Enkelbesuch auf der Florentine: Und sie beißen doch…

Erlebten stürmische Ferien auf Lanzarote: unsere Enkel Lorne und Dawn mit Papa Malte

Ein wichtiger Grund, die karibischen Gewässer nach zweieinhalb Jahren wieder zu verlassen, war der große Wunsch wieder näher an unsere Familie und unsere Freunde zu rücken. Diese Hoffnungen und Wünsche haben sich zu unserem Glück erfüllt. Der Besuch auf Florentine gibt sich das Ruder in die Hand. Jetzt waren es unsere Enkel Lorne und Dawn, die mit ihrem Papa Malte für zehn Tage auf Florentine angemustert hatten, während Mama Claudia zu Hause im Job die Stellung halten musste.

Für die drei Essener war es der erste Urlaub auf schwankenden Planken. Wir begleiten unsere achtjährige Enkelin Dawn auf ihrer fotografischen Entdeckungsreise durch ihr schwimmendes Urlaubsdomizil:

Dawn auf Florentine-Fotosafari

Obstvorrat in luftigen Netzen

Schiffiger Spiegel

Was sich wohl hinter dieser Klappe verbergen mag? Das Geheimnis des Kapitäns.

Sti(e)lleben im Bad

Das Wohn- und Esszimmer auf Florentine: der Salon

Dawns scharfem Auge entgeht nichts: Feuerlöscher unter dem Salontisch

Die Navigationsecke

Blick in die Küche, die auf einem Schiff Pantry heißt

Kunst an Bord in der Achterkajüte

Bislang ist Florentine  noch eine der wenigen Langfahrtyachten (gewesen), die ohne Angelzeug durch die Meere pflügt. Durch zahlreiche Gespräche mit Segelfreunden haben wir, Kathrin und Peter, uns allerdings ein umfassendes Theoriewissen über die Kunst des Angels erworben. Ungebeten wurden wir von enthusiastischen Sportfischern mit missionarischem Eifer in der Wahl des richtigen Köders mit entsprechendem Stahlvorfach und stabiler, ja am besten mit gedrehter Schnur unterwiesen. Dann  braucht’s nur noch ein Stück Gummischnur, um die Leine nach dem erfolgreichen Biss zu dämpfen, und zum unblutigen Töten kippe man einfach einen ordentlichen Schluck billigen Schnaps hinter die Kiemen – nein, nicht hinter die eigenen, sondern hinter die des schuppigen Opfers.

Lorne befand, dass es nun an der Zeit sei, dieses theoretische Know-How endlich in die Praxis umzusetzen. Er bearbeitete seinen Opa, dass eine Angelausrüstung unbedingt an Bord gehöre. Opa stimmte dem Enkelwunsch leichtsinnigerweise zu: Mei, wenn der Bub sich unbedingt langweilen will. Fangen tut er ohnehin nix. Auch viele unserer Angelexperten ziehen die Köder über Hunderte von Seemeilen nur zum Bade hinterher, wie sie am Ende ihres Vortrags kleinlaut gestehen mussten.

Kaum hatte sich Opa Peter gemütlich mit Lorne zur Angelpremiere auf der Kaimauer niedergelassen, biss auch schon einer der als angeblich unangelbaren geltenden Müllfische, die in großer Zahl das dreckige Hafenwasser bevölkern. Reaktion Lorne: Super! Reaktion Opa: Scheiße! Denn wer durfte dem armen Fisch den Haken aus dem Maul popeln? Da weder Enkel noch Opa die Beute in die ewigen Fischgründe schicken wollten, wurde die Meeräsche nach einem Erinnerungsfoto wieder ins Hafenbecken gesetzt. Fazit: Aus Opa wird nie ein richtiger Angler. Bei Lorne bin ich mir da nicht so sicher. Er beeindruckte durch sein Anglerglück unsere norwegischen Stegnachbarn Susan und Magne so sehr, dass sie ihm einen neuen Köder und Haken vermachten, der gut und gerne für einen Fünf-Kilo-Thun gut ist.

Lorne mit seinem Fang ….

… eine Meeräsche -unter Seglern auch Müll- oder Dieselfisch genannt.

Danach wurden die Fische nur noch gefüttert, mit Brotresten, Zwieback und den Resten des Abendessens. Natürlich muss man genau schauen, welcher Fisch am schnellsten ist – und dabei passierte das Missgeschick: Lorne fiel die Brille von der Nase direkt ins fünf Meter tiefe Hafenbecken. Zum Glück legte just in diesem Moment eines der Tauchboote am gegenüberliegenden Steg an. Peter rannte los und kam mit einem Taucher zurück, der nur noch für zwei Minuten Luft in seiner Flasche hatte, wie er sagte. Der Unfallort war Gott sei dank genau bestimmbar und der Taucher war innerhalb einer Minute erfolgreich und um ein großzügiges Trinkgeld reicher. Alle glücklich!

Da ist es wieder, das Nasenfahrrad

Als Ersatz für das nun gestrichene Angelvergnügen ließen sich Lorne und Dawn gerne für das Dingi fahren begeistern. Schon beim Aufpumpen und Zu-Wasser-Lassen packten beide kräftig mit an…

Zuerst gleicht das Dingi nur einer Wurst …

… bis das Schlauchboot beim Aufpumpen langsam seine Form annimmt.

Beim Zu-Wasser-Lassen packen alle mit an.

 

Erste Lektion: Dingifahrer müssen rudern und paddeln können – für den Notfall, falls der Motor ausfällt.

Vater und Kinder entschieden sich dann doch für die bequemere und schnellere Art der Fortbewegung mit Hilfe des elektrischen Außenbordmotors. Danach wurden sie nicht mehr gesehen und erkundeten den Hafen bis die Batterie die Grätsche machte.

Dawn an der Pinne des elektrischen Außenborders

Badeausflug vom Dingi aus

Wegen des üblichen Starkwindes war in der ersten Besuchswoche an Segeln nicht zu denken. Zum Glück kann man die Ferienzeit auf Lanzarote auch mit Landausflügen kurzweilig gestalten. Hier ein paar Schnappschüsse von unseren Unternehmungen:

 

Als mindestens genau so schön wie alle Sehenswürdigkeiten erwies sich jedoch ein Ausflug an den Strand,

…mit einem Bad in der Brandung

… oder einer Entdeckungstour entlang der felsigen Küste

Dann endlich, kurz vor Ende des Urlaubs, ließ der Wind endlich nach und ermöglichte einen Segelauflug zur Südspitze Lanzarotes. Vor der wunderschönen Kulisse des Papagayo-Strandes konnten wir Florentines Anker werfen, in das glasklare Atlantikwasser hüpfen, die Unterwasserwelt durch die Schorchelmaske erforschen, nachts den Sternenhimmel absuchen und das Wunder des Meeresleuchtens im Strudel des Bugstrahlruders und beim Abpumpen in der Bordtoilette entdecken.

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