Verregnete Ankunft im Sunshine-State Florida

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Getrieben von unserer starken Sehnsucht nach Wärme und Sonne haben wir in den vergangenen Tagen und Wochen ein ordentliches Tempo vorgelegt. Die Hälfte des 1200 Meilen langen Intercoastal Waterway liegt hinter uns, und trotzdem sind wir immer noch auf der Flucht vor der Kälte mit Nachttemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Dazu gesellen sich ein steifer Wind aus nördlichen Richtungen und immer mal wieder einzelne Regenschauer. Statt mit T-Shirt und Shorts bekleidet stehen wir in Nordsee erprobter Segelgarderobe am Ruder. Brrrrrr! Doch wir geben die Hoffnung nicht auf: Gestern, pünktlich zu Thanksgiving, sind wir im „Sonnenstaat“ Florida eingetroffen, und der Regen ist schon deutlich wärmer geworden.

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Ein paar Tage „Urlaub“ haben wir uns auf der Reise Richtung Süden in Savannah, Georgia, gegönnt. Wir gehörten auch geohrfeigt, wenn wir diese absolut sehenswerte Stadt auf unserem Kurs hätten links liegen lassen. In Savannah residieren wir fürstlich, am Schwimmsteg des Hyatt Regency Hotels, mitten in der Stadt. Wir dürfen sämtliche Einrichtungen des Spa mitbenutzen, Swimmingpool und die ebenfalls fürstliche Dusche.

Unseren Super-Liegeplatz vor dem Hyatt Regency im Herzen von Sannah mussten wir am letzten Tag fluchtartig verlassen. Innerhalb weniger Minuten bildeten sich in den Betonplatten des Schwimmstegs breite Risse und genau dort, wo wir Florentine festgebunden hatten, senkte sich der Steg deutlich spürbar ruckweise ab. Wir hatten wirklich Sorge, dass der gesamte Steg absinkt und uns mitsamt Florentine in die Tiefe zieht. In Rekordzeit lösten wir die Leinen und informierten den Dockmaster per Telefon, dass er den Steg sperren und überprüfen möge.

Unseren Super-Liegeplatz vor dem Hyatt Regency im Herzen von Savannah mussten wir am letzten Tag fluchtartig verlassen. Innerhalb weniger Minuten bildeten sich in den Betonplatten des Schwimmstegs breite Risse und genau dort, wo wir Florentine festgebunden hatten, senkte sich der Steg deutlich spürbar ruckweise ab. Wir hatten wirklich Sorge, dass der gesamte Steg absinkt und uns mitsamt Florentine in die Tiefe zieht. In Rekordzeit lösten wir die Leinen und informierten den Dockmaster per Telefon, dass er den Steg sperren und überprüfen möge.

Ursache für die Risse am Steg sind vermutlich die Ozeanriesen und PS-starke Schlepper, die dicht am Steg vorbei schippern und dabei ordentlich Wellen schlagen.

Ursache für die Risse am Steg sind vermutlich die Ozeanriesen und PS-starke Schlepper, die dicht am Steg vorbei schippern und dabei ordentlich Wellen schlagen.

Die gesamte historische Altstadt ist wunderbar zu Fuß oder per Fahrrad zu erkunden, überall prächtige Stadtvillen und zwischendrin kleine und größere Parks mit Eichen und Magnolien, behangen mit Bärten von Spanisch Moos. Unsere Räder holpern über das Kopfsteinpflaster, das die amerikanischen Freunde in Ehrfurcht und Entzücken versetzt – historisch! Sie lieben ihre Geschichte.

Palmen und geschmückter Weihnachtsbaum vor einer typischen Südstaaten-Villa.

Palmen und geschmückter Weihnachtsbaum vor einer typischen Südstaaten-Villa…

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… und ein paar weitere Impressionen aus dem historischen Viertel von Savannah.

