We’re back – Mia san wieda do

Flug Washington 009

Sechs Wochen Heimaturlaub, eine wunderschöne Hochzeit (Tochter Gloria und Sebastian), eine weniger schöne Wurzelbehandlung (trotzdem tausend Dank, lieber Ewald!) und zahlreiche herzerweichende Wiedersehensfeste mit unseren Familien und Freunden liegen hinter uns. Sauschee woars!

Den zahlreichen Duschen und Badewannen in good old Germany verleihen wir komplett die Note 1 mit Stern. Wunderbar, mal wieder ohne Flipflops und ohne Wasser sparen zu müssen die tägliche Hygiene zu absolvieren. Besonders Kathrin hat sich trotz teils tropischer Temperaturen gerne länger in den verschiedenen Badewannen geaalt, mit Buch natürlich. Danke auch auf diesem Weg nochmal an alle unsere Herbergsmütter und –Väter!

Unsere Rückreise gestaltet sich aufregend. Wir dürfen mit Jana (Flugbegleiterin bei Lufthansa) standby nach Washington fliegen. Der erste Flug, bei dem wir versuchen mitzukommen, ist hoffnungslos überbucht. Wir sitzen am Schalter für unbegleitete Minderjährige und nicht gehfähige Passagiere – ist das ein Zeichen? – und beobachten, wie sich das Lufthansapersonal alle Mühe gibt, uns doch noch mitfliegen zu lassen. Aber vergebens, die Computersoftware will einfach kein Ticket für uns ausspucken. Wir nehmens gelassen, fünf weitere Tage in München sind nun auch nicht das Allerschlimmste….

AAAber beim nächsten Mal soll es bitte klappen, den Abend des vierten Juli – Nationalfeiertag der USA – wollen wir unbedingt in Washington erleben! Das Feuerwerk soll spektakulär sein.

Und wie es klappt: Nicht nur, dass wir mitfliegen können, nein, wir bekommen auch noch ein Upgrade in die Business-Class. Leider war in der Holzklasse schon alles voll. So vornehm sind wir noch nie geflogen.

Flug Washington 032

Bevor die Türen des Airbus 330 überhaupt geschlossen werden, haben wir schon ein Glas Sekt in der Hand. Und der Service reißt nicht ab bis Washington.

Flug Washington 033

Kathrin ist erst mal damit beschäftigt, alle Funktionen des Sitzes auszuprobieren, den man in alle erdenklichen Himmelsrichtungen bewegen kann. Die gesamte Crew kommt uns besuchen, alle sind superfreundlich und wir laden sie spontan ein, abends nach der Landung mit uns das Feuerwerk an Bord von Florentine zu beobachten.

Bei der Einreise bitten wir, wie vom netten Officer aus Norfolk empfohlen, um eine Verlängerung unseres Aufenthalts über die üblichen sechs Monate hinaus, wegen der Hurricanesaison. Sollte kein Problem sein, meinte er damals. Wurde aber eins! Zunächst werden wir befragt, was wir an Bord so machen – nein, keine Arbeit – dann, was wir in Deutschland so tun – nein, auch keine Arbeit. Das Gesicht des Officers verfinstert sich. Da muss man schon am Nationalfeiertag Dienst schieben und dann kommen auch noch Leute, die einfach so durch die Welt gondeln! Wir bekommen einen Vermerk auf unsere Einreisepapiere, die Verlängerung könne nur im Office gemacht werden. Welches Office, haben wir nicht so ganz verstanden.

Als wir mit Gepäck und Jana durch die Zollkontrolle zum wartenden Crewbus gehen wollen, werden wir aufgehalten und in einen Wartesaal gebeten, wo überwiegend farbige Einwanderer und potentielle Schmuggler überprüft werden. Man nimmt uns unsere Pässe ab und weist uns an, uns zu setzen und zu warten. Und so warten wir. Und warten. Und warten. Das Feuerwerk ist längst durch, die Verabredung mit der netten Crew gecancelt, wir haben langsam Hunger und vor allem Durst. Nach zweieinhalb Stunden stehen wir vor dem nächsten Officer, der genauso schlechte Laune hat wie der erste und wie auch inzwischen wir. Die Fragen nach Arbeit, woher und wohin erweitern sich nun um den Bestand unserer Barschaft im Portemonnaie und das Guthaben auf der Bank. Nur um dann zu erfahren, dass eine Verlängerung unseres Visums hier und heute nicht möglich ist, mit den Worten: am 3. Januar seid ihr raus! Wir fühlen uns an frühere Zeiten beim Übertritt der Zonengrenze erinnert.

