Das große Wanderabzeichen von New York

New York Beitragsbild

Wir erlaufen uns New York. Nicht nur, in die Stadt fahren wir mit Bus und Subway, aber dann geht es zu Fuß weiter. Jeden Tag ein anderes Stadtviertel. Allein das U-Bahn-Fahren ist anfangs ein Erlebnis. Laut, die Luft stickig, die alten Bahnhöfe schrabbelig und schmutzig, mit Mosaiken geschmückt, und die vielen, so unterschiedlichen Menschen. Alle Hautfarben sind vertreten, alle Körperformen, die Kleidung vom schicken Anzug und dem Sommerfähnchen mit Highheels über das übliche Touri-Outfit mit Shorts, T-Shirt und Turnschuhen bis zu schrillen Kreationen und stinkigen Obdachlosen. Keiner schaut genauer hin, fünfundneunzig Prozent der Fahrgäste sind auf das intensivste mit ihren Smartphones beschäftigt, vom Kind bis zur alten Oma.

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Die U-Bahnhöfe sind schrabbelig, die Namen der Haltestellen sind als kleine Wandmosaiken jedoch wahre Hingucker.

Wir laufen über Ground Zero, wo an der Stelle der Twin Towers zwei riesige Wasserbecken entstanden sind, an deren Rand die Namen aller Opfer eingraviert sind. Rundherum entstehen neue Bürotürme, der höchste ist das One World Trade Center.

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Gedenken an die Opfer des Anschlags auf die beiden Wolkenkratzer des World-Trade-Centers am 9. September 2001 ( „Nine-Eleven“)

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Neu errichteter Wolkenkratzer auf Ground Zero. Das One World Trade Center ist das höchste Gebäude in Manhattan.

Im Meat Packer District gehen wir mit hunderten anderer Touristen über die High Line, eine vor fünfzig Jahren aufgegebene Hochbahntrasse für Güterzüge, die begrünt und zu einem „Park“ umgestaltet wurde. Mit Kunstwerken und immer neuen Blicken in Straßenschluchten und Hinterhöfe.

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Spaziergang im 2. Stock: Der Highline-Parc auf einer stillgelegten Hochbahntrasse hat sich in kurzer Zeit zu einer neuen Touristenattraktion in New York entwickelt …

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… und öffnet interessante Blickwinkel in Wohnzimmer und Hinterhöfe der Stadt.

Unsere Nichte Nicola ist zufällig zur gleichen Zeit in New York und wir verabreden uns für Freitagnachmittag am MOMA, dem Museum of Modern Art, da ist ab 16 Uhr freier Eintritt. Als wir eine dreiviertel Stunde vorher dort eintreffen, reicht die Warteschlange bereits einmal um den gesamten Block herum. Das geben wir uns dann lieber doch nicht. Stattdessen erkunden wir den nahegelegenen Central Park, stoßen auf die berühmte Strawberry-Fields-Gedenkstätte für John Lennon.

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Kathrin mit Nichte Nicola im Central Parc

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Strawberry-Fields-Gedenkstätte für John Lennon im Central Parc

Und ein paar Blocks weiter ist das Musikviertel mit Lincoln-Center, Metropolitan Opera, Avery-Fisher-Hall und der Juillard Scool. Im Sommer finden rechts und links der „Met“ auf zwei Freilichtbühnen abendliche Gratiskonzerte statt, auf der einen Seite Elektropop, auf der anderen Soul und Barber Shop. Da bleiben wir natürlich noch hängen.

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Umsonst und draußen: Liveconcert neben der Metropolitan Opera

Und musikalisch geht es weiter: Sonntagvormittag besuchen wir einen Gospel-Gottesdienst in Harlem. Peter hat Harlem von seinem ersten New-York-Besuch vor fast dreißig Jahren noch als absolute No-Go-Area in Erinnerung, aber die Zeiten haben sich geändert. Harlem ist inzwischen sicher, vor allem an einem sonnigen Sonntagvormittag. Der Gottesdienst ist brechend voll und absolut mitreißend. Es wird gesungen, gegroovt, getanzt und gepredigt. Alles lange und leidenschaftlich. Die Touristen werden persönlich willkommen geheißen und nach der dreiviertelstündigen Predigt knien die meisten Gläubigen auf den Altarstufen nieder und lassen sich segnen. Die Predigerinnen legen Hände auf, leisten Lebenshilfe und es fließen Ströme von Tränen. Großpackungen von Taschentüchern machen die Runde. Auch wir sind ganz ergriffen.

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Im Gospel-Gottesdienst konnten wir kräfig mitsingen. Die Texte wurden extra für uns (und ein paar Andere) eingeblendet.

Nachdem das MOMA schon an uns vorüber gegangen ist, leisten wir uns die 25 $ Eintritt ins Guggenheim-Museum. Spektakulär ist es auch schon von außen.

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Mal Schneckenhaus, mal Kaffeetasse: Die New Yorker sind sich nicht ganz einig, wie sie das Gebäude des Guggenheim-Museums bezeichnen sollen.

Innen läuft man über sieben Stockwerke die Spirale hinauf oder hinunter, an der Außenseite findet man die Kunst, die wir Banausen leider zum Großteil nicht wirklich verstanden haben. Aber die Architektur ist genial!

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Ja, äh, ein Bücherregal. Was will uns der Künstler damit sagen?

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„So kann ich einfach nicht arbeiten“. Mit dieser Hammer-und-Nagel-Werk können wir schon eher etwas anfangen und haben Schmunzeln müssen.

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Guggenheim von Innen. Von der Architektur sind wir fasziniert.

Den Rest des Tages widmen wir Chinatown, Little Italy, Soho und Greenwich Village. Alle Viertel liegen nahe beieinander und sind so was von verschieden. In Chinatown sind wir den verschiedensten Gerüchen ausgesetzt, nicht alle wirklich lecker. In einem kleinen Park sitzen alte chinesische Omas an Betontischen und spielen Karten, was das Zeug hält. Natürlich nicht ohne Schirm gegen die Sonne. In einer Art Markthalle treffen sich die dazugehörigen Männer und Söhne zum Pokern. Und über allem ein Geräuschteppich mit schriller chinesischer Geigenmusik, zu der eine etwas ältliche, pummelige „Nachtigall“ flötet.

In Little Italy spielt sich das Leben in den Straßencafes ab, aber wir finden auch mitten im heißen August einen Laden, der nur Weihnachtsschmuck bietet.

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Ein wenig tuntig dieser Weihnachtsmann: In diesem Laden in little Italy ist das ganze Jahr Weihnachten.

Soho hat die schicksten Geschäfte, Tiffany, Gucci, Dior… Aber irgendwie pulst hier das Leben nicht so.

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Rank und schlank: Hochhaus in SoHo. Der Name ist von „South of Houston Street“ abgeleitet.

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Eingangstür in SoHo

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Kein Trick mit Photoshop sondern Schnappschuss einer Hummer-Stretch-Limousine mit gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz viel Beinfreiheit im Fond.

Und im Greenwich Village finden wir urige Kneipen.

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Haus mit Feuertreppe

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Angebot im Greenwich-Village: Tagessuppe … Whiskey. Guten Appetit!

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Der Washington Square Parc im Greenwich-Village.

Am schönsten ist es aber doch auf unserer Florentine, auf die wir jeden Abend zurückkehren, die Stille genießen und die Skyline nochmal aus der Ferne betrachten.

Statistik:

City Island (New York) : 35 sm, Mooring 175 € pro Woche, Duschen Note 4

Logge gesamt seit Heeg: 9577 sm

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