Heimatliche Gefühle auf den Bahamas

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Es ist nicht so, dass plötzlich Leberkas-Semmeln und Schweinsbraten unseren Speisezettel bereichern, und wir blicken auch nicht auf eine grüne Wiese mit Frühlingsblumen. Einzig und allein das Wetter erinnert uns an zu Hause. Seit fünf Tagen ist die Landschaft um uns herum grau und trüb. Eine Regenfront reiht sich an die nächste.

Bahamas 053

Gestern Nachmittag haben wir gut 250 Liter Wasser aus dem Dinghi geschöpft. Das war die Ausbeute eines Tages. Unter Deck fühlt sich alles klamm an, weil wir kein Luk zum Lüften öffnen können. Und auch die Temperaturen sind in den Keller gegangen. Das Wasser hat jetzt nur noch 22 Grad und lädt auch ansonsten nicht zum Baden ein. Wir haben in den letzten Monaten schon in deutlich saubererem Wasser geankert. Nachts ist es richtig kühl, dass wir schon wieder Oberbetten in unsere Bettbezüge gestopft haben.

Bahamas 054

Auch der Wind spielt verrückt. Jeden Tag weht er aus einer anderen Richtung und immer in wechselnder Stärke. Zum Glück liegen wir recht gut geschützt in der Bucht von Marsh Harbour. Neben unzähligen Büchern, die wir an Bord verschlingen, gehören Wetterberichte zu unserer bevorzugten Lektüre. Wir warten auf ein Wetterfenster, um endlich den Absprung Richtung Norden an die US-Küste bis nach South Carolina oder nach Virginia wagen zu können. Vier bis sechs Tage Wind aus den südlichen Quadranten wären dafür ideal.

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Heute, am 6. Mai, lässt sich zum ersten Mal seit Tagen auch mal die Sonne wieder zwischen zwei Schauern für ein paar Augenblicke sehen. Das bringt Bewegung ins Schiff: Luken auf, Luken zu, Luken auf, Luken zu … Das ist unser Sport an Bord.

Morgen könnte es vielleicht mit der Abreise klappen. Wir wollen uns an die Rückseite des vorläufig letzten Tiefs hängen, das gerade über uns hinweg zieht. Länger dürfen wir auch nicht warten, weil wir sonst in einem Flautenloch hängen zu bleiben drohen.

Statistik:

Dickies Cay – Marsh Harbour: 5 sm

Jeweils vor Anker, also kein Hafengeld

Logge gesamt seit Heeg: 8191 sm

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4 Antworten zu “Heimatliche Gefühle auf den Bahamas

  1. Denkt an die alten deutschen Bauernweisheiten. „Alles Gute kommt von oben!“ und: „Sich Regen bringt Segen.“ hahaha. Beste Grüße, Klaus

  2. Moin, Ihr Beiden! Hin und wieder schau ich mir Euren Blog an und freue mich über Euren Schreibstil und Eure Beobachtungen. Gerade lese ich von Euren weiteren Segelplänen und vermute, dass Ihr schon abgelegt habt. Wenn nicht, schaut doch bitte dies an:http://www.worldcruising.com/arc_europe/newsarticle.aspx?page=S635666988272683815&ArchiveID=1&CategoryID=190&ItemID=240419&src=
    Die Arc Europe von Portsmouth VA wird wegen sub-tropical storm verschoben.
    Lieben Gruß
    Dörte

  3. Wetter, wie in Norddeutschland üblich. Wir leben damit und gar nicht so schlechte. Glückwunsch übrigens zum 1-Jahres-Jubiläum. Es ist für mich immer noch sehr faszinierend, was Sie sich trauen. Ich freue mich auf jeden Bericht. Viel Glück.

  4. Hi, Ihr Lieben,
    hoffentlich habt ihr das herbstliche Wetter gut überstanden. Aus heimatlicher Sicht muss ich allerdings sagen, dass mir ein Tag Regen lieber wäre als schwimmende Schweine, die an meine Vorräte wollen…Liebe Grüße
    Malte, Sille und Toni

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