Lektion gelernt

Die „Düse zwischen den Inseln, je grüner bzw. gelber, desto mehr Wind

Auf den Kanaren herrscht die meiste Zeit des Jahres Nordostpassat – mal mehr, mal weniger. Da die Inseln leicht versetzt nebeneinander liegen und ziemlich hoch sind, gibt es dazwischen einen Düseneffekt. Den sieht man auch auf den Wetter- und Windkarten, im Süden zwischen den Inseln pfeift es ordentlich. Das wussten wir auch, viele Segler hatten uns erzählt, es könne mal eben von Windstärke 3 auf Windstärke 8-9 auffrischen, wenn man unten im Süden um die Ecke kommt.

Da wir sowieso noch ohne Großsegel unterwegs sind, suchen wir uns einen Flautentag zum Motoren aus und sind oberschlau und fahren „obenrum“ um die Nordspitze von La Palma.  Erst mal ist alles gut, im Windschatten der Insel schiebt uns noch ein kräftiger Tidenstrom nach Norden, Wind ist vorhersagegemäß keiner. Zeit zum Chillen oder Liming. Wir lesen im Cruising Guide Kanarische Inseln und bilden uns schon mal. Peter zeigt mir ein Bild über sogenannte „Wind-Acceleration-Zones“ an den Nordenden der Inseln. Dort teilt sich der Wind und fließt an den hohen Inseln entlang, dabei beschleunigt er gewaltig. Das hatten wir so nicht gewusst.

Und schon geht es los, Schaumkronen auf dem Wasser, der Wind geht innerhalb von fünf Minuten von 7 kn auf 30 kn hoch, auf einmal steht eine fiese steile Welle gegenan. Es wird nass, Florentine und wir beide sind gut eingesalzen. Da hilft jetzt gar nichts, da müssen wir durch. Unter Motor hungern wir uns mit knapp drei Knoten Fahrt um das Nordende von La Palma vorwärts, wir brauchen drei, vier Stunden, dann ist der Spuk vorbei und die vorhergesagte Flaute ist wieder da. Der Rest der Reise ist unspektakulär, wir runden das Nordende von Teneriffa am nächsten Morgen mit Respekt und gehörigem Abstand, aber hier scheint es nicht ganz so schlimm zu sein und außerdem haben wir den Wind nun mit uns. Wieder mal was gelernt.

Eine schwimmende Bohrinsel im Ruhezustand vor Santa Cruz

Teneriffa hat auch Industrie, nicht nur sonnige Strände

Teneriffa hat auch Industrie, nicht nur sonnige Strände

Die „Marina Tenerife“ nördlich von Santa Cruz, die wir uns eigentlich für einen längeren Aufenthalt ausgesucht hatten, ist leider voll. Doch einer der Besitzer der kleinen, privaten Marina Puerto Chico gegenüber hat unseren Funkverkehr mitgehört und bietet uns einen Liegeplatz an. Da wir lange bleiben wollen, gibt es auch 20% Rabatt. Und der große Vorteil ist, wir sind nahe an Bushaltestelle und Tankstelle, wo es frische Brötchen gibt.

Marina Puerto Chico

Der einzige Nachteil ist, dass es hier tidenabhängige Strömungen gibt, die Florentine mehrmals täglich an ihren Festmachern zerren und rucken lassen. Also die bewährten Ruckdämpfer rausgeholt und alle Leinen doppelt. Während unseres Heimaturlaubs im September/Oktober werden die JaJas (Jakob und Jana) Florentine als schwimmendes Surferhotel nutzen und nach dem Rechten sehen.

So haben wir Florentine verzurrt, richtig nettes Makramee

Doch vorher melden wir uns nochmal mit Bildern von Santa Cruz und Reparatur-Updates.

 

Statistik:

Tazacorte/ La Palma  – Puerto Chico/ Teneriffa, 132 sm, Hafengeld 1237 € für drei Monate, Duschen Note 1

Hafengeld Tazacorte 13 € /Tag

Statistik: 20439 sm seit Heeg

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