Bei den Reichen und Schönen oder wo Obama Urlaub macht

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Nette Anwesen in Marthas Vineyard

In Sag Harbor haben wir mehrfach versucht, einen Bus zu besteigen, allein, es ist uns nicht gelungen. Erstens ist das Nahverkehrsnetz auf Long Island eher mager ausgebaut und die Busse fahren nur im Stundentakt, mit einer ausgedehnten Mittagspause von etwa drei Stunden, nachmittags aber auch nur bis fünf Uhr. Ja und wenn man dann an der Bushaltestelle steht und die Abfahrtszeiten studiert und der Bus leider gerade auf der anderen Straßenseite hält und auch wieder fährt, dann kann es schon passieren, dass aus einem geplanten Ausflug mal nichts wird. Busfahren ist auf Long Island nicht so in, hier fährt man eher mit den großen Schlitten und-oder mit dem Chauffeur. Wir versuchen es zu Fuß mit einer Karte aus dem Touristenbüro, müssen aber nach einer Stunde Marsch feststellen, dass diese Karte wohl leider nicht maßstabsgerecht ist und drehen wieder um.

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Montauk, irgendwie nicht soo toll

Im nächsten Hafen – Three Miles Harbor in Easthampton – haben wir mehr Glück. Peter will unbedingt nach Montauk, er hat gelesen, es solle die vielleicht schönste Stadt auf Long Island, nein in ganz Amerika sein. Also mit dem Dinghi eine halbe Stunde an Land tuckern und losmarschieren. Auch hier sind die Entfernungen weit, aber es gelingt uns, einen Bus zu kapern und auch eine Verbindung nach Montauk zu bekommen. Die Busfahrt dahin ist eine Schau, zwischen Long Island Sound und Atlantik auf einer schmalen sandigen Landzunge bis ganz an die Spitze von Long Island. Aber Montauk hat uns enttäuscht. Sehr touristisch, keine schöne Architektur, dafür aber megateuer. Wir besuchen einen Farmers Market, die Produkte lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen, aber bei den Preisen zuckt das Portemonnaie in der Hosentasche nicht. Wer will schon 16 $ für ein Glas Honig ausgeben oder 8$ für ein Pfund Brot? Also nix wie weg hier…

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Auch in Montauk gibt es Strawbeery fields

Sag Harbor 2

Dauerbewachung eines „Anwesens“. Der arme Kerl hat nie Feierabend

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Baywatch in Montauk

Nun geht es ans Inselhüpfen, zunächst Block Island. Die ehemals runde Insel wurde in den dreißiger Jahren von einem großen Unwetter getroffen, wobei sich im Inneren der Insel ein großer Salzsee bildete, ein großer, gut geschützter Naturhafen. Voll ist es hier! Auf der einen Seite der Bucht viele teure Moorings, die andere Seite ist dicht gepflastert mit Ankerliegern. Da es hier relativ tief ist, muss man viel Kette stecken. Das wiederum ist dem Motorbootfahrer an und für sich fremd. Man kennt das ja: 8 Meter Wassertiefe = 10 Meter Kette – fertig. Wir beobachten zahlreiche spaßige Ankerversuche. An Land gibt es nicht viel zu sehen außer massig Touristen.

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Vollmond über Block Island

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Und alle wollen an Land….

Auf dem Weg nach Marthas Vineyard ankern wir eine Nacht vor einer kleinen Insel – Cuttyhunk Island – die am Anfang einer Kette von Privatinseln liegt. Und dann, endlich, das berühmte Kleinod, wo schon die Kennedys ihr Unwesen getrieben haben und wo Obama jedes Jahr Urlaub macht. Wir ankern in einer tief eingeschnittenen Bucht im Norden und können dann erst mal Schiffe gucken. Hier ist der Heimathafen von etlichen alten Schonern, die alle unter der Flagge des „Black Dog“ segeln und täglich Ausflugfahrten mit Gästen unternehmen. Das „Black Dog“ ist eine Kneipe mit angeschlossener Bäckerei, die einem ehemaligen Kampfpiloten gehörte, der sich auf Marthas Vineyard niederließ und ein Faible für alte Schoner hatte. Kneipe und Bäckerei wurden nach seinem Hund benannt und die Flagge bzw. das Emblem ist inzwischen Kult auf der Insel. Klar, dass damit jetzt T-Shirts und andere Devotionalien bedruckt werden.

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ein wunderschönes altes Motorboot

Anders als auf Long Island ist hier ein Eldorado für passionierte Linienbusfahrer wie wir. Für 8 $ können wir einen ganzen Tag auf der Insel herumfahren und das machen wir auch.

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Die Galerie- und Kunstdichte ist hier sehr hoch

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Besonders gut gefallen hat uns Oaks Bluff, ein kleiner Ort, der schon im 19. Jahrhundert ein Touristenmagnet war. Ursprünglich fand hier ein Methodistencamp im Sommer statt, zuerst mit Zelten, später mit kleinen Cottages. Die Erbauer wetteiferten in der Ausgestaltung mit Farbe und Schnitzereien. Und diese Cottages stehen alle heute noch und werden von Generation zu Generation vererbt und liebevoll erhalten. Das Südende von Marthas Vineyard ist rau und ursprünglicher, hier leben angeblich auch noch einige der indianischen Ureinwohner. Und die üblichen „kleinen Anwesen“ findet man natürlich allüberall. Eine wundervolle Insel, wir können verstehen, dass sie so beliebt und berühmt ist.

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Wir machen uns auf den Weg Richtung Cape Cod-Kanal und verkriechen uns vor einer durchziehenden Front mit starkem Nordostwind in einer kleinen Bucht gleich neben dem Kanal. Als wir ankommen, riechen wir Schwefelwasserstoff – die Batterien! Als Peter die Matratze und die Abdeckung des Batteriefachs in der Achterkabine hochnimmt, brodelt es ihm entgegen. Eine der vier Servicebatterien ist so heiß, dass sie kocht. Schnell erst den Hauptschalter aus und dann das Teil von den anderen abgeklemmt. Gottseidank funktionieren die anderen drei Batterien noch, denn hier sind wir in the middle of nowhere und Ersatz werden wir wohl erst in vier Tagen in Boston bekommen. Vorher ist hier Labour-Day-Wochenende, da hat alles zu.

Block Island 1

Diese interessante Behausung haben wir im Ankerkasten gefunden, Gottseidank waren die Bewohner schon ausgezogen

 

Statistik:

Sag Harbor –Three Miles Harbour (Easthampton) 8,4 sm, Anker 0 €

Three Miles Harbour – Block Island 38 sm, Anker o€

Block Island – Cuttyhunk Island 35 sm, Anker 0€

Cuttyhunk Island – Marthas Vineyard 18 sm, Anker 0€

Marthas Vineyard – Pocasset 20 sm, Anker 0€

Logge gesamt seit Heeg: 9852 sm

 

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