Wir atmen tief durch, setzen uns in ein Taxi und fahren zu Florentine. Der Taxifahrer ist ein ehemaliger Boxer, Firat Mahmood, der im letzten Jahrhundert nach eigenen Angaben gegen Mike Tyson und Joe Frazier gekämpft hat. Sic transit gloria mundi!

Florentine ist wohlauf, alles in Ordnung bis auf ein nasses Bett in der Achterkabine. Da haben wir das Leck wohl immer noch nicht gefunden. Nach einem Anlegerbier fallen wir in (trockene) Betten. Um uns herum wird noch bis Mitternacht patriotisch gefeiert, alles ist mit Kokarden, Flaggen und Lämpchen in Blau-weiß-rot geschmückt.

Flug Washington 018

Flug Washington 023

Flug Washington 031

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und die Welt sieht schon wieder freundlicher aus. Jana besucht uns zum Frühstück, bevor sie wieder Richtung München starten muss. Wir gehen einkaufen und freuen uns, wieder „zuhause“ zu sein.

Am Montag starten wir die Sightseeingtour, laufen über die National Mall mit ihren vielen Museen und rütteln am Zaun des Weißen Hauses.

Flug Washington 008

Washington Monumet

Washington Monument

Flug Washington 004

Im Skulpturengarten der National Mall

Hier scheinen sogar die Enten lesen zu können

Hier scheinen sogar die Enten lesen zu können

Die Smithsonian Museen, alle kostenlos, werden wir eines ach dem anderen besuchen, vorzugsweise zur Mittagszeit, wenn es vor lauter Schwüle auf dem Boot nicht auszuhalten ist. Da freuen wir uns über kühle U-Bahnschächte und klimatisierte Museen. Hier ein paar Eindrücke aus dem Air- and Spacemuseum, der Traum eines jeden kleinen – und großen – Buben:

Flug Washington 016

Flug Washington 013

Auf der Brücke eines Flugzeugträgers

Flug Washington 012

Lunchtime, die Straßen sind voll mit fahrbaren Garküchen

Abends beginnt das Socialising, wir werden von allen Seiten angesprochen und eingeladen. Offenbar ist unsere verlassene Florentine in den letzten Wochen aufgefallen und scheinbar verirren sich nicht so oft Langfahrtsegler bis mitten nach Washington. Jedenfalls werden wir vom Präsidenten der Seven Seas Association – vergleichbar mit unserem TransOcean-Verein – zum Sundowner in den Capital Yachtclub von 1892 gebeten. Seine Frau ist der/die Commodore dieses Clubs und wir versinken in dicken Ledersesseln, genießen Klimaanlage und kühles Bier und beantworten artig alle Fragen. Wir lernen einiges über Baseball, ein Sport, dessen Regeln uns bisher ziemlich unklar geblieben waren und vor allem lernen wir ganz viele nette Leute kennen. Gar keine Blazer-mit-Goldknöpfchen-Athmosphäre, sondern unkompliziert, freundlich und offen. Und so sind wir wieder versöhnt mit Amerika.

Statistik:

Hafengeld Gangplank Marina, Washington: 540 $ pro Monat

Duschen Note 2

Logge gesamt seit Heeg: 9083 sm

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3 Antworten zu “We’re back – Mia san wieda do

  1. Prima – Ihr seid wohlbehalten wieder im Abenteuerland angekommen und wunderbar, dass Ihr so eine gute Zeit in der Heimat hattet !
    Und wir freuen uns aufs Neue über Eure fröhlichen Reiseberichte.
    AHOI rufen über den Ozean
    Barbara&Volkmar

  2. Hallo, ihr liebren Florentines!
    Schön, von euch wieder zu hören! Wir sind mittlerweile auf der anderen Seite des Ozeans angekommen und werden euch sicherlich weiter begleiten !
    Liebe Grüße, bkeibt gesund und guten Wind! Eure Rote Grütze

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