In the middle of nowhere…..

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…waren wir die letzten zwei Wochen, denn wir hatten kein Telefonnetz. Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist in großen Streckenabschnitten dünn besiedelt, auch handytechnisch. Aber wir waren nicht von aller menschlichen Kommunikation abgeschnitten, denn auch im abgelegenen Alligator River waren wir von jeder Menge Mitreisenden umgeben.

Über den Alligator River heißt es in unseren Törnführern, man könne besagte Krokos und Schwarzbären und Hirsche durch den Fluss schwimmen sehen. Auch von Wasserschlangen wird berichtet. Leider hat sich uns keines dieser Wunder der Fauna gezeigt, wahrscheinlich war einfach zu viel Verkehr auf dem Wasser.Die unberührte Natur haben wir sehr genossen, auch segeln war zwischendrin mal möglich, wenn auch selten. Meist motoren wir durch Kanäle und gewundene Flüsse oder über ausgedehnte Seen, die allerdings so flach sind, dass wir sie nur in der schmalen, ausgebaggerten Fahrrinne befahren können. Ray-Marie, unsere Autopilotin, versieht zwar wieder ihren Dienst, aber trotzdem müssen wir immer ein Auge auf dem Kartenplotter haben, ob wir noch auf dem richtigen Kurs sind. Ein wenig neben der Spur und schon wäre man aufgelaufen.

Die kleinen Städte, die wir anlaufen, verdienen ihren Namen nicht wirklich. Mit der Besichtigung ist man meistens in sechseinhalb Minuten durch. Abends werden die Bürgersteige hochgeklappt. (Manchmal auch schon mittags).

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High noon auf der Mainstreet in Belhaven

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Neue Patienten gesucht – wo sollen sie herkommen?

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Ebenso geschlossen wie rund 70 Prozent aller Geschäfte in Belhaven: Das District Hospital in Belhaven

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Auch das Rathaus in Belhaven ist geschlossen. Die „Stadt“ hat 900 Einwohner.

Lebendig wird das Ganze durch die Seglergemeinde der Snowbirds auf ihrem Weg in Richtun Süden. Jeden Tag lernen wir neue Leute kennen, Amerikaner, Kanadier, Südafrikaner, Norweger, Franzosen…. Man trifft sich zum Sundowner an der Tiki-Bar in Oriental, zum Lunch beim Mexikaner oder wir sind zum Abendessen auf anderen Booten eingeladen. Unsere Englischkenntnisse haben sich deutlich verbessert, wir hören nicht nur zu, wir können auch mitreden! Bei einem Thema halten wir allerdings lieber den Mund, wenn die Amerikaner anfangen, sich über ihre Schusswaffen auszutauschen. Da bekommt der eine oder andere schon einen verzückten Blick, es wird über Kaliber gefachsimpelt und die Vorzüge und Nachteile von Sig Sauer und Smith & Wesson verglichen. Kritische Nachfragen sind hier unerwünscht!

Anfangs fühlten wir uns etwas gehetzt im Pulk der Motorboote und Segler, es hatte was von Wettrennen. Der Amerikaner fährt gerne Vollgas: Hebel on the table! Kostet ja fast nix. Der Preis für eine Gallone (3,8 Liter) Diesel liegt zur Zeit bei 2 Euro. Wer lupft morgens als erster seinen Anker, wer kommt nachmittags als erster an und wer ist zwischendrin am schnellsten. Anfangs mussten wir mithetzen, um im Konvoi die nächste Brückenöffnung nicht zu verpassen. Das hat uns aber keinen Spaß gemacht und wir haben Entschleunigung beschlossen. Lassen die Raser an uns vorbeiziehen und bleiben gerne auch mal zwei oder drei Tage an einem Ort der uns gefällt.

Hier ein paar Bilder von interessanten Wasserfahrzeugen:

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Motorbootfahren auf dem Hochstand

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Home, sweet home

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Vom Weg abgekommen?

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Auf Tauchstation

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… und immer noch das allerschönste Schiff!

Inzwischen sind wir in Beaufort, North Carolina angekommen – Spricht sich Bofort und ist nicht zu verwechseln mit Beaufort, South Carolina – das spricht sich nämlich Bjufort. Die Temperaturen werden deutlich erträglicher, tagsüber ist bei Sonnenschein Shorts-und-T-Shirt-Wetter, nur abends müssen die Socken manchmal noch ran.

Statistik:

Great Bridge – Coinjock, 36 sm, Hafengeld 54 $, Duschen Note 2

Coinjock – Alligator River, 55 sm, Hafengeld 0 € (Anker)

Alligator River – Belhaven, 28 sm, Hafengeld 0 € (Anker)

Belhaven – Oriental, 9 sm, Hafengeld 0 € (kostenlose Townpier und Anker)

Oriental – Beaufort (North Carolina), 21 sm, Hafengeld 0 € (Anker)

Gesamtstrecke seit Heeg: 10765 sm

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Eine Antwort zu “In the middle of nowhere…..

  1. Hallo Ihr Lieben,
    endlich wieder ein Lebenszeichen von Euch. Zwar wussten wir durch das GPS-Signal, wo Florentine gerade angekommen war. Aber von Euch fernmündlich und schriftlich zu „hören“, beruhigt dann doch.
    Ich wünsche Euch viele feuchtfröhliche Abende im Kreis der Segler und weiterhin „immer ein Handbreit Wasser untern Kiel“.

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