Hängengeblieben …

Wasch- und Putztag auf FLORENTINE

Wasch- und Putztag auf FLORENTINE

… sind wir auf Grand Bahama. Die 68 sm Überfahrt von Palm Beach nach West End war ein ruppiger Am-Wind-Ritt. Morgens um fünf ging bei Brösel und Florentine der Anker hoch, und wir tasteten uns im Dunkeln am Tonnenstrich entlang auf den Atlantik hinaus. Eigentlich wäre jetzt ein Ost-Südost-Kurs angesagt gewesen, aber da ist ja noch der Golfstrom, der uns wieder nach Norden schubsen würde. Brösel und Florentine fuhren zwei unterschiedliche Strategien: Wir bollerten mit Florentine erst einmal zwei Stunden gegen Wind und Welle nach Süden, um dann den Blinker zu setzen und links Richtung Bahamas abzubiegen. Brösel fuhr Nordosten und musste dann später wieder gegen Süden bolzen, da wo der Wind herkam. Interessanterweise haben wir uns nach 12 Stunden (fast) in der Hafeneinfahrt getroffen, etwa 20 Minuten waren wir später dran.

In Westend kann man an einer Pier anlegen und drei Schritte weiter gleich Zoll und Immigration erledigen. So schnell und so freundlich sind wir noch nie 300 Dollar losgeworden. Die Marina gegenüber vom Zollhäuschen ist Teil eines Luxusresorts und war praktisch leer. So bekamen wir einen Vorsaisonpreis, die Hälfte des Üblichen. Dann ging es ans Entsalzen: Erst das Schiff und dann uns. Warme Dusche : Herrlich!

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BRÖSEL und FLORENTINE Seit‘ an Seit‘ in Westend auf Grand Bahama.

 

Grand Bahama 003

Im angrenzenden Luxusresort …

 

Grand Bahama 002

… und am Strand ist tote Hose.

Der nächste Schlag führte uns an der Südküste von Grand Bahama entlang nach Osten, vorbei an Freeport mit mindestens fünf großen Kreuzfahrtschiffen im Hafen. Wieder wollte der Wind nicht so wie wir und die Vorhersage wollten, immer schön auf die Nase! In Port Lucaya warfen wir unseren Anker ins Hafenbecken und überlegten, mit dem Dinghi an Land zu fahren und eine Telefonkarte zu erstehen. Da kreiste auf einmal das Shuttleboot des Grand Bahama Yacht Club um uns herum und Fabian, der freundliche Marinero, machte uns ein unwiderstehliches Angebot: „Unsere Marina ist fast leer. Kommt und sucht Euch einen Platz aus, bleibt einen Monat oder kürzer und ihr zahlt nur 100 $. Wir konnten es gar nicht glauben, aber als wir abends nochmal nachhakten, bewahrheitete sich das Ganze. Nur für Wasser (Dusche, Waschmaschine, Pool und Wasseranschluss am Steg) müssen nochmal 10 $ pro Tag extra berappt werden. Verständlich, wenn man weiß, wie teuer und rar Wasser auf den Bahamas ist.

Die Entscheidung zwischen weiteren 60 Seemeilen gegen Wind und Welle am nächsten Tag Richtung Berrys und einmal um die Ecke in die Marina mit Pool fiel nicht schwer. Hier liegen wir sicher und können den ersten Christmas Norder wunderbar abwarten.

Untätig waren wir nicht in den letzten Tagen: Was in Deutschland der Frühjahrsputz ist, fand hier als Weihnachtsputz und- Reparatur statt. Einige Nähte am Vorsegel mussten ausgebessert werden, die Bilge wurde gestrichen, die Waschmaschinen liefen heiß, Scheuerstellen am laufenden Gut wurden entfernt und zu guter Letzt hat sich Kathrin zu ein paar Plätzchen hinreißen lassen. Mal sehen, ob die Weihnachten noch erleben…..

Grand Bahama 006

Handarbeitsstunde auf dem Vordeck

Grand Bahama 009

Weihnachtsbäckerei bei 28 Grad unter Deck

Statistik:

Palm Beach / Lake Worth – Westend/ Grand Bahama 68 sm, Hafengeld 76 €, Duschen Note 1

Westend – Port Lucaya/ Grand Bahama 31sm, Hafengeld 100 $/Monat plus 10 $ Wasser pro Tag, Duschen Note 1-

Gesamtstrecke seit Heeg: 11633sm

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4 Antworten zu “Hängengeblieben …

  1. Ihr seid mein absoluter Lieblingsblog aus der Weltseglerwelt! Humorvoll geschrieben und doch so informativ. Und dann die Seemeilenzahl ab Heeg, was ich bestens kenne. Neidisch bin ich auch, es wäre meine Traumroute. Mir bleibt (nur) die Ostsee. Gejammert auf hohem Niveau aus Heiligenhaus, wünsche euch schöne Weihnachten, Vanillekipferl bei 30 Grad und ein erfolgreiches weiteres Seglerjahr.
    Herzliche unbekannte Grüße
    Christel

  2. Hallo SY Florentine,

    ich bin seit der ersten Stunde (direkt nach der WDR2 Sendung) begeisterter Leser eures BLOG.

    Ich wünsche euch frohe (warme) Weihnachten und einen guten Rutsch in´s neue Jahr.

    Immer eine handvoll Wasser unterm Kiel auch in 2016

    Viele Grüße
    Jörg

    PS: in Deutschland ist es minimal kälter als in der Karibik

  3. Dann melden auch wir uns so kurz vorm Fest mal wieder mit lieben Grüßen aus dem Althoffblock ! Und wir schließen uns dem Wunsch der Handbreit unterm Kiel an…, darf allerdings auch Bier oder Schampus sein !!
    Fröhliche Weihnachten und Wunscherfüllung in 2016
    Barbara und Volkmar

  4. Ahoi Florentine,
    liebe Kathrin und lieber Peter!
    Wir grüßen euch vom Katschberg: Sonne, Sonne und kaum Schnee. Dafür: Fast die ganze Familie und viele Freunde um uns. Natürlich auch Vanillekipferl und Bethmännchen…
    Euch wünschen wir fröhliche Weihnachten und alles, alles Gute für 2016. Vor allem Fair winds und das berühmte Handbreit Wasser.
    Liebe Grüße
    Gisela und Axel

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