Buchten und Berge

Cala Santanyi

10 Seemeilen, 4 Seemeilen, eine Seemeile: Ja, wir sind schon längere Tagesetappen gesegelt. Aber die vielen Calas (Buchten) entlang der Ostküste Mallorcas sind viel zu einladend, um einfach an ihnen vorbei zu segeln. Gerade um diese Jahreszeit. Keine Motor- und Partyboote, keine Jetskis, keine Discobeschallung aus den Hotels. Dafür Ankervergnügen pur (wenn nur dieser elendige Schwell  nicht wär – auch wenn der Wind mal gerade  nicht weht). Doch seht selbst …

Einfahrt in die Cala Pi

Das landseitige Ende der Cala Pi

Fischerboote in der Cala Figueira …

… Bootsgarage in den Felsen …

… und die Zufahrt zur Cala Figueira

Leuchtturm an der Hafenzufahrt von Porto Colom

Ein paar Starkwindtage haben wir zwischendurch in dem idyllischen Hafen von Porto Christo, in unmittelbarer Nachbarschaft der berühmten Drachenhöhlen, abgewettert. Der natürliche Hafen befindet sich bestens geschützt in einem fjordartigen Meeresarm mitten im Ortskern, der im Unterschied zu vielen anderen Urlaubsorten auf Mallorca selbst in den Wintermonaten noch einigermaßen belebt ist. Neben unserem üblichen Hafenprogramm (verproviantieren, duschen, Wäsche waschen) haben wir uns diesmal für das Landprogramm einen Leihwagen gemietet, um Mallorca während der Mandelblüte zu erkundigen.

Hafenpromenade von Porto Christo …

Der Hafen von Porto Christo

Die Hafenzufahrt nach Porto Christo

Die Mandelblüte auf Mallorca erstreckt sich über mehrere Wochen von Januar bis Mitte Februar. Besonders viele Mandelbäume gibt es in der Gegend zwischen Felanitx und den Calas an der Ostküste.  Für diese Region waren wir in diesem Jahr aber schon etwas zu spät dran. Die meisten Blüten waren aufgrund der frühlingshaften Temperaturen bereits verblüht. Dafür erlebten wir noch die volle Blütenpracht bei einem Ausflug in die Berge, besonders entlang der Straße von Inca hinauf zum Santuari de Santa Maria de Lluc.

Mandelblüte in der Tramuntana …

… und in der Region um Felanitx

Das Santuari de Santa Maria de Lluc liegt inmitten der Tramuntana, der zum Welterbe geadelten Gebirgslandschaft.  Das Santuari ist ein bekannter Wallfahrtsort und das spirituelle Zentrum Mallorcas. Neben zahlreichen Pilgern beherbergt das „Heiligtum“ auch ein Internat mit musikalischem Schwerpunkt. 20 Stunden Musikunterricht stehen für die Jungen und Mädchen wöchentlich auf dem Stundenplan. Jeden Mittag kann man in der Basilika den Schulchor beim Ave-Singen bewundern, die Mädchen und Buben kommen paarweise, nach Größe geordnet wie die sprichwörtlichen Orgelpfeifen. Wunderschöne Stimmen, aber irgendwie schade, dass man in der heutigen Zeit unwillkürlich über die katholische Kirche und ihren Umgang mit Jugendlichen nachzudenken beginnt.

Die Wallfahrtskirche von LLuc

Ehemaliger Zellentrakt: Oben wohnten die Menschen, unten die Tiere.

Die Església de Lluc ist eine Kreuzbasilika, ihr Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes. Das Zentrum des Kreuzes beherrscht eine reich verzierte und mit den Gemälden der zwölf Apostel geschmückte Kuppel mit aufgesetzter Laterne, in die Tageslicht eindringen kann.

Blick in die Kuppel der Basilika

Historische Orgel aus dem Jahr 1693

In einer Seitenkapelle hinter dem Altar der Wallfahrtskirche befindet sich die Statue der Mare de Déu de Lluc…

… mit deutlichen Gebrauchsspuren zu Füßen der Schwarzen Madonna in Folge der körperlichen Anbetung.

Von Lluc aus haben wir uns mit dem Leihwagen auf dem Weg nach Süden gemacht. Eine Autostunde und hundert Serpentinen später schrauben wir uns auf Meereshöhe nach Soller hinab. Den Hafen Port Soller haben wir ja bereits vor einigen Wochen von See aus mit Florentine angesteuert. Damals waren wir zu geizig und haben uns die 7 Euro (einfache Fahrt pro Person) für die 3,5 Kilometer lange Fahrt mit der schnuckeligen alten Siemens-Straßenbahn in den Hauptort Soller gespart. Ein Fehler! Sowohl die Fahrt mit der historischen Straßenbahn durch malerische Orangenhaine als auch ein Spaziergang durch Soller ist ein absolutes Muss! Der Ort hat uns begeistert, doch seht selbst …

Historische „Elektrische“ von Siemens

Der Bahnhof von Soller

Eine Art Abschleppwagen für alte Straßenbahnen

Miró-Mosaik im Bahnhof Soller

Kunst zum Nachdenken

Im Bahnhofsgebäude gibt es eine kostenlose Ausstellung mit Arbeiten des Künstlers Joan Miró, dessen Mutter aus Soller stammt, sowie …

…  eine Ausstellung mit Keramiken von Pablo Picasso.

Vase von Pablo Picasso

Fahrkartenschalter im feinsten Jugendstil

Bahnhofsrestaurant

Fassade eines alten Stadtpalastes mit Säulen, Tempelgiebelchen, aufwendiger Fassade aus Bruchstein und Verzierungen aus Schmiedeeisen

Stilvolles Kaffeehaus

Seitenkapellen in der Pfarrkirche Sant Bartomeu im Zentrum Sollers

Fensterrose und Orgel in Sant Bartomeu

Unser ursprüngliches Tagesziel für den Gebirgstrip durch die Tramuntana war der Ort Andratx, am Südzipfel Mallorcas. Aber nach den  gewaltigen Eindrücken aus Lluc und Soller waren wir auf angenehme Weise erschöpft. Bei der Weiterfahrt durch den wunderschönen Ort Deia mochten wir schon keinen Zwischenstopp mehr einlegen, und in Valldemossa streckten wir endgültig Flügel. Die bekannte Kartause, das ehemalige Winterdomizil Frederic Chopins und George Sands, fanden wir am Nachmittag nur noch verschlossen vor. War vielleicht auch gut so. Ein Zeichen! Genügend Kilometer im Auto heruntergespult. Jetzt nur noch zurück aufs Schiff.

Das Kloster Real Cartuja de Jesús de Nazaret de Valldemossa des Ordens der Kartäuser; kurz: die Kartause von Valldemossa.

Das Zentrum von Valldemossa …

… ein Blick in eine kleine Seitenstraße

Statistik: 24304 Seemeilen seit Start in Heeg

Porto Christo – Porto Colom, 10 sm, Hafengeld 16 €, Duschen 1-2

Porto Colom – Cala Ferrera, 4 sm, Hafengeld 0 €, Anker

Cala Ferrera – Cala d‘Or, 1 sm, Hafengeld 0 €, Anker

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