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Die Riverstreet am Ufer des Savannah River. Das Kopfsteinpflaster besteht aus dem Ballast der Schiffe, die zwischen der Neuen und der Alten Welt pendelten. Auf dem Rückweg nach Europa wurden die Schiffsbäuche an Stelle der Steine mit Baumwolle, Tabak, Reis und anderen begehrten Gütern beladen.

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Die River Queen: Wie man sich halt in einem Kitschalbum einen Flussdampfer in den Südstaaten vorstellt.

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Wir essen im ältesten Gebäude von ganz Georgia, dem Pirates House. Am Eingang werden wir stilecht von einem Piraten mit Muskete begrüßt, der uns erst einmal ein langes Gespräch übers Segeln an die Backe klebt, uns zu unserem Tisch begleitet und munter weitertextet. Auch der Ober ist äußerst gesprächig, und wir erfahren neben der Geschichte des alten Hauses vor allem einige Gespenstergeschichten, die wohl in Savannah allgegenwärtig sind. Hier scheinen besonders viele Geister beheimatet zu sein. Doug lässt sich anstecken und berichtet am nächsten Tag von klappernden Klotüren und einem kalten Lufthauch – wir lachen Tränen.

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Das Pirates House von außen, das älteste Gebäude im Bundesstaat Georgia.

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Drinnen wurden wir von einem Piraten begrüßt und mit der Geschichte des Hauses vertraut gemacht.

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Gemeinsam mit unseren amerikanischen Freunden Tyler (2. v. links) und Doug (rechts) haben wir in stilvoller Umgebung dort lecker zu Abend gegessen.

Es wird viel gefeiert auf Florentine: die Ankunft von Dougs sehnlichst erwarteter Freundin Idayne mit einem Potluck (jeder bringt was mit), bei dem sich der Salontisch biegt und am vergangenen Sonntag Peters Geburtstag. Auf diesem Weg auch vielen Dank an alle, die so liebevoll aus Deutschland gratuliert haben! Wir genießen Savannah ganze vier Tage lang, bevor wir die Leinen loswerfen und uns weiter nach Süden voran arbeiten.

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Wann immer es geht, rollen wir unterwegs zur Unterstützung des Motors das Vorsegel aus. Damit sind wir schneller und sparen obendrein ein paar Liter Diesel ein. Das Großsegel kommt aber schon seit Wochen nicht mehr zum Einsatz, denn nur unter Segeln zu fahren, trauen wir uns nicht. Der Intercoastal mäandert pausenlos und das Fahrwasser ist manchmal nur wenige Meter breit. Einmal nicht richtig aufgepasst und schon sitzt man auf Schiet. Florentine hat einen Tiefgang von 1,80 Meter und mehr dürfte es auch nicht sein. Oft haben wir weniger als eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Besonders kritische Flachwasserpassagen an Flussmündungen und Ocean-Inlets (Zugängen vom Intercoastal zum Atlantik) passieren wir in Schleichfahrt, damit wir nach einem Grundsitzer leichter wieder frei kommen. Doch bislang hat uns unser Scout Tyler sicher über alle Untiefen hing geleitet. Ansonsten liegt eine Schleppleine immer griffbereit, die bis jetzt jedoch nur ein einziges Mal zum Einsatz kam.

Statistik:

Savannah – Cane Patch Creek 39 sm, Hafengeld 0 $ (Anker),

Cane Patch Creek – South Altamaha River, Hafengeld 0 $ (Anker),

South Altamaha River – Jekyll Island, Hafengeld 72,- $, Duschen Note 1

Jekyll Island – Fernandina Beach (Florida), Hafengeld 20 $ (Mooring)

Gesamtstrecke seit Heeg: 11244 sm

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Eine Antwort zu “Verregnete Ankunft im Sunshine-State Florida

  1. Ihr Lieben! Ihr bekommt schon noch ausreichend Sonne für Bauch und Seele – aber erst, wenn ihr mir noch einmal eure US-Telekfonnummer SIMst. Die ist nicht mehr aufzutreiben – peinlich, peinlich.

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