Eine Feier jagt die nächste…..

Nach Weihnachten, Weihnachtskonzert mit Gänsebraten, den Jürgen aus Teneriffa von zu Hause mitgebracht hatte, ist auch gleich schon wieder Silvester. Wir wollen stilecht spanisch feiern und werfen uns in rote Unterwäsche. Das ist in Spanien Pflicht (ob da aber wohl einer nachschaut?) und soll Glück und Fruchtbarkeit für das neue Jahr bringen. Ebenso das Verspeisen von Trauben zu jedem Glockenschlag um Mitternacht. Glück möchten wir gerne, mit der Fruchtbarkeit haben wir soweit schon abgeschlossen, da sind jetzt andere dran.

Um 21 Uhr marschieren wir durch die Straßen von Santa Cruz. Alle Läden, aber auch alle Bars und Restaurants sind um diese Zeit geschlossen, aber wir sind nicht alleine auf den Straßen, mit uns sind noch etliche Normalos unterwegs und alle betrachten interessiert die andere Klasse, die hier zum Silvesterball eilt. Die Upper Class von Santa Cruz hat sich in Schale geschmissen, die Caballeros im Smoking und die Senoras in lang, Glitzer, Seide und mit Schlitz, Highheels, in denen nicht alle ganz sicher über das Pflaster balancieren. Es gibt richtig was zu gucken, aber leider nichts zu trinken. So kehren wir in den Hafen zurück. Auf dem Weg sehen wir schon die Feuerwerksbatterien, die über dem Straßentunnel zwischen Plaza Espana und der Marina aufgebaut sind. Bis es richtig los geht, nehmen wir noch an der Stegparty auf Pantalon 4 teil, lernen Segler aus der Schweiz, Frankreich, England und Australien kennen. Zum Feuerwerk aber verziehen wir uns wieder auf unser Schiff und staunen mit den Weintrauben in der Hand über eines der tollsten Feuerwerke, die wir bisher erlebt haben. Florentine liegt praktisch in Pole Position, noch nicht einmal ein anderer Mast stört die Sicht auf das Spektakel. Die „privaten“ Feuerwerker warten artig, bis das professionelle etwa fünfzehnminütige Feuerwerk vorbei ist, erst dann wird in den entfernteren Stadtteilen auch geknallt.

Im neuen Jahr lösen wir Florentines Festmacher, verabschieden uns von den Crews von „Hexe“ und „Moby Dick“ und starten südwärts. Das neue Großsegel kommt zu seinem ersten Einsatz und auch gleich im ersten Reff, denn von der vorhergesagten Flaute ist nichts zu spüren. In einer Rauschefahrt vor dem Wind bringen wir die 44 Seemeilen nach Las Galletas in acht Stunden hinter uns. Zwei Nächte verbringen wir hier, aber was uns zunächst von Land aus so malerisch erschien, gefällt uns nun doch nicht mehr so gut. Die Einflugschneise verläuft genau über uns, die Duschen sind…naja und der Hafen ist voll mit Touristen, die alle an unserem Boot vorbei auf die Jetskis steigen.

So sind wir froh, am 5. Januar Richtung la Gomera weiter zu segeln. Auch hier ist die von der vorhergesagten Flaute nichts zu merken, aber der Wind lässt einen direkten Kurs nach San Sebastian nicht zu, so muss der Motor mit schieben.

Wir laufen nach San Sebastian ein

 

Und die Aida Blu ist auch schon da

Die Marina in San Sebastian ist gut gepflegt und vor allem sicher und geschützt.

Eine riesige Fleswand schützt uns vor Norwind

Die Strandpromenade von San Sebastian

La Playa – der schwarze Strand gleich neben dem Hafen

Als das abendliche Kürbissüppchen gerade fertig ist, hören wir Blasmusik, lassen die Suppe Suppe sein und gehen mit dem Fotoapparat an Land. Das hat sich gelohnt!

Die heiligen drei Könige, reich geschmückt und maurisch verhüllt (gegen Saharastaub?)

Vor der Kirche steigen die heiligen drei Könige mit Gefolge aus Pferdekutschen, der Nikolaus ist auch dabei. In der Kirche werden dem Jesuskind in der Krippe am Altar Geschenke überbracht und dann beginnt der weltliche Umzug.

Jeder der drei Könige hat ein zahlreiches Gefolge

Geschenkdarbietung an der Krippe

Durch die Sträßchen von San Sebastian marschiert die Blaskapelle, Postangestellte stellen eine Eskorte auf gelben Motorrollern und machen den Weg frei, dann folgt der Zug. Am Straßenrand Eltern und Großeltern mit vielen Kindern, die mordsmäßig aufgeregt sind. Es werden händeweise Bonbons verteilt, Fotos geschossen und Küsschen gegeben.

Der Mann von der Correos – der Post – verteilt auch Bonbons.

Der Nikolaus küsst gerne alle Kinder.

Und um die Sache kulturell abzurunden, sind auch sämtliche Disneyfiguren dabei.

Am Hauptplatz hat sich die Teeniejugend versammelt, vereinzelte übriggebliebene Silvesterkracher lassen uns auf die Seite hüpfen.

Party auf der Plaza Las Americas, dem Zentrum von La Gomeras Hauptstadt San Sebastian

Dann riecht es lecker nach Churros, ein Schmalzgebäck, das in Kringeln im heißen Fett ausgebacken wird. Die Länge der Schlange vor dem Stand allerdings treibt uns zurück an Bord zur Suppe. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, am nächsten Morgen beim Semmelholen sehen wir, dass der Churro-Stand schon wieder geöffnet hat und so gibt es ein leckeres Dreikönigsfrühstück: Churros mit Chocolata caliente, so ist das warme puddingartige Gesöff auch zu ertragen. Der Käptn fährt jedenfalls voll darauf ab, wunderbar süß und heiß und fettig und ungesund.

Churros zum Frühstück – auch lecker

Hier in la Gomera werden wir erst mal eine Weile bleiben, es hat sich eine Menge Besuch angesagt, auf den wir uns schon riesig freuen.

Statistik: 20615 sm seit Heeg , Reisetag 1346

Santa Cruz – Las Galletas 44 sm, Hafengeld 19 €, Duschen 3-

Las Galletas – San Sebastian (Gomera) 26,5 sm, Hafengeld 15 €, Duschen 2

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Eine Antwort zu “Eine Feier jagt die nächste…..

  1. Schön, dass Ihr gut auf La Gomera angekommen seid, Marine Traffic hat Eure Position erst mit viel Verspätung angezeigt. Wenn wir unsere neuen Batterien haben, melden wir uns! Grüße von der Hexe!

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