Im Zeichen der Flamingos

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Der Flamingo ist der Wappenvogel von Bonaire und wirklich allgegenwärtig.

Die Segel von Florentine hat Carolin nur einmal gesehen, als wir sie im Hafen von Willemstad angeschlagen haben, dann leider nicht mehr. Die Strecke nach Bonaire führt uns ein weiteres Mal gegen den Wind und gegen die Welle, also mal wieder motoren. Obwohl Florentine mit ihrem glatten frischgemalten Rumpf deutlich schneller ist, entschließen wir uns, die vierzig Meilen in zwei Etappen zu nehmen, etwa auf einem Drittel der Strecke liegt Klein-Curacao. Ein Sandhaufen, ein Fliegenschiss, ein kleines Riff mit drei Mooringtonnen. Als wir am Sonntag Nachmittag dort ankommen, herrscht Hochbetrieb. Offensichtlich ist es DAS Ausflugsziel für einen kleinen Badetrip. Aber als die Sonne sinkt, reisen alle lautstarken und halbstarken Motorbootfahrer ab und wir genießen den Sonnenuntergang fast für uns alleine.

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Klein-Curacao am Abend, endlich ohne Motorboote

In Kralendijk auf Bonaire angekommen, schnappen wir uns eine Mooring und widerstehen dem Verlangen, sofort ins Türkise zu springen. Erst mal Einklarieren! Das geht hier schnell und freundlich, Customs und Immigration sind in einem Gebäude.

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Florentine an ihrer Mooring

Dann aber zieht es uns ins Wasser. Florentine hängt mit dem Bug an der Mooringtonne und mit dem Heck direkt über der Riffkante, wo die Wassertiefe von etwa 5-10 Metern abrupt auf 200 Meter abfällt. Die Farbe des Wasser wechselt von türkis zu dunkelblau und bisschen unheimlich ist es uns schon – wer weiß, was da in der Tiefe so alles lauert. Außer den zahlreichen Tauchern, die immer wieder rund um uns herum Blubberblasen ablassen. Einen solchen Fischreichtum haben wir als profane Schnorchler in der Karibik selten gesehen. Im Schatten von Florentines Rumpf hat es sich ein großer Schwarm Zebrafische gemütlich gemacht, vielleicht haben sie Angst vor Sonnenbrand? Jedenfalls freuen sie sich über die Salatreste vom Vorabend, die über die Bordwand gekippt werden. Dazu bestimmt noch mehr Fotos in einem späteren Ahoi.

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Kathrin und Carolin gehen ausgiebig shoppen in Kralendijk und erkunden die örtlichen Eisdielen. Auf dem Heimweg nehmen wir noch einen großen Beutel Eiswürfel mit ins Dinghi, direkt bei Karel’s Bar, wo man mit dem Beiboot anlanden kann. Diesen Luxus gönnen wir uns ab und zu, denn der Sundowner schmeckt mit Eis gleich nochmal so gut. Erst müssen wir noch ein wenig verhandeln, denn am Horizont kommt das erste Kreuzfahrtschiff auf und die Barfrau hat Sorge, ob ihre Eisvorräte für die Touristenmassen ausreichen werden, aber sie lässt sich breitschlagen.

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Auf dem Weg zum Shoppen

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Und überall Flamingos: Die Post heißt hier Flamingo Express ….

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…. das Fernsehen wird von Flamingo Television ausgestrahlt.

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Flamingomosaik auf der Straße

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Der Kreuzfahrer ist da, in Spuckweite

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Sundowner No. 1 in Karel’s Bar …

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… und Sundowner No. 2 auf Florentine

 

Einen Tag vor Carolins Abreise verholen wir uns in die Marina und mieten ein Auto, wir wollen die Flamingos von Angesicht zu Angesicht sehen und den Nationalpark besuchen. Dies ist nur mit einem Geländewagen möglich, für kleinere Autos ist der Nationalpark gesperrt. Schon die Hinfahrt führt uns an einer traumhaften Küste entlang und wir sehen die ersten Rosaroten im Gotomeer, einem Salzsee. Der Washington-Slagbaai Nationalpark nimmt das gesamte nördliche Fünftel von Bonaire ein, ist von zwei Rundkursen auf Einbahnstraßen durchzogen und bietet atemberaubende Landschaft. Die „Straßen“ sind der Traum jeden Kindes im Manne, mal so richtig offroad heizen mit dem Pickup – und don´t be gentle – it´s a rental….

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Bonaires Westküste – ein Schnorchel- und Taucherparadies

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So sehen hier die Gartenzäune aus – garantiert einbruchsicher

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Gotomeer – das Flamingoreservat

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Die rauhe Nordküste im Nationalpark

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Ob der wohl in die Zehen beißt?

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Offroad!

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Endlich wieder im Wasser

Am Ende der etwa zweistündigen Rundtour gibt es noch einen Badestopp für die verschwitzten Beifahrer und dann gehts zurück zum Boot, dieses Mal über die Nordseite der Insel. Landschaftlich nicht ganz so reizvoll, aber die Fauna:

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Niederländisch sieht für deutsche Augen so nett legasthenisch aus, aber:

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… es stimmt, freilaufende Esel gibt es hier. Dieser besucht gerade ein Fußballfeld

Am nächsten Morgen setzen wir Carolin wehmütig in den Inselhüpfer nach Curacao. Schön wars mit Dir und komm bitte bald wieder!

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Statistik:

Willemstad Curacao – Klein Curacao, 15 sm, Hafengeld 0 € (Mooring Ausflugsboot)

Klein Curacao – Kralendijk Bonaire, 26 sm, Hafengeld Marina Harbour Village 36 € / Tag, Dusche Note 4, bzw. 10 € / Tag (Mooringtonne mit Eimerdusche)

Strecke: 15038 Seemeilen

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5 Antworten zu “Im Zeichen der Flamingos

  1. Hallo,
    Viele Grüße aus dem sauerländischen Lüdenscheid. Ich verfolge die SY-Florentine und Ihren Blog, seit ich aus der heimischen Presse davon erfuhr.

    Bonaire ist unsere Lieblingsinsel. Wir werden in gut vier Wochen wieder da sein. Eine der Moorings haben wir bereits für unser (späteres) Segelschiff reserviert…. 😉
    Ich hatte eine Gänsehaut, als ich heute den tollen Bericht las. Also muss ich mal Grüße hier lassen 🙂
    Viel Spass, weiterhinviel Glück und viele Grüße von Stefan und Dorette

  2. Hallo Peter, ich lese euren Blog nun schon seit dem ihr abgelegt habt. Es freut mich das es euch immer noch gut geht und immer noch so einen Spaß an der ganzen Sache habt. Ich selber bin gerade mit Frau und – ganz landestypisch – mit Wohnwagen an der holländischen Nordsee. Weiterhin guten Wind im Segel und bleibt gesund und munter. Liebe Grüße aus Renesse sendet dir dein ehemaliger WAZ Arbeitskollege Frank Glaubitz nebst Ehefrau.

  3. …der Gartenzaun ist klasse!!! Und eure Berichte bleiben klasse, befeuern unser Fernweh heftig…
    Gruß von SY AQUARIA, zurück in Hamburg.

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