die Bermudas und die Azoren zurück nach Europa.
Unsere Überfahrt zu den Bahamas veranschlagen wir mit etwa 6-7 Tagen. Wir werden versuchen, uns von unterwegs zu melden.

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Dass der Mond einen Halo hat, kennen wir ja schon. Aber die Sonne kanns auch!

Statistik:
St. Martin – Virgin Gorda (Gun Creek): 84 sm, Hafengeld Virgin Gorda: keines (Anker)
Gun Creek – Spanish Town: 10,4 sm, Hafengeld: 30 $ (Boje)
Virgin Gorda – Peter Island:13 sm, Hafengeld : keines (Anker)
Peter Island –Cooper Island: 7 sm; Hafengeld: 30 $ (Boje)
Cooper Island – Tortola (Trellis Bay): 5 sm, Hafengeld: 30$ (Boje)
Tortola – Great Camanoe: 12 sm, Hafengeld: keines (Anker)
Great Camanoe – Little Jost van Dyke: 8 sm, Hafengeld: keines (Anker)
Little Jost van Dyke – Jost van Dyke (Great Harbour): 3 sm. Hafengeld 30 $ (Boje)

Logge gesamt seit Heeg: 7180 sm

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5 Antworten zu “Die BVIs: Schöne Inseln – aber auch schön teuer

  1. … die (sicher auch nicht ganz billige) Huckepack-Yacht…..
    …… sprachlos…..
    ….. das ist ja vollkommen abgefahren!!!
    Da passt (freilich mit gelegtem Mast) unsere 10m-Boot sicher locker unter den Sonnenschirmen hindurchgeschoben in die Garage.
    Gute Fahrt zu den Bahamas wünscht die AQUARIA-Crew
    Dorothea und Uwe

  2. Oh jaaaaaaaaaa…Ihr wart in Dortmund…und wir nicht mit Euch auf See! Aber in Gedanken begleiten wir Euch ständig, von News zu News! Danke für die beeindruckenden Fotos aus denen die Farben ja nur so knallen. Und nun, wo Ihr weg seid, ist fast Sommer!!!! Gehabt Euch wollend Schiff AHOI! Eure Sagos

  3. Der frische Wind ist hier zu spüren, wie wunderschön zu lesen. Gefällt mir sehr. Eine ganz andere Perspektive für mich als Landreisender. Die See scheint so grenzenlos. Schön.

  4. Lese eure Reiseberichte immer gerne. Hier wird das Wetter auch langsam besser. Laßt es euch gut gehen.
    GLG Knut

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