Schattenparker

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Schattenparker

Nicht nur in Deutschland gibt es einen heißen Sommer, auch an der US-Ostküste stöhnen die Leute unter der Hitze.Wir suchen jedes verfügbare Fitzelchen Schatten und schwitzen auch unterwegs, da wir fast nur unter Motor laufen müssen. Wir wünschen uns mal wieder Segelwind!

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Seepromenade Solomon Islands

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Netter Picknickplatz auf den Solomon Islands

Auf dem Weg in die selbsternannte Segelhauptstadt der Welt, Annapolis, können wir endlich wieder die Segel lüften und uns sportlich betätigen. Wir haben eine Menge Spaß und können uns die Vorfahrtsregeln in Erinnerung rufen, denn es herrscht ein Verkehr wie am Münchner Stachus zur Rush hour.

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Downtown Annapolis

Annapolis ist nicht nur Segelmekka, sondern auch die Hauptstadt des Bundesstaates Maryland. Wer aber jetzt eine Großstadt mit Hochhäusern erwartet, hat sich geirrt. Massig Marinas, kleine Klappbrücken und viktorianische Häuser, kaum ein Gebäude über fünf Stockwerke. Eine Hauptstraße mit kleinen und großen Läden, ein Gouverneurssitz, etliche Restaurants, das wars.

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Man könnte sich auch wie in Holland am Ijsselmeer fühlen

Wir ankern hinter einer Klappbrücke in einem kleinen Fluss und sind umschwärmt von Stand-up-Paddlern, Kanufahrern und Motorbootfahrern. Alle paar Minuten guckt wieder jemand bei uns ins Cockpit, prüft, was es zu essen und zu trinken gibt und ob wir uns anständig benehmen.

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Auch Tiere dürfen mitpaddeln

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Blick aus unserem Cockpit an unserem Ankerplatz im Spa Creek von Annapolis.

Eine Flussmündung weiter nördlich liegt Baltimore, eine richtige Großstadt mit Skyline und einem großen Industriehafen sowie ebenfalls vielen, vielen Marinas. Wir machen mit Florentine eine Stadt- bzw. Hafenrundfahrt, beschließen dann aber, die Nacht doch lieber etwas ruhiger in einer lauschigen Bucht außerhalb zu verbringen.

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Der Inner Harbour von Baltimore …

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… ist heute ein großes Ausgehzentrum …

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… und gediegenes Wohn- und Arbeitsambiente.

Der nächste Stopp, Havre de Grace ( Sprich: Hävre di Gräce) ist für uns eigentlich nur als Absprungbasis in den Chesapeake-Delaware-Kanal gedacht. Wir kommen tidenbedingt spät an, die Marina hat schon zu und wir legen uns an eine Mooring. Als wir entspannt mit einem Sundowner in der Hand in den Himmel gucken, fällt uns im Rigg etwas auf: sieht aus, als ob da oben unter der zweiten Saling Zweige hängen. Halt, nein, das sind keine Zweige, das sind Drähte! Ein Unterwant ist zu etwa fünfzig Prozent gebrochen und hat sich schon nett aufgedröselt. Erst vor der Abreise hatten wir alle Wanten erneuern lassen. Der Verschleiß beim Langfahrtsegeln ist schon ungeheuer.

Glücklicherweise ist die Tidewater-Marina eine gut bestückte Absprungbasis. Es gibt einen Rigger und nachdem Peter im Mast war und das Unterwant gelöst hat, geben wir die Reparatur in Auftrag. Wasser- und Dieseltank werden gefüllt und die Marina hat noch einen besonderen Service. Als wir nach einem Supermarkt fragen, bekommen wir den Autoschlüssel des Marinawagens in die Hand gedrückt und eine Wegbeschreibung. Das nutzen wir weidlich aus und proviantieren uns nach Leibeskräften.

Eigentlich wollen wir um 15 Uhr ablegen, um die Strömung im Kanal mit uns zu haben. Aber das erste Ersatzteil ist zu kurz und als der Rigger mit dem jetzt passenden Want ankommt, entlädt sich über unseren Köpfen ein heftiges Gewitter. Da klettert man nicht so gerne in den Mast, also abwarten. Doch mit einer Stunde Verspätung und erledigter Reparatur können wir los und fahren durch den Kanal, der die Chesapeake Bay mit dem Delaware River verbindet. Hier sollte man genau auf die Tide achten, denn die Strömung beträgt bis zu 3 kn! Mit dem Sonnenuntergang erreichen wir eine Marina auf etwa drei Viertel der Strecke, legen uns längsseits an einen Steg. Natürlich ist abends um halb neun keiner mehr da, die Marina ist sowieso fast leer. Wir nehmen noch eine kühle Stegdusche aus dem Wasserhahn, wobei uns eine Mückenwolke attackiert, und dann fallen wir in die Kojen. Am nächsten Morgen geht es schon beim ersten Tageslicht um 5:30 weiter, wir wollen den Schiebestrom nutzen und haben eine weite Strecke vor uns, 65 sm bis Cape May. Leider wieder nur hoch am Diesel, das Großsegel setzen wir mehr wegen des Schattens. Und es ist heiß!

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Am Übergang des Delaware Rivers in den Atlantik sehen wir Fischschwärme und eine Gruppe Zwergwale. Auch Delfine lassen sich seit langem mal wieder blicken. Und die Farbe des Wassers gefällt uns auch wieder besser, aus Tee-mit-Milch ist endlich wieder Atlantikblau geworden.

Wir runden Cape May und fahren von der Atlantikseite durch einen Kanal in die gleichnamige Lagune. Auch hier setzt enorme Strömung mit kräftigen Strudeln. Die Lagune ist flach, aber nichtsdestotrotz heftig befahren vor allem von Motorbooten. Unser Anker hält erst beim dritten Versuch in dem festen lehmigen Grund.

Nächstes Ziel ist New York, bis dahin sind es aber noch etwa zwei oder drei Tage.

Statistik:

Solomon Island – West River 41 sm, Anker, 0€

West River – Annapolis 13 sm, Anker 0€

Annapolis –Baltimore 28 sm, Anker 0€

Baltimore – Havre de Grace 29 sm, Mooring 30 €

Havre de Grace – Chesapeake-Delaware-Kanal 25 sm, Marina, keiner da, 0€

Chesapeake-Delaware-Kanal – Cape May 65 sm; Anker 0€

Logge gesamt seit Heeg: 9437 sm

 

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Eine Antwort zu “Schattenparker

  1. Schön, dass Ihr wieder unterwegs seid. Ich beneide Euch jetzt schon um die Einfahrt nach New York. Das ist bestimmt ein Highlight! Wir setzen uns gleich auch nochmal nach Holland in Bewegung. Und grüßen dann morgen in der Vorbeifahrt das Pferd von Marken und stellen uns vor, es sei die Freiheitsstatue … 🙂

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