Yes, we can!

Norfolk Washington 001

Norfolk, Virginia

 

Morgens rufen wir die Nummer der Customs and Border Protection (CBP) in Virginia an, werden freundlich interviewt und gebeten, an Bord zu bleiben, wir bekämen gleich Besuch von einem Officer. Also schnell noch Betten machen, damit wir uns auch nicht schämen müssen und schon war er da, der Officer. Und hatte das mobile Büro im Rucksack dabei, Stempel, Formulare, Blaupapier.

Die gesamten Einreiseformalitäten erledigte er in unserem Cockpit, warf dann noch einen flüchtigen Blick ins Schiff und in den Kühlschrank – keine Tiere, keine Frischwaren, keine Waffen – alles OK. „Welcome to the USA“ mit einem freundlichen Lächeln. Noch freundlicher war sein Kollege im Customs House, wo wir unser (schon vorbereitetes) Cruising Permit abholten, die Erlaubnis für Florentine, für ein Jahr in US-amerikanischen Gewässern zu bleiben. Und sensationell günstig war‘s im Vergleich zu den Bahamas, nur 19 $ für ein ganzes Jahr! Eine Liste mit den Telefonnummern der CBP in den verschiedenen Staaten gab es auch noch dazu, wenn wir einen Staat verlassen und im nächsten ankommen, müssen wir uns telefonisch anmelden. Das 85-Dollar-Ausreisepapier von den Bahamas wollte niemand bei unserer Ankunft in den USA sehen. Diese Ausgabe und den zusätzlichen Behördengang hätten wir uns also gut sparen können.

Bei einem Spaziergang erhielten wir erste Eindrücke von Downtown Norfolk und erstanden ein Telefon mit amerikanischer SIM-Karte, mit der wir erstens kostenlos nach Deutschland telefonieren können und zweitens einen mobilen Hotspot einrichten können, so dass wir nun unabhängig von irgendwelchen schlechten Hafen- oder Bar-Wifis und überteuerten Kaffees oder Bieren sind.

Dann stand die große Wäsche auf dem Plan: Was nicht schmutzig war, war unterwegs bei den rauhen Bedingungen nass geworden. Wir verwandelten Florentine kurz in ein Zigeunerschiff und flaggten mit Wäsche über die gesamte Länge.

Ein Supermarkt war leider nicht fußläufig erreichbar, aber die Marina bietet eine Taxi-Shuttle zu einem großen Supermarkt an, den wir weidlich ausnutzten. Noch kurz volltanken und schon waren wir am Samstag Mittag wieder startbereit.

Nochmal tuckerten wir an den ganzen Kriegsschiffen in Norfolk vorbei.

Norfolk Washington 007

Norfolk Washington 005

Norfolk Washington 009

Washington lockte und so segelten wir mit raumem Wind die Chesapeake Bay hinauf. Im Morgengrauen bogen wir ab in den Potomac River, der an seiner Mündung bestimmt 4 sm breit ist. Mal mit mitlaufendem Strom, mal mit Strom gegenan, mit und ohne Segelwind bis zum Abend, wo wir in einer weiten Bucht den Anker fallen ließen. Am nächsten Morgen ließ uns dann der Wind im Stich und so musste die Nanni uns die letzten 40 sm bis Washington DC schieben. Auf dem Fluss ist kaum Verkehr, nur ein paar Angler in kleineren Motorbooten sind unterwegs. Die Landschaft an den Ufern ist idyllisch und ruhig.

Norfolk Washington 017

Auf dieser Fahrwassertonne hat ein Raubvogelpaar sein Nest gebaut

Norfolk Washington 013

Ankerplatz im Potomac River frühmorgens

Je näher wir der Hauptstadt kamen, desto größer und sehenswerter wurden die Anwesen am Ufer, Häuser kann man das schon gar nicht mehr nennen. Der Verkehr nahm auch zu, aber nicht auf dem Wasser, sondern in der Luft. Der Potomac River ist die Einflugschneise für den nationalen Flughafen von Washington und außerdem offensichtlich auch eine „Autobahn“ für alle Helikopter, die Montag Morgens zahlreich nach Washington einfallen.

Norfolk Washington 015

Das Wasser hat die Farbe von Tee mit Milch und es schwimmt einem allerlei entgegen

 

Wir brauchten etwas länger, bis wir angekommen waren und dann noch etwas länger, bis wir die Gangplank Marina überreden konnten, mit uns Kontakt aufzunehmen. Am VHF-Funk hörte keiner, telefonisch hatten wir es schon seit mehreren Tagen vergeblich versucht. Schlussendlich ist es uns aber doch gelungen, den Dockmaster ausfindig zu machen und dazu zu bewegen, uns einen längerfristigen Liegeplatz für Florentine zu geben. Da liegt sie nun direkt unter dem Büro des Security Officers, das 24 Stunden am Tag besetzt ist. Ein beruhigendes Gefühl, denn morgen werden wir sie für etwa sechs Wochen alleine lassen und nach Deutschland fliegen.

Die Gangplank Marina ist mitten in Washington gelegen, nahezu in Spuckweite zum Capitol und zum Weißen Haus und zu all den anderen Sehenswürdigkeiten, die auf uns warten, wenn wir zurück sind. Und auch zur nächsten Metrostation ist es nicht weit, ebenso wie zum nächsten Safeway-Supermarkt, was wir heute schon mal ausgetestet haben.

Das nächste Ahoi wird also etwas auf sich warten lassen, Ende Juni oder Anfang Juli könnt Ihr wieder mit uns rechnen.

Statistik:

Norfolk, Virginia – Washington DC: 161 sm

Hafengeld Waterside Marina Norfolk: 54 $, Duschen Note 3

Hafengeld Gangplank Marina, Washington: 540 $ pro Monat

Duschen Note 2

Logge gesamt seit Heeg: 9083 sm

Advertisements

3 Antworten zu “Yes, we can!

  1. Hallo Kathrin, hallo Peter,
    schön, dass Ihr heil in Norfolk angekommen seid. War ja schon etwas in Unruhe, als nach Eurer Sichtung des Festlandes erst einmal kein Blog-Eintrag mehr zu lesen war.

    Guten Flug! Und vielleicht können wir uns mal kurz im westlichen Westfalen oder östlichen Ruhrgebiet sehen.

  2. Herzliches Willkommen zurück Im „Pott“ ! Habt eine schöne Zeit in der guten alten Heimat und freut Euch aufs DFB-Pokalendspiel… !!!
    Fröhliche Grüße von Barbara und Volkmar aus dem Althoffblock

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s