Premiere auf Lanzarote: Enkel an Bord

Unser jüngstes Crewmitglied: Finn (17 Monate)

Endlich, endlich hat es geklappt, und wir haben unser viertes Enkelkind kennenlernen dürfen. Finn hat uns mit seinen Eltern, Tochter Gloria und Schwiegersohn Sebastian, auf Lanzarote besucht.

Tochter Gloria mit Ehemann Basti und Sohn Finn

17 Monate haben wir auf dieses Kennenlernen warten müssen. Bei unserem letzten Heimaturlaub in Deutschland war Finn zeitgleich mit seinen Eltern in den Elternurlaub verschwunden. Beim nächsten geplanten Kennenlernen über Weihnachten machte uns Air Berlin einen Strich durch die Rechnung. Die bereits vor langer Zeit gebuchten Flüge der jungen Familie wurden ersatzlos gestrichen. Ob Gloria und Basti von ihrem Geld noch etwas wiedersehen hängt nun vom Insolvenzverwalter ab.

Jetzt, beim dritten Anlauf, hat es also endlich mit dem Besuch geklappt. Wenn dieses Ahoi also (besonders bei der Bildauswahl) etwas enkellastig ausfällt, möge es den besonderen Großelterngefühlen geschuldet sein.

Unser Enkel Finn fühlt sich sichtlich wohl an Bord.

Vater und Sohn am Strand

Finn

Finn

Die Wahl Lanzarotes für unser kleines Familientreffen erfolgte nicht ganz zufällig. Die Marina Rubicon ist ein Ort, der keine Segler- und Urlauberwünsche offen lässt. Der Hafen bietet ausgezeichneten Schutz bei allen Winden, die Sanitäreinrichtungen sind erstklassig, es gibt einen Pool, eine große Auswahl an Restaurants, kleine Supermärkte, und der helle Sandstrand von Playa Blanca ist auch nur ein paar Schritte entfernt. Einziger Nachteil: Die luxuriöse Marina ist zwar im Stil eines kanarischen Fischerortes errichtet, aber in Wahrheit ist alles „Fake“ (wie es dieser seltsame Präsident ausdrücken würde).

Lanzarote 002

Marina Rubicon im Süden Lanzarotes

Der Strand von Playa Blanca im Süden Lanzarotes

Macht aber nix: Um das echte Lanzarote kennenlernen zu können, gibt es schließlich Leihwagen, und mit Finns Eltern Gloria und Basti hatten wir echte Reiseprofis an unserer Seite, die den Tag zu nutzen wissen und mit denen wir in zehn Tagen (fast) jeden schönen Ort und jede Sehenswürdigkeit der Insel erkundet haben, wobei die Eltern Finns Schlafphasen geschickt in die Reiseplanung eingebaut haben.

Es gibt vor allem zwei Sachen, die den speziellen Charakter Lanzarotes prägen: Das sind zum einen erkaltete Vulkane und riesige Lavafelder, die unwirtlichen Mondlandschaften ähneln. Und zum anderen ist da der Künstler César  Manrique (1919-1992), der den Insulanern und ihren Gästen nicht nur sehenswerte Bilder, Skulpturen und architektonische Schmuckstücke hinterlassen hat, sondern als begnadeter „Networker“ im Zusammenspiel mit einer Generation aufgeschlossener Kommunalpolitiker dafür gesorgt hat, dass Lanzarote bis heute (von einigen wenigen Ausnahmen mal abgesehen) von architektonischen Grausamkeiten und touristischen Bettenburgen verschont geblieben ist.

Unsere Inseltour haben wir mit einem Besuch in der Fundación César Manrique, dem ehemaligen Wohnhaus César Manriques begonnen. Das Gebäude ist über fünf großen, vulkanischen Lavablasen errichtet worden, die wiederum selbst für Wohn- und Ausstellungszwecke hergerichtet worden sind. Allein die Wohnfläche erstreckt sich über 1800 Quadratmeter, darin sind die traumhafte Pool- und die Gartenlandschaft noch nicht mit eingerechnet.

Lanzarote 064

Cesar Manrique hat sein ehemaliges Wohnhaus, dem heutigen Sitz der Fundacion Cesar Manrique, in mehreren miteinander verbundenen Lavablasen errichtet.

Vater, Tochter, Enkelsohn

Treppe in Cesar Manriques ehemaligem Wohnhaus, dem heutigen Sitz der Fundacion Cesar Manrique

Garten in der Fundacion Cesar Manrique

Auch die Jameos del Agua tragen unverkennbar die Handschrift César Manriques. Dieses Bauwerk in einem Satz zu beschreiben ist unmöglich. Nach dem Einstieg über eine steile Treppe erreicht man zunächst eine Grotte mit einem See. In diesem See leben fingernagelgroße, Albinokrebse, die sonst nur in ozeanischen Tiefen von über 2000 Metern vorkommen. Nach dem Durchqueren der Grotte landet man in einer traumhaften Garten- und Poollandschaft. Seltene und teils endemische Pflanzen wachsen rund um das Becken. Eine Steintreppe führt hinauf zum Haus der Vulkane, in dem die vulkanischen Vorgänge Lanzarotes erklärt werden. Von einem Restaurant mit Terrasse, hat man einen Blick in die Grotte, auf den Pool und über die weite Lavalandschaft außerhalb Jameos del Aqua. Das Kernstück von Jameos del Agua ist ein in die Grotte integrierter Konzertsaal mit 600 Sitzplätzen.

Gloria, Sebastian und Finn in den Jameos del Agua

See in der Höhle Jameos del Agua

Fingenagelgroße, blinde Albinokrebse leben im Höhlensee der Jameos del Agua.

Von Cesar Manrique gestaltete Poollandschaft in den Jameos del Agua

Palme im Pool

Gar nicht weit entfernt von Jameos del Agua und durch ein Höhlensystem miteinander verbunden befindet sich die Cueva des los Verdes, eine sieben Kilometer lange Lavaröhre, die jedoch nur zu einem kleinen Teil für geführte Höhlenspaziergänge freigegeben ist.

Spiegelsee in der Cueva de Los Verdes

Höhlenspaziergang in der Cueva de Los Verdes

Cueava de Los Verdes

Nur einen Katzensprung ist es von der Cueva des los Verdes zum Nordzipfel Lanzarotes. Dort treffen wir am Mirador del Rio auf ein weiteres Bauwerk César Manriques. Der Mirador del Río ist eine Aussichtsplattform mit Panoramarestaurant in 475 Meter Höhe mit einem traumhaften Blick auf den Atlantik und die Insel La Graciosa. In dem ganzen Gebäude gibt es keine rechten Winkel. Auch der Parkplatz, die Aussichtsplattform und die Treppen sind rund.

Blick vom Mirador del Rio im Norden Lanzarotes auf die Nachbarinsel La Graciosa

Das Restaurant am Mirador del Rio, gestaltet von Cesar Manrique

Einem Ausflug zum Mond gleicht ein Besuch der Feuerberge (Montañas del Fuego) im Südwesten  der Insel. Von 1730 bis 1736 spuckten hier 32 Vulkane ihre glühende Lava in die Landschaft. Nur wenige Meter unter der Erdoberfläche steigt die Bodentemperatur noch heute bis auf 400 Grad Celsius an. Anschaulich demonstriert wird diese Hitze von den Parkrangern mit einigen spektakulären Demonstrationen. Mal wird Wasser in ein Erdloch gekippt, das nach wenigen Augenblicken explosionsartig in die Höhe schießt. Ein anderes Mal wird Reisig und Gestrüpp an den nackten Felsen in einem Erdloch entzündet. Dort beträgt die Temperatur in nur einem Meter Tiefe bereits 250 Grad.  Auch in den Feuerbergen treffen wir wieder auf César Manrique und sein rundes Restaurant El Diablo (Der Teufel). Dort werden auf einer Kochstelle über einem heißen Erdloch knusprige Hähnchen gegart.

Touristenattraktion in den Montanas del Fuego, in den Feuerbergen: Man schütte etwas Wasser in ein Erdloch und wenige Augenblicke später entlädt sich explosionsartig eine Wasserfontäne.

Die Erde in den Feuerbergen ist einen Meter unter der Oberfläche rund 250 Grad heiß. Heiß genug um dort einen Haufen Reisig zu entzünden …

… oder ein Hähnchen auf den Grill zu legen.

Wackeliger Ausflug in den Feuerbergen mit dem Wüstenschiff

Kamelkarawane in den Feuerbergen

„Ich will auch mal oben sitzen…“

Kraterspaziergang in der Umgebung von Mancha Blanca

Weitere Ausflüge führten uns in den Fischerort El Golfo mit seinem kitschigen aber wunderschönen Sonnenuntergang, den man am besten in einem der zahlreichen Restaurants mit leckeren Tapas und einem Glas Wein genießt.

Am 1. Mai vor vier Jahren sind wir Florentiner in Holland gestartet und genießen seitdem jeden Tag.

Schwarzer Lavasand am Strand von El Golfo

Tapasessen mit Meerblick

Sonnenuntergang in El Golfo

Apropos Wein: Auf Lanzarote befindet sich das größte Weinbaugebiet der Kanaren. Die Weinstöcke werden hier im Trockenfeldbau gezogen. Dazu werden tiefe, kreisrunde Krater in die schwarze Lavaerde gebuddelt, in denen in der Regel zwei Weinstöcke Platz finden. Die Bewässerung erfolgt überweigend nachts durch Taubildung. Kleine Mäuerchen rund um die Krater sollen tagsüber die Verdunstung durch die mitunter heißen Winde verhindern. In einer kleinen familiengeführten Bodega konnten wir den Wein frisch aus dem Tank probieren, während Klein-Finn sich am hausgemachten Käse und den frischen Tomaten satt futterte. Einstimmiges Urteil von groß und klein: Lecker!

Weinbaugebiet im Süden Lanzarotes

Statistik: 20935 sm seit Heeg , Reisetag 1431

Santa Cruz de Teneriffa – Playa Blanca Lanzarote, 141 sm, Hafengeld 24 €, Duschen Note 1

 

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