Boxenstopp

 

Einen Boxenstopp hat nicht nur Florentine, sondern auch Kathrin dringend nötig. Aber davon später.

Erst kommt immer das Schiff! Und Florentine brauchte unbedingt eine Schönheitskur, eine Reha. So haben wir die letzten drei Wochen damit verbracht, unser schwimmendes Zuhause wieder dicht und wohnlich zu machen.

An einem Salonfenster steuerbord kam es mal wieder feucht rein, ebenso bei den vorderen Terminals (für Nichtsegler: die Durchführungen der stählernen Wanten durch das Deck). Beides konnte mit dem bewährten Sikaflex behoben werden, eines der beiden Wundermittel, die jeder Langfahrtsegler unbedingt braucht. Sikaflex kann man praktisch fast überall hinschmieren, um etwas abzudichten, Bei den Terminals hat Peter allerdings vorher noch Epoxi drunter geklebt.

Das andere Wundermittel ist das bewährte WD-40-Spray, das alle Schrauben, die sich nicht mehr bewegen, Schlüssel, die sich nicht mehr drehen, rostige Teile aller Art wieder flott kriegt. Im Zweifel also entweder Sikaflex oder WD-40!

Weiter mit der Schönheitspflege: Der Rumpf brauchte Politur, jetzt glänzt er wieder….

Und das, was wir schon so lange vor uns her geschoben hatten: die Holzteile im Salon und im Cockpit. Wenn man mit Rettungsweste und drei dicken Karabinern vom Lifebelt am Bauch bei Seegang durch das Schiff turnt oder wohl eher torkelt, bleiben Macken und Kratzer nicht aus. Ab und zu vergisst auch einer mal, die Luke im Salon zu schließen, dann regnet es von oben auf den eh schon zerkratzten Tisch, tut dem Lack auch nicht gerade gut. Jetzt haben wir es in Angriff genommen, Schleifen, Lackieren, Schleifen, zweiter Anstrich, Prüfen – oh, sieht noch nicht glatt genug aus – von vorne. Damit kann man schon mal ein, zwei, drei Wochen rum bringen.

Alle paar Tage nehmen wir den Guagua, so heißt der Bus auf kanarisch, nach Santa Cruz und shoppen uns vorwärts. Vom Markt, voll beladen mit Obst und Gemüse, in die Ferreteria – Pinsel, Lack, Verdünner- zum Corte Ingles (in etwa wie Karstadt oder Kaufhof in Deutschland) für alles, was man sonst noch so braucht. Auch eine Induktionskochplatte findet ihren weg auf Florentine. So sind wir , zumindest im Hafen, wenn wir Landstrom haben, unabhängig vom Gas. Peter ist ganz  begeistert von den schnellen Kocheigenschaften.

Das Sightseeing heben wir uns für die Zeit nach unserer Rückkehr auf.

 

Das kaputte Großsegel wurde derweilen seiner endgültigen Wiederverwertung zugeführt, Kathrin hat eine Taschenkollektion angefertigt, und weil es soviel Spaß gemacht hat und so schön schnell ging im Vergleich zum Stricken, ist sie gleich mal in Serie gegangen. Kinder,Nichten, Freunde, Omi – alle werden mit einem Stück Florentine beglückt, wenn wir nächste Woche heimfliegen.

Auch der Heimaturlaub ist ein Boxenstopp, Kathrin wird sich ein neues Hüftgelenk einbauen lassen müssen. Da wir „nur“ noch auslandskrankenversichert sind, musste die OP vorher bei der Hanse-Merkur beantragt werden. Das zog sich ganz schön lange hin, immer wieder fiel der Sachbearbeiterin eine neue Information ein, die sie noch brauchte. Man sollte doch meinen, dass sich alle Fragen von Anfang an stellen lassen, aber es ging in Salamitaktik, immer mit drei oder vier Wochen Zeit bis zur nächsten Antwort. Rückrufbitten wurden leider nicht erfüllt. Erst eine Drohung, sich an Vorgesetzte und Presse zu wenden, hat die Sache nach geschlagenen acht Monaten dann doch beschleunigt und zu einem guten Ende gebracht. So eine OP ist teuer, aber genau deswegen ist man ja auch krankenversichert, oder?

Wir melden uns dann mal ab in den Urlaub, freuen uns auf Euch alle, die wir treffen werden und berichten ab Mitte November wieder an dieser Stelle.

Statistik:

Statistik: 20439 sm seit Heeg

Reisetag: 1146

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6 Antworten zu “Boxenstopp

  1. Guten Heimflug ! Dazu viele gute Wünsche für Euren Aufenthalt in der Heimat und natürlich toitoitoi für Kathrins OP. (Chice Taschen !!)
    Herzlichen Gruß von Barbara&Volkmar aus dem Althoffblock

  2. Hallo, ihr Lieben!
    Schön, von euch zu hören. Wenn ihr in der Nähe seid (wovon wir ausgehen), ist der Grill angeworfen und der Wein kaltgestellt. Zunächst aber drücken wir Kathrin ganz doll die Daumen, dass der Ersatzteileinbau problemlos funktioniert.
    Hoffentlich bis bald
    Malte, Sille und Antonia

    • Vielen Dank für die guten Wünsche, die Hinterachse ist problemlos gewechselt, ich laufe schon wieder hinter dem Enkelkind her, welches im übrigen das schönste und süßeste der Welt ist! Liebe Grüße Kathrin

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