Willkommen: Bon Bini in Curacao

Die Handelskade von Willemstad

Die Handelskade von Willemstad

Manchmal muss man einfach Glück haben – und wir sind glücklich! Einmal mit der Auswahl unseres Sommerquartiers für die bald beginnende Hurrikansaison, aber auch mit der Wahl des richtigen Zeit- und Wetterfensters für unseren 700-Meilen-Trip gegen den Wind nach Curacao. Seitdem wir Florentine vor 14 Tagen in der Curacao Marina von Willemstad festgebunden haben, hat der Wind noch einmal ordentlich zugelegt. Kein Tag unter 20 Knoten Wind (gerne mehr) und drei bis vier Meter Welle. Gut, dass wir bei diesen Bedingungen jetzt nicht mehr gegenan knüppeln müssen.

Einmal mehr erleben wir hier in Curacao wieder eine ganz andere Seite der Karibik. Allein schon die von den holländischen Kolonialisten inspirierte Architektur. Die ehemalige Handelskade entlang der Hafenzufahrt ist ein echter Hingucker und als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Wirklich dushi. Das ist Papamiento und bedeutet herrlich oder schön. Denn ebenso bunt wie die Fassaden ist auch die Sprachenvielfalt: Außer auf Papamiento verständigen sich die 156 000 Inselbewohner auf Niederländisch, Englisch und Spanisch, denn die Bevölkerung stammt aus Europa, aus Südamerika, aus Asien und von anderen Karibikinseln. Das ist wirklich multikulti in multicolor. Uns gefällts und wir fühlen uns hier sauwohl. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Die Marina

Die Curacao Marina bietet alles, wovon Langfahrtsegler nur träumen können. Einen sicheren Steg mit Strom- und Wasseranschluss, saubere Duschen, einen (halbwegs) anständigen Internetzugang über WLAN, qualifizierte Techniker und mit Budget Marine einen gut sortierten Schiffsausrüster (der allerdings zum Monatsende zu macht). Und das alles zu vernünftigen Preisen. Wir haben im Ausverkauf bei Budget Marine ordentlich zugeschlagen und werden Florentine in den kommenden Wochen und Monaten einer gründlichen Überholung und Schönheitskur unterziehen. Einziger Nachteil: Die Marina liegt zwar sehr geschützt, aber das Ambiente verströmt eher eine Arbeitsatmosphäre.

Blick vom Hochufer auf unseren Liegeplatz in der Caracao Marina

Blick vom Hochufer auf unseren Liegeplatz in der Curacao Marina

Die Versorgung

Jeden Morgen fährt ein kostenloser Shuttle von der Marina zu einem Supermarkt, der uns nach dem bescheidenen Angebot in den vergangenen Monaten das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Unseren Bedarf an frischem Obst und Gemüse decken wir am liebsten auf dem „schwimmenden Markt“ in der Innenstadt. Dieser Markt ist fest in der Hand von Venezolanern, die ihre Waren vom nur wenige Meilen entfernten Festland auf die Insel schippern. Auch einen gut sortierten Fahrradladen haben wir ausfindig machen können, denn für unsere Bord-Klappräder benötigten wir unbedingt neue Bremsbacken. Und ohne Bordräder wären wir in unserer etwas abseits gelegenen Marina aufgeschmissen oder auf einen teuren Leihwagen angewiesen.

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Große Obst- und Gemüseauswahl auf dem „schwimmenden Mark“ der venezolanischen Händler

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Ein Blick von hinten auf den „schwimmenden Markt“

Die Stadt

Von der Marina bis in das Zentrum von Willemstad sind es nur etwa drei Kilometer, aber die Marina wird von einem gut 50 Meter hohen Hochufer mit einer steilen Straße geschützt. Bergauf  eine schweißtreibende Angelegenheit (nur nachts fällt die Temperatur knapp unter die 30-Grad-Marke). Bergab können wir es dafür laufen lassen (darum auch die neuen Bremsbeläge, s. oben). Ein Ausflug in die Stadt ist für uns immer ein Erlebnis – nicht nur wegen der vorzüglichen Einkaufsmöglichkeiten. Es gibt dort auch unfassbar viele schnuckelige und ausgefallene Cafes und Restaurants, darunter befindet sich auch ein besonders ausgefallener Fresstempel, der sich besonderer Beliebtheit unter einheimischen Topfguckern erfreut: Das Plasa Bieu, eine rustikale Markthalle in der auf offenem Holzfeuer in riesigen Töpfen kreolische Spezialitäten zubereitet werden. Alles ein wenig schmuddelig und speckig, aber lecker!

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Blick in das Plasa Bieu…

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… in die offene Küche …

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… und in die Töpfe

Die Sehenswürdigkeiten

Die Stadt selbst ist natürlich eine Sehenswürdigkeit. Sie besteht aus mehreren Vierteln von denen wir bislang nur das Pietermaai-Viertel zu Fuß durchstreift haben. Enge Gassen mit kleinen Häusern, von denen nicht eins dem anderen gleicht. Früher wohnten hier Kapitäne und Handwerker, bis das Viertel im Jahr 1877 von dem letzten Hurrikan übel gebeutelt wurde. Nach Jahrzehnten des Verfalls und Niedergangs erfreut sich das Viertel jetzt wieder bei Neuzugezogenen und vor allem bei Gastronomen wachsender Beliebtheit und zieht vor allem viele Nachtbummler an. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir noch ausgiebig Gelegenheit haben, unsere Erkundungstouren fortzusetzen. Nach allem, was wir bislang aus Reiseführern erfahren haben, gibt es hier noch eine Menge zu entdecken.

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Die Menschen auf Curacao lieben es farbenfroh

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Holländische Kolonialarchitektur in der Innenstadt

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Bis vor wenigen Jahren sahen noch viele alte Häuser im Pietermaai-Viertel so aus wie dieses Gebäude

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Restaurant mit Meerblick

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Enge Gasse im Pietermaai-Viertel

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Ein Tanker läuft mit Schlepperunterstützung durch die geöffnete Ponton-Brücke in den Hafen von Willemstad ein, der zweitgrößte natürliche Tiefwasserhafen der Welt

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Limo trinken und Schiffe gucken im Cafe Iguana an der Handelskade

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Wohnen am Wasser in Willemstad

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Alles so schön bunt hier

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Jetzt freuen wir uns erst einmal auf das morgige Barbecue, zu dem das Management alle Crews aus der Marina jeweils am letzten Freitag im Monat einlädt. Dort werden wir sicher eine Menge anderer Salzbuckel kennenlernen und neue Anregungen erhalten.

Da der Wind in den kommenden Tagen nachlassen soll, werden wir uns am Wochenende mit Florentine in die benachbarte Lagune Spaanse Water verholen und ein paar Tage (oder Wochen?) vor Anker abhängen. Am 21. Juni kommt Florentine aus dem Wasser und dann beginnt für uns die arbeitsreiche Zeit am Schiff.

Port Antonio(Jamaica) – Willemstad (Curacao) ,724 sm, Hafengeld 18 €, Duschen Note 2-

Gesamtstrecke seit Heeg: 14980

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2 Antworten zu “Willkommen: Bon Bini in Curacao

  1. Hallo ihr zwei! Wow, das ist ja mal wieder ein toller Ort, zu dem ihr uns mit nehmt. Schön, dass die Passage gut geklappt hat. Ich bin gerade mit Andreas und Roland über die Nordsee geschippert. Angesichts eurer Abenteuer und des Atlantik-Törns wird das eher zu einem kleinen Ausflug. Wir freuen uns auf das nächste Wiedersehen, passt weiter auf euch auf,

    Melanie und Klaus-Peter

  2. Hallo! Ich fliege Ende Jänner für 2 Wochen nach Curacao. Danke für euren Beitrag, denn wie heißt es so schön: „Vorfreude ist die schönste Freude“.
    Liebe Grüße von der Flugente